Mein professionelles und mein privates ICH

Vor einigen Tagen bin ich auf einen recht interessanten Blogeintrag gestoßen, in dem der Betreiber des Weblogs fragt, ob auch wir – seine Leserinnen und Leser – ein Problem mit Social Media haben.

Das Problem um das es dort geht ist – in meinen Worten ausgedrückt dasjenige, dass er, der Fragende, – ja – eine Art zwei Persönlichkeitsausprägungen hat. Im Grunde ein professionelles und ein privates Ich. Deshalb nutze er eine Gruppe von Anwendungen für berufliche Zwecke, eine andere für private:

„Now, I could easily group them [social media applications; Anm. d. Verf.] into two groups. Blogs, Twitter and LinkedIn would go into professional-related group while Facebook, Picasa and Buzz to private-related group. Why line of demarcation goes like that? Because of people I’m connected with in each of applications.“

In einigen neueren Web 2.0 Anwendungen vermischten sich jedoch Personen beruflichen und privaten Umfeldes so stark, dass diese Vermischung ein Problem auslöse, nämlich dasjenige nach dem er fragt, ob wir das auch hätten. (Wieder in meinen Worten, am besten zur Sicherheit mal den Original-Text lesen).

Diese Trennung finde ich für mich so estaunlich wie unnatürlich (obwohl wahrscheinlich von sehr vielen Arbeitnehmern tagtäglich exzessiv praktiziert).

Nicht, dass ich nicht auch ganz unterschiedliche Facetten zu bieten hätte. Oder die genau Gleiche auf der Arbeit wäre wie daheim. So halte ich mich mit meinem „Humor“ auf der Arbeit in der Regel massiv zurück. Dafür bin ich daheim netter, auf der Arbeit gelegentlich „bissiger“ etc. Aber keine Freundin/ kein Freund von mir wäre wirklich überrascht über die Art und Weise, wie ich auf der Arbeit interagiere, kein Kollege/ keine Kollegin davon wie/ wer ich bin, falls dieser/ diese mich zufällig in privatem Umfeld antreffen sollte.

Aber vielleicht bin ich deshalb ja auch beruflich wenig erfolgreich. Aus mangelnder Trennung meines beruflichen und privaten ICHs.

4 Antworten auf „Mein professionelles und mein privates ICH“

  1. „Der wahre Wert eines Menschen ist in erster Linie dadurch bestimmt, in welchem Grad und in welchem Sinn er zur Befreiung vom Ich gelangt ist.
    Albert Einstein, Mein Weltbild“

  2. …dass dein berufliches und privates ICH noch nicht von einander separiert sind, lässt hoffen, ja aufatmen…ist authentisch…das andere nennt man wohl gemeinhin schizophrenie, oder?

  3. I always recommend that people use their accounts for both professional and personal. It’s hard to segment your followers in a social network into professional vs. professional groups. I think you have to be strategic to offer mostly a human voice, with a little „business“ or marketing.

    I actually came across you site in a search to find educators in Germany who may be attending the Didacta conference that I can connect with. Will you be attending?

  4. Heya! Unfortunately I won’t (at least in 2010). 17th – 19th at didacta… ‚d have been the days I most wanted to go.
    You have fun and lot of insights!
    m

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