Mein Begriff von Bildung

Angeregt durch Jean-Pols Überlegungen, was denn Bildung sei, … und natürlich veranlasst durch sein „Piesaken“ auf Twitter… u.a. hier und hier… will ich an dieser Stelle kurz explizieren, was denn Bildung für mich ist.

Eigentlich hatte ich mir vorgenommen gleich nach dem EduCamp einen Text zu formulieren, was denn Bildungsraum für mich ist, um dann abzugleichen, ob diese Definition dann mit meiner Art der Internetnutzung irgendwie korrespondiert. Mein „akademisches Über-Ich“ hat mir dann jedoch die Anweisung gegeben, erst einmal (bereits entwickelte) Bildungskonzepte in der Literatur ausfindig zu machen, dasjenige dann auszuwählen, das mit dem meinigen am ehesten stimmig ist, dieses dann evtl. noch ein bisschen zu modifizieren…. um mich dann mit dem Teilbegriff „Raum“ auseinanderzusetzen.

Nun ja, diverse Prokrastiantionsfelder haben den (guten) Plan (bisher) vereitelt.

Lange Vorrede, kurzer Sinn: kurzentschlossen versuche ich jetzt einmal vorab (und unbelastet von weiteren Recherchen) meinen Begriff von Bildung zu formulieren.

Bildung ist (für mich) eine geistige Haltung.
Die Haltung, alles was ich wahrnehme/mit was ich konfrontiert bin oder mit dem ich mich konfrontiere zunächst einmal anzunehmen, mir Alternativen zu meiner (spontanen) Interpretation dieser auszudenken und mir auch Alternativen (durch einen Perspektivwechsel) von der Wahrnehmung selbst zu beschaffen.
Dazu brauche ich andere Menschen, die ich zum Dank an der einen oder anderen Alternativ-Interpretation teilhaben lasse.

Irgendwie bin ich noch (nicht ganz) zufrieden mit dieser Definition.

#work_in_progress

6 Antworten auf „Mein Begriff von Bildung“

  1. … dann, wenn eine Einigung zwischen den Beteiligten über a) Art des Wahrgenommenen und b) die Interpretation desselben erzielt wurde… entsteht ein kohärenter Wissensbaustein… nach meiner Vorstellung.

    Wissen also als Übereinkunft.

    1. Was du schreibst, erinnert mich an einen Satz des Philosophen Alain: „L’homme sincère est un homme qui retient le premier geste.“ – „Der aufrichtige Mensch ist ein Mensch, der die erste Geste zurückhält“ (http://classiques.uqac.ca/classiques/Alain/lettres_sergio_solmi_Kant/lettres_solmi_Kant.html). Und es passt gut zum „Möglichkeitssinn“, über den Musil schreibt. Es muss dann gar nicht zu einer Synthese kommen, sondern nur zu einem Dialog, zu Neuinterpretationen, an die man immer wieder anschließen kann.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.