Geht’s auch anders?

Heute Morgen wurde ich durch eine sehr kluge Frau darauf aufmerksam gemacht, dass es sich bei dem Song „Da kummt die Sunn“ (von STS) eigentlich ja um die Beatles in Kopie handele.

Nun mag selbst der geneigteste Leser/ die geneigteste Leserin einwenden, dass dies ja offen_sichtlich sei. Ja, dies ist zwar offensichtlich, mir aber erst, seitdem ich mit der Nase darauf gestoßen wurde. Wie kommt’s?

Es kommt daher, dass ich beides in meinem Hirn unter „gute Musik“ abgelegt hatte, jedoch in verschiedenen Unterkategorien.

Weil ich in einem System aufgewachsen bin, das kategorisiert. In unserem Dorf gab es zunächst einmal die Kategorie „gut“ und „böse/ schlecht“, wollte meinen „tut man/ tut man nicht“. Da unter beide Kategorien Menschliches, ja manchmal allzu Menschliches subsumiert wurde, tat man/ frau natürlich beides, nur alles aus zweiter (bösen) Kategorie wurde heimlich getan.
Das hat m.E. viel menschliches Leid verursacht (und tut es wahrscheinlich immer noch).

Nun empfand ich mich ja gar recht forschrittlich, mich aus meinem ursprünglichen Umfeld fortzubewegen… und meine Kategorien zu modifizieren. Manche Schubladen habe ich erweitert, andere umdefiniert. Ich habe jedoch heute Morgen erkannt, dass ich immer noch in Schubladen denke.

Deshalb war es mir nicht offen ersichtlich, dass hier STS und die Beatles das gleiche sind. Deshalb habe ich kein Apple MacBook (weil wie soll ich irgendetwas wiederfinden, wenn es nicht in „Folders“ (Schubladen) abgelegt wurde?). Deshalb ist für mich Da kummt die Sunn nicht dasselbe wie Here comes the sun… und deshalb arbeite ich im Zusammenhang mit meinem Blog mit Kategorien (und nicht mit Tags).

Ich suche eine Alternative.

Eine jenseits der Schublade.

Und das seit meiner Kindheit.

5 Antworten auf „Geht’s auch anders?“

  1. hia 🙂

    also ich glaube fest, dass niemand, der sich an geistiger gesundheit erfreut und seine kindheit hinter sich gelassen hat, ohne kategorien auskommt. darauf beruht unser denken, es sind die unterscheidungen, mit und in denen wir denken. –
    in jedem moment bewerten wir, sonst wären wir vollkommen ohne orientierung. –
    dein beispiel der beiden songs finde ich spannend. ich kenne ähnliche erlebnisse und beobachte sie jeweils. z.b. das phänomen, dass ich einige mühe habe in einer fremden stadt mit dem auto einen hin-und rückweg schnell genug zu merken. man sollte doch meinen, dass mein hirn wissen müsste, dass es ein und die selbe strasse ist. ich weiss es doch auch ;:-))….

    1. Liebe Naomi,
      ich glaube, an dem, was Du schreibst, ist was dran. Ich war nämlich gestern im Apple-Store (um mir das MacBook anzuschauen (welches mir im Übrigen außerordentlich gut gefallen hat)) und habe dort festgestellt…. dass es doch Ordner/ Files gibt. Man braucht sie nur nicht.
      Vielleicht sollte ich das für mich für meine Sicht auf das Leben übernehmen:

      Orientiert schon, eingekastelt aber dann doch nicht.

      Aber das schreibt sich so leicht… und lebt sich – zuminest manchmal – gar nicht so leicht.

      Wir sprechen uns 😉 … bis bald

      m

      1. Hii mons7

        #orientiert schon, aber nicht eingekastelt

        orientierungen können erstarren oder flexibel fliessen. ob das eine oder andere hängt einerseits von den umständen des erwerbs ab (meinungsterror, angst, druck, unterdrückung etc.) und andererseits vom aktuellen stress, bei dem jeder auf alte muster zurückgreift. –
        es ist ein permanentes pendeln zwischen älteren und aktuelleren mustern. mehr oder weniger stark. hilfreich ist 1. das zu wissen 2. wohlwollend zu beobachten, ohne sich allzu stark mit dem einen oder anderen zu identifizieren, wie ein forscher :-)) 3. die konstellationen zu erkennen, die das fliessen begünstigen und es dann zu stärken.

        und das machst du ja schon lange !! ich mag dich 🙂

        (Apple: wenn du kaufen willst, sag, dass du SL benutzen willst wegen der Leistung)

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