(Ganz unwissenschaftliche) Anmerkungen zu Schulmeisters Ansichten

Tja, irgendwie bin ich zu langsam, für diese Web2.0-Welt.

Zur Zeit der der Ausarbeitung zugrunde liegenden Schulmeister-Untersuchung war ich noch gar nicht existent.

Nun gibt es mich (zwar irgendwie) am Rande, mir fehlt jedoch gleichsam die Zeit und Muße, mich mit den (für mich) interessanten Fragen auseinanderzusetzen, weil ich entweder gerade mein eigenes Essen und Boras Hundefutter verdiene, oder aber mit anderweitigen Ausarbeitungen meines (aber wenigstens geliebten) Zweitstudiums beschäftigt bin.

Alles was ich mir zu den o.g. Anschichten hätte denken können (und noch einiges mehr), wurde schon niedergeschrieben.

So z.B. hier (für mich immer wieder interessant zu sehen, wie viel bei “Gruppenarbeit” herauskommen kann), dann bei einigen Beforschten wie Sandra, Christian (ergänzend dazu der Beitrag hier und hier), Joachim Wedekind, Jochen Robes, Gabi Reinmann, Michael Kerres. Eine Stellungnahme von Peter Baumgartner habe ich noch nicht finden können, auch bisher keine von Thomas. Wirklich herzhaft lachen musste ich über den knackigen Kommentar von Wolfgang Neuhaus! 🙂

Auf seine Art wieder einmal genial: Jean-Pols Statement.
Aber auch pointiert nachzulesen bei Lutzland, dann gibt es noch Input von Karsten Ehms, Frank Vohle, Alexander Florian, Johannes Moskaliuk.
[Kein Anspruch auf Vollständigkeit!]

Doch genug der Jammerei über Broterwerb und sonstige Zeitnot (hierzu ein kurzes Zitat aus den Ansichten: “Nach Lektüre der Beiträge und Kommentare nur dieses kleinen Netzwerks habe ich mich gefragt,
welcher Wissenschaftler eigentlich mit dieser Informationsflut mithalten kann ohne seine eigene Forschung zu vernachlässigen” (S. 21)).

… ganz kurz und als Gedankenstütze und zur Weiterarbeit für mich:

1. Was habe ich zu kritisieren/ anzumerken
– Ist es erstrebenswert, Beitrag plus Threads zu Diskursen werden zu lassen? Wenn ja, wie macht man das?
– Wo finden meine persönlichen Diskurse zu den Themen, an denen ich arbeite statt? Finden sie statt? Sind sie qualitativ hochwertig?

2. Was würde mich jetzt interessieren/ würde ich jetzt mal gerne erforschen
– Die von jowede angestoßene (ausgelöste?) Diskussion auf Twitter

“Frisch herunter geladen (huch, ich werde beforscht): Schulmeisters “Ansichten zur Kommentarkultur in Weblogs”: http://tinyurl.com/yhs6pcw 5:51 PM Feb 11th from web”

– Oder gab es mehrere “Anstoß-Tweets” zeitgleich?
– Die über die Ansichten ausgelöste Diskussion in den Blogs, sind DAS jetzt Diskurse, wie sie Schulmeister im Sinne hatte? Wenn nein, stellen diese Diskussionen dann seiner Meinung nach dennoch eine “Verbesserung der Kommentarkultur” dar?

Aber jetzt erst einmal ein Schönes (Rest-)Wochenende

m

P.S. zum Montag Morgen: Wie hatte ich den unvergleichlichen Herr Larbig vergessen können. Hier (unbedingt) lesen. Die (Lese-)Zeit wird es allemal wert sein. Versprochen.

17 Antworten auf „(Ganz unwissenschaftliche) Anmerkungen zu Schulmeisters Ansichten“

  1. Was ich mich zu der von dir zitierten Passage frage: Geht es wirklich um die Informationsflut, oder wird unterschwellig die wissenschaftliche Diskursfähigkeit in Blogs bezweifelt?

    Eine Informationsflut gibt es schon seit Jahrzehnten. Kein Mensch könnte in sinnvoller Art und Weise alle “Papier”-Publikationen lesen, die ihm angeboten werden. Eine überwältigende Masse gibt es auch so, nur bemerkt man dies durch den einfacheren Zugang erst. Es ist schlicht der Filter der Nichtsichtbarkeit weggefallen, der einem vorher Arbeit abgenommen hat. Blindsein war die Lösung – jetzt kann man sehen und beklagt sich ob des grellen Lichts.

    Oder liegt es doch daran, das ein Diskurs nicht möglich sei, weil er zu viel Zeit verschlinge? Was ist eine Diskussion im Netz aber anderes, als wenn ich mit meinen Kollegen im Institut austausche? Dafür muss ich auch Zeit aufwenden, habe aber nur eine stark begrenzte Vielfalt bei den Diskussionspartnern.

    Oder geht es letztlich vielleicht doch um die “wissenschaftliche Qualität” in den Blogs? Nur “wissenschaftliche Formen” seien lesenswert? Das Weltbild, das dahinter stände, lasse ich mal unkommentiert.

    Ja, da habe ich vielleicht ein bisschen viel reingelesen in den zitierten Abschnitt, aber es passt meiner Meinung nach zum Gesamtbild des Artikels. Ich höre auch schon auf. Also, zurück in den Elfenbeinturm, Tür zu, Ruhe. Und nur aufmachen, wenn der Postbote klingelt und die drei Standard-Journals und die bestellten Bücher von “den Großen” dabei hat. Mit allem anderen gibt sich ein echter Wissenschaftle. doch nicht ab.

    1. :)) Da kommt wieder ganz der otacke-Humor durch, allerdings sind Deine Anmerkungen durchaus berechtigt und nachvollziehbar.
      -> Ist Vielfalt bereichernd… oder punktuelle (voraussehbare) Expertise?
      -> Für welchen Austausch verwende ich meine begrenzt zur Verfügung stehende Zeit und Kapazität?
      -> Wie viel “Offenheit” kann ich als Wissenschaftler überhaupt zulassen, um “arbeitsfähig” zu bleiben?

      Leider neige ich allzu oft auch genau dazu:

      “Also, zurück in den Elfenbeinturm, Tür zu, Ruhe.”

      Danke für Deine Hinweise, die es in meinem Hirn weiterarbeiten lassen 🙂

      1. Das ist also mein Humor 😉

        -> Ist Vielfalt bereichernd… oder punktuelle (voraussehbare) Expertise?

        Jeder Mensch verfügt über ihm eigene Informationen und Sichtweisen, die zu unterschiedlichen Deutungen einunddesselben Sachverhalts führen können. Ergo: potenzielle Bereicherung. Um dieses Potenzial zu entfalten, darf man sich aber nicht nur unter Seinesgleichen bewegen, sonst geht die Unabhängigkeit der Meinungen flöten und das “Group Think” setzt ein – man verstärkt nur gegenseitig die eigenen Ansichten und Impulse von außen dringen nicht mehr vor. Vor diesem Hintergrund finde ich es überhaupt nicht schädlich, sich mit den Ansichten von Herrn Schulmeister auseinanderzusetzen. Man muss seinen Ansichten nicht zustimmen, aber sie sind genauso berechtigt wie die eigenen. Ich bin da sehr bei Popper.

        -> Für welchen Austausch verwende ich meine begrenzt zur Verfügung stehende Zeit und Kapazität?

        Das ist eine wichtige Frage, aber die kann nur jeder für sich selbst beantworten, denke ich.

        -> Wie viel “Offenheit” kann ich als Wissenschaftler überhaupt zulassen, um “arbeitsfähig” zu bleiben?

        Meinst du mit “Offenheit” die Menge oder Art der Informationen? Bei der Menge gibt es natürlich enge Grenzen, sonst geht es gar nicht voran. Da kann ich mir aber überlegen, ob ich nur flüchtige Schallwellen unter Kollegen publiziere, Papier für einen sehr kleinen Kreis von Interessierten oder vielleicht lieber etwas beständigere Bits und Bytes für alle. Was die Art angeht, würde ich das recht weit fassen. Für die Lehre hat Bernhard Bueb das so gefasst: “Lehrer müssen die Leidenschaft für Bildung in Kindern, ihre grande passion in ihnen wecken. Sie müssen es umso mehr, je weniger Eltern diesen Auftrag erfüllen. Lehrer sollten aber auch Menschen zum »Anfassen« sein, sie sollten als Menschen mit Freud und Leid, ihren Vorzügen, ihren Hobbys, ihren exzellenten und kauzigen Seiten erfahrbar sein, sie sollten als Freund und Berater erscheinen.” Für die Forschung sehe ich das ebenso: Warum sollte man nicht auch mehr als bloße Arbeitsergebnisse von sich geben? Die stammen schließlich von Menschen, und das macht die Sache doch erst richtig interessant! Und nur wenn man die “Geschichte dahinter” (beziehungsweise die Person) kennt, kann man einige Dinge erst richtig einordnen.

  2. Der begriff wissenschaft, wenn man den überhaupt noch braucht, muss neudefiniert werden. Kollektive Wissenskonstruktion heute unterliegt anderen regeln als zu der zeit, wo es kein internet gab. Herr Larbig und Monica haben gegenwärtig einen erheblichen anteil an der kollektiven wissenskonstruktion über internet-kommunikation und blogs. Der beitrag der “medienpädagogen” war bisher eher retardierend als inspirierend.

  3. >>Die über die Ansichten ausgelöste Diskussion in den Blogs, sind DAS jetzt Diskurse, wie sie Schulmeister im Sinne hatte? Wenn nein, stellen diese Diskussionen dann seiner Meinung nach dennoch eine “Verbesserung der Kommentarkultur” dar?<<

    Im Grundsatz zweimal NEIN – da einmal mehr affirmative Sprechakte ("Richtig, weiter so, super argumentiert") in den Diskurs einflossen. Aber genau hier liegt eine Forschungsfrage 🙂

  4. Pingback: Schulmeister

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