… und ich zeig Dir, wer Du bist….

Spontan erinnert mich diese Diskussion an meine Kindheit in einem unterfränkischen Dorf. Die Überlegungen/ Ängste/ Gedanken, die darin hin- und hergewiegt werden entsprechen m.E. erstaunlicherweise – wenn auch anders codiert und in Bezug auf ein anderes Umfeld – ziemlich genau den damals auf dem jährlichen Starkbierfest (und um dieses herum) gelebten.

1. Willst Du meine Freundin sein?

Hoch angesehen war, wer am „Bürgermeistertisch“ mittrinken durfte (denn der wurde vom Bürgermeister in sein Netzwerk eingelassen/ eingeladen). Die Gesprächsfetzen, die als Kind unter dem Tisch zwischendurch an mein Ohr drangen waren polemisch, die Gespräche an sich kamen mir wenig von freudigem und offenem Austausch geprägt vor (obwohl ich mich irren kann, da ich mich recht schnell immer wieder meinen eigenen Gedanken zuwandte). Aber macht ja nix, der Status macht’s … und wird’s wahrscheinlich auch (so die Hoffnung) in Zukunft bringen.

2. In die Gesellschaft eingeführt zu werden oder Teil der Gesellschaft sein?
Es genügte mitnichten, einfach nur eine Einwohnerin zu sein. Nein. Man musste in die Gesellschaft eingeführt werden. In die diversen Vereine migenommen (um die Macher kennen zu lernen, um mitzuspielen). Und man lernte sich natürlich in die Themen ein, die die Macher vorgaben. Man spielte die Spiele (z.B. im Sportverein), die die Macher vorgaben. Man sang die Lieder (z.B. im Gesangsverein – auch ein beduetendes Netzwerk), die die Macher (nein, Macherinnen gab es damals noch nicht) sangen.

3. Arbeiten oder Spielen?

Das war natürlich harte Arbeit. Arbeit der Kategoriesierung. Auswahlarbeit. Mit Spielen (LernSPIELwiese) hatte das Ganze wenig (bis nichts) zu tun. Sich mit jenen am Wegesrand, der die Regeln nicht kannten oder virtuos anwandten abzugeben, war bestenfalls Zeitverschwendung. Schlimmstenfalls ein Grund, aus der erlauchten inneren Gruppe zu fliegen. Oder als (potentiell gefährlicher) Sonderling drinbleiben zu dürfen, weil man mit einem der „Influencer“ familiär verbandelt war.


4. Kennst du (meine) Regeln?

Die Regeln waren (natürlich) von den Machern gemacht.

Das hat mir schon damals nicht behagt.

Deshalb:
1. Ich bin nicht an meinem Netzwerk „messbar“, da dieses fließt, ich spielen möchte und (zumindest ein bisschen mehr) „open minded“ werden.
2. Ich lade Dich ein in mein ein Netzwerk, vielleicht lernen wir ja Seiten aneinander kennen, die zuvor unvorstellbar waren.
3. Ich akzeptiere Deine (anderen) Regeln, denn das Internet ist halt auch nur

ein Dorf.

4 Antworten auf „… und ich zeig Dir, wer Du bist….“

  1. Hi Mons!
    Vielen Dank, das Du das Video eingestellt hast. Das passt super in meinen WEB2.0 Kurs….
    Und die Parallelen zur 1.0-Welt finde ich sehr schön gezogen!

    Ich werde Dich mit größter Anerkennung „teilen“ 😉

    Liebe Grüße,
    Tob

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