Schirrmacher – selber gelesen

So. Jetzt wollte ich – nachdem ich Schirrmacher ausgelesen habe – einen knackigen Beitrag verfassen, was ich an dem Text (nach all den Vorurteilen mit denen ich an diesen herangegangen bin) dann doch für ganz überdenkenswert, zumindest als wert des Nachprüfens, erachte.

… leider kann ich daraus (gerade im Moment) nicht direkt zitieren, da meine Hunde-Nanny doch glatt den Band kurzerhand mit aufs Gassi genommen hat. Hat sie wohl angesprochen, das Thema 😉

Folgende Anmerkungen (das zuvor als Warnung) bestehen also aus Gedanken aus der Erinnerung und aus dem Bauch heraus (sind also – wie alles hier – mit Vorsicht zu genießen 😉 ).

Angesprochen hat mich, dass das Internet und der Gebrauch dessen als „Social Net“ dazu führen kann, dass bestimmte Gedanken (Meme, wie sie wohl Jean-Pol nennen würde) sich außerordentlich schnell, durchschlagend und in eine unvorhersehbare Richtung (inhaltlich!) verbreiten könnten.
Das mag sein. So stimme ich zu. Dem möchte ich aber – denn in der Konsequenz hält Schirrmacher dies wohl für eine Gefahr, da es sich um Beeinflussung handele, die nicht den gut fundiert und gut recherchierten alten Medien entspräche, sondern irgendeiner Art subjektiven Einfärbung, die nicht mehr als Ursprung ausfindbar wäre (oh je, jetzt hätte ich doch gerne den Band bei der Hand, um zu überprüfen, ob ich das richtig verstanden/ aufgenommen habe) teilweise widersprechen.
Widersprechen möchte ich dem Punkt, dass die alten und gut recherchierten Medien NICHT subjektiv eingefärbt in ihren Äußerungen waren oder sind (auch wenn noch so um Objektivität teilweise bemüht), außerdem ist noch fraglich, ob der Einfluss (durch etwas, das Resonanz gefunden hat (Kruse?)) auch 1 : 1 vom Rezipienten so übernommen wird.

Immerhin habe ich Schirrmacher ja gelesen, obwohl der Eindruck, den ich über Twitter und Online-Artikel gewonnen hatte, mich eigentlich hätte abhalten sollen/ können.

Der zweite Punkt, der mich angesprochen hat, war derjenige, dass Hochrechnungen (über das anonymisierte Sammeln von Daten) zu Wahrscheinlichkeiten das Handeln und Entscheiden der Subjekte so beeinflussen könnten, dass diese sich auch so – wie die vorausberechnete Wahrscheinlichkeit – verhalten.

Da ist m.E. vielleicht was dran. Deshalb verhalte ich mich (sicherheitshalber) ab heute einmal am Tag – unvorhersehbar -.

🙂

die eLEx!

10 Antworten auf „Schirrmacher – selber gelesen“

  1. Jetzt etwas faszinierendes:
    Überlegt Euch mal zu folgenden Personen, was Euch dazu einfällt:

    * Guido Westerwelle
    * Roland Koch
    * Angela Merkel
    * Ursula v. d. L.
    * Nikolaus Brender

    Meine Vermutung: Würden wir uns absprechen, hätten wir zu jeder dieser Personen zwar jeweils unterschiedliche aber mehr oder weniger vergleichbare Positionen beziehen würden:

    * Guido Westerwelle ist als Außenminister schwer denkbar
    * Roland Koch findet fast jeder blöd (so unqualifiziert diese Aussage auch ist – dieser Mann ist affektiv besetzt)
    * Angela Merkel macht Ihre Sache im Großen und Ganzen gut
    *Ursula hat vom Internet keine Ahnung
    * Nikolaus Brender ist ein der unabhängigsten journalisten überhaupt

    Woher kommen diese Meinungen? Ich habe mich aktiv mit keiner dieser Personen beschäftigt – habe auch keine Freunde oder Kontakte, die das tun. Es kann also nur soetwas wie eine medial geprägtes Awareness-Cloud sein, die uns non-Stop durchdringt – damit zeigt sich: Die alten Medien schaffen genauso ein Massenbewusstsein – wie es die neuen vielleicht auch tun – nur sind die neuen schwerer kontrollierbar (oder vielleicht doch leichter..?!) und (damit) auch demokratischer…!?

    1. Oliver, da stellst Du eine GUTE Frage. Ganz der Wissenschaftler halt.
      Also (ich ganz subjektiv und persönlich) würde sagen… 10% des Gelesenen ist es wert. Was hast Du ansonsten für eine Wissensausbeute bei Büchern?

      1. Das kommt ehrlich ganz auf das Buch an. 10% lägen jedenfalls unter meiner subjektiven Relevanzschwelle.

        Würde gerne viel mehr Bücher komplett lesen, aber dafür fehlt leider oft die Zeit – oder sie erweisen sich als zäh. Ich prüfe über das Inhaltsverzeichnis die möglicherweise relevanten Kapitel, die lese ich. Der Rest wird quer- und bei Bedarf gezielt nachgelesen.

        Funktioniert erst einmal, aber es geht dabei sicher auch was verloren.

  2. Danke für die kurze Zusammenfassung. Kann Niederfuchs auch nur zustimmen und gerade deswegen empfinde ich die neuen Medien als wirkliche Bereicherung. Hatte man vorher nur die Wahl zwischen wenigen subjektiv gefärbten Berichterstattungen, so bietet sich einem jetzt die bunte Pallette, die wie Kommunikation im Allgemeinen, nie die Wahrheit (Realtität) wiederspiegelt, diese in ihrer Vielfalt jedoch recht gut eingrenzt.

    Ich habe mir Schirrmacher als Lektüre über die Feiertage vorgenommen. Bis dahin muss erstmal noch der heutige Spiegel reichen, denn ab Seite 142 findet sich dort „Intelligenz – Die bedrohte Elite: Frank Schirrmacher und der Kulturpessimismus. Eine Gegenrede“.

    Hoffe, dass ich dann im Januar auch meine eigene subjektive Meinung bloggen werde 🙂

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