Ich und mein Weblog – eine ganz besondere Beziehung

Hier habe ich einen weiteren Beitrag zum Thema Weblog angekündigt, hiermit löse ich die Ankündigung ein.

Die Ausgangsfrage für diesen neuen Beitrag sollte lauten, was ich denn tue, wenn ich einen (weiteren) Beitrag für mein Weblog verfasse?

– Ich schreibe einen Text.
– Ich ordne meine diffusen Gedanken einer Überschrift unter und zwinge mich die durch die Unterordnung verbliebenen Gedanken(fetzen) zu explizieren und so anzuordnen, dass ein Außenstehender sie potentiell als Gedankengang nachzuvollziehen vermag.
– Ich beziehe mich auf ein Außen (z.B. Ereignis, wie den anstehenden Radio-Beitrag oder die Schulmeister-Veröffentlichung wie im Beitrag hier).
– Ich beziehe mich auf mich selbst; langfristig bauen meine Beiträge aufeinander auf, weil ich mich immer wieder mit den gleichen Themen beschäftige, wenn auch aufgrund verschiedener Anlässe heraus.

Das macht mich, meine Texte und meine Freunde (im weitesten Sinne) zu etwas Besonderem.

Warum es mich besonders sein lässt.

Das Schreiben und Betreiben (m)eines Weblogs macht mich zu etwas Besonderem, nämlich einem Edupunk: Bildung à la do-it-yourself, selber denken, selber lernen. Es macht mich in gewissem Sinne „autark“, aber dennoch bleibe ich bezogen auf und beziehe mich immer wieder auf etwas.

Warum es meine Texte besonders sein lässt.
Es lässt meine Texte besonders sein, weil diese nicht von außen genormt werden (können), sondern ich selbst normiere. Dadurch bilden sie mich in mehr Facetten als einer ab. Hier kommt meine wissenschaftliche Ader (aber nicht nur diese, wie z.B. in meinen Hausarbeiten) durch, aber auch meine (z.T. gemochte, z.T. als nervig empfundene) anekdotische Ader durch, und nicht zuletzt meine spezifische Interessenstruktur.
Obwohl ich den Begriff ja gar nicht so mag, so würde ich die Sammlung meiner Texte im vorliegenden Weblog doch fast als mein „ePLE“ (dazu in einem weiteren Beitrag mehr) bezeichenen.

Warum es meine Freunde (im weitesten Sinne) besonders sein lässt.
Es lässt meine Freunde (im weitesten Sinne) für mich besonders werden, weil sich diese – in meiner Vorstellung zumindest – zu einer (Learning-)Community zusammenschmelzen. Eine Gemeinschaft, die aus Menschen besteht, die mich aufmuntern, manchmal bestätigen, manchmal kritisieren, … oder auch einfach nur mitlesen… mich anrufen, mir E-Mails schreiben – kurz und gut – die mit mir interagieren.

Oder wie es @jrobes genial auf den Punkt zu bringen versteht: „zuerst und immer als Ort persönlicher Reflektion; daraus wird dann mein pers. Wmgt, und dann kommt die Community als Sahnehäubchen“

5 Antworten auf „Ich und mein Weblog – eine ganz besondere Beziehung“

  1. Hi Monika,
    die Sichtweise, dass allein das Schreiben in einen Blog eine Person – und besonders Dich – zu etwas Besonderem macht finde ich „besonders“. Du bist etwas Besonderes, brauchst Du dafür (!) einen Blog.
    Ich hoffe auf eine Antwort.
    Karsten

      1. Liebe Monika,
        das denke ich doch auch. Ein solch schöner Blog wie Deiner hier macht Dich noch interessanter, als Du sonst schon bist!

  2. Du beschreibst sehr gut was beim Bloggen passiert – wenigstens empfinde ich das ähnlich. Ich glaube, dass das früher in anderen Medien – in den humanistischen Briefen oder den romantischen Fragmenten – gar nicht so anders war. Wenn man von dem ausgeht, was du beschreibst, kann man vielleicht verstehen, was mit „Bildung“ gemeint ist, ohne die Offenheit für Erfahrungen, mit der du schreibst, gibt es sie nicht. Du brauchst dich also gar nicht so sehr vor einem akademischen Überich rechtfertigen …

    1. Mein „akademisches Überich“ 🙂 🙂
      … dieser Begriff hat den gleichen Effekt auf mich wie – ganz zufällig – die Person, die auf mich gerade größte und einschüchternste Autorität ausübt… in Unterhosen anzutreffen.

      Heinz, YOU MADE MY DAY! Danke 🙂 🙂 🙂

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