Meine Sicht auf die Dinge, das Leben und das #ec10hh

Nach dem EduCamp ist vor dem EduCamp. Ja, ich gestehe, ich freue mich schon wieder auf Aachen. Da es jedoch (zumindest in unserer „Branche“) üblich ist, nicht fortzuschreiten, bevor man bereits Gelaufenes reflexiv verarbeitet hat, will heißen Lehren daraus gezogen und somit (zumindest etwas) gelernt hat, gönne ich mir heute eine halbe Stunde der Muße und Kontemplation auf der Lernspielwiese.

Lehre und Vorsatz Nr. 1
Nach dreimonatiger immer systematischer werdender Forschungsarbeit bin ich dahin gekommen, eine (zwar noch recht diffuse aber dennoch) These zur Nutzung von Twitter im Bildungsbereich zu entwickeln.

Gleich vorab: Diese wurde widerlegt.

[Lehre] Wieso war ich vor dem EduCamp so dermaßen überzeugt gewesen, dass diese durch die gewonnenen Daten und Informationen gestützt sein könnte? Weil ich Daten und Informationen aus meinen subjektiven Erfahrungen heraus (um-)interpretiert hatte.
[Vorsatz] Ich werde mein Datenmaterial nochmals sichten. Eine neue These entwickeln, diese vorher verschriftlichen, diese visualisieren….

… und sie mir dann in Aachen widerlegen lassen 😉 .

Lehre und Vorsatz Nr. 2
Ich hatte eine grobe Liste (im Grunde war es eine ganze Latte) von Bildungstwitterern im Kopf, von denen ich wusste, dass sie in Hamburg sein sollten, die ich auf dem EduCamp aufspüren und ansprechen wollte. Der eine war recht leicht zu erkennen (wer z.B. ganz leicht, da Persönlichkeit und Twitterbildchen gleichsam „eins“ sind, ist @jowede), bei anderen wäre ich im Leben ohne helfenden Hinweis nicht drauf gekommen. Ähnlich wie dem Wahn zu folgen, eine Münzsammlung zu vervollständigen, wollte ich meine Chance nutzen und möglichst die ganze Liste abarbeiten.

[Lehre] Dies hatte – leider – den negativen Seiteneffekt, dass ich zu wenig Zeit für den Austausch mit Altbekannten fand. Hier insbesondere @taminat, @thbernhardt und @maki_amw.
[Vorsatz] Lass‘ Dich vom Neuen nicht so faszinieren, dass Bekanntes aus dem Blick gerät!

Lehre und Vorsatz Nr. 3
Ja, ich gebe es zu. In vielerlei Hinsicht bin ich ein rechtes „Gewohnheitstier“. So spreche ich gewöhnlich nicht mit Gruppen einer Größe von mehr als zwei. In ein Mikrofon schon gar nicht. Ohne passendes Zitat in der Hinterhand schon überhaupt nicht. Außer vielleicht, wenn ich zuhause auf der Couch an meinem Laptop sitze und irgendwo eingeloggt bin.

[Lehre] Ich sterbe nicht daran, wenn ich das außerhalb des virtuellen Raumes auch mal mache. (Obwohl mich mein Überleben immer noch überrascht.)
[Vorsatz] Die Lernspielwiese ist überall!

Lehre und Vorsatz Nr. 4
Viele angebotene Sessions haben mich spontan angesprochen, andere weniger, einige wenige gar nicht. Diese erste Einschätzung hatte jedoch nichts mit dem Erkenntnisgewinn zu tun, den ich aus den einzelnen Session ziehen konnte. In der (für mich subjektiv) besten Session war ich drin, weil ich mich im Raum vertan hatte.
[Lehre] Erkenntnis ist unplanbar.
[Vorsatz] Für nächstes Educamp anderen Modus für Session-Teilnahme-Entscheidung finden. Z.B. immer in dem Raum bleiben, der mir am besten gefällt. Oder in alle Sessions gehen, die mich spontan nicht ansprechen. Oder?

Lehre und Vorsatz Nr. 5
Mein kurzes Statement hat eine Welle von Feedback und Austausch für mich verursacht. Manches davon war aufmunternd, manches witzig, manches schwer zu schlucken.
[Lehre] Jeder sieht’s auf seine Weise, und hat irgendwie recht damit.
[Vorsatz] [noch zu entwickeln].

Soviel zur reinen (und zumeist äußeren Form). Die (erziehungswissenschaftlichen) Inhalte werde ich an anderer Stelle einarbeiten.

Immerhin stehen noch zwei Pflichttexte (zu Weblogs und Online-Lehre) aus … und was ist mit der Kür??

die besucht eLEx jetzt gleich mal offline.
Bis Aachen! 🙂

10 Antworten auf „Meine Sicht auf die Dinge, das Leben und das #ec10hh“

  1. Liebe Elex…
    Gut reflektiert und vieles gelernt.. Aber – man muss sich selber auch ein wenig Zeit geben. Manche Erkenntnis kommt erst mit Verzögerung, wie Du selber festgestellt hast…
    Aber Du bist auf einem guten Wege denke ich.
    Also weiter so…

    Gruß Anntheres

  2. Zu Nr. 5: Feedback zu deinem Beitrag bei der Podiumsdiskussion – „manches schwer zu schlucken“? Dich hat ernsthaft jemand kritisiert für deinen Beitrag? Das finde *ich* schwer zu schlucken. Du bist jedenfalls – im Gegensatz zu manchen anderen – beim Thema geblieben und hast deine Sichtweise dargestellt. Was soll daran auszusetzen sein?

  3. Hi rip,
    ja, … die Rückmeldungen waren in der Tat zahlreich … und je „kritischer“, in desto „privaterem Umfeld“ vorgetragen (was ich natürlich schätze, da ich so Zeit hatte mir zu überlegen was „dran“ ist und ob ich die Kritik als von meiner Position aus gerechtfertigt erachte.

    Von der Verteilung:
    1/3 positiv (z.B.: „…einen Punkt getroffen, der…“)
    1/3 gemischt (z.B. „… zwar… jedoch kam Deine „analytisch-wissenschaftliche“ Facette eher nicht zum tragen…“)
    1/3 daran (ver-)arbeite ich noch 😉

    Was mir jedoch aufgefallen ist, ist, dass sich auf dem Sofa sitzend nicht gut nachdenken lässt, weil man eben – wie auch in f2f-Gesprächen üblich – relativ schnell reagieren muss. … und nicht sagen kann, ich antworte dann mal in ca. zwei Stunden.

    Aber genug jetzt, ich muss mal „arbeiten“.

  4. Hast du schön reflektiert. Gefällt mir gut. Da kanns ja mit deiner Blog-Reflektion nur gut werden 😉

    Das nächste EduCamp ist in Aachen? Das wär prima. Dann wär ich nämlich auch gern dabei. Ist ja schließlich meine „Heimatstadt“. *juchuuu

    LG
    Tina

  5. Hi Tina,
    ja mensch, EduCAMP in Aachen, dann lass‘ uns das doch mal gleich esthalten 🙂
    Organisieren tut es im Übrigen @mosworld, falls Du ihm nich schon ohnehin „verfolgst“, interessanter Twitter-Account… vielleicht lässt er ja über Twitter mal die eine oder andere Anmerkung zum Stand der Dinge fallen.

    Einen schönen Sonntag noch wünscht Dir
    m

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