Freunde im Social Web – (m)eine persönliche Strategie

… und da wir schon mal bei persönlich sind… kann ich ja auch gleich mit meiner persönlichen Strategie des Umgangs mit Kontaktanfragen auf Plattformen (SNSs genannt… wie kürzlich lernen durfte (s. hier)) (und womit XING, facebook, mixxt, WKW, myspace, StudiVZ usw. gemeint sind) offenlegen. [Hosen runter ;)]

Willst Du mein Freund sein?
Früher war (zumindest begrifflich) alles einfacher. Da gabe es die Freundin, die Verlobte und die Ehefrau (mit der ersten hatte man (offiziell) keinen Sex, mit der zweiten alsbald und mit der dritten nicht mehr). Dann kamen die Siebziger, die Kategorien erweichten sich, die Begriffe verschwammen.
Dies mag der Grund sein, warum einen der Begriff „Freund“ in Zusammenhang mit facebook einerseits an Kindertage erinnert („Willst Du mein Freund/ meine Freundin sein?“) … andererseits aber auch als eher persönliches, denn als geschäftliches Band/ als Verbindung wahrgenommen wird.
Der Begriff „Kontakt“ in Zusammenhang mit XING hört sich da schon „geschäftlicher“, dafür aber wieder weniger privat an.

Ja was denn nun?

Ich plädiere für einen (noch zu findenden) Begriff, der sich in Bezug auf die Wertung der Beziehung neutral verhält. Denn zu einem sog. Freund auf facebook kann ich eine recht lose bis gar keine Beziehung pflegen, es kann sich jedoch auch um meinen Geliebten oder Ehemann handeln. Das sieht man dem Begriff „Freund“ in diesem Falle mitnichten an. Ich plädiere also für die Trennung von Begriff/ Kategorie und Beziehung.

Wozu soll das gut sein?

Es macht mich offen. Offen, Menschen in mein Netzwerk aufzunehmen, die ich (noch) nicht so gut kenne, dass ich diese meiner Mutter vorstelle oder zur nächsten Garten-Grillparty einlade. Ich sortiere also nicht vor, sondern hinterher. Jeder bekommt seine Chance. Überraschungen inklusive.

Woher kommt’s?

Die Strategie, Interessenten einen Vertrauensvorschuss entgegen zu bringen bzw. mit offener Einstellung zu begegnen ist wahrscheinlich (wie soll es auch anders sein) Folge meiner eigenen (kleinen) Geschichte, die des Öfteren von Ausgrenzung geprägt war. Auf der anderen Seite bin ich ja auch keine Berühmtheit/ habe nichts an (materiellen) Werten zu verteilen/ keinerlei Macht, Menschen zu protegieren.

Noch nicht. Und wenn es denn einmal soweit kommen sollte, so denke ich eben nochmals über (m)eine (kleine) persönliche Strategie nach.

Hier im Blog.

8 Antworten auf „Freunde im Social Web – (m)eine persönliche Strategie“

  1. Die Idee finde ich prima! Vielleicht sollte so eine Anfrage dann lauten: „Wollen wir uns kennen lernen?“ oder so. Oder man bastelt sich halt ein neues Wort wie twittern, flattr’n, …

    1. … oder vielleicht einen … „Ich finde Dich interessant, weil…“ Button, bei dem man den Rest ergänzen muss.

      Bei Dir würde dann die Ergänzung lauten:

      … weil Du gerade dabei bist, das akademische (Um-)Feld zu revolutionieren.

      🙂

      #revolution #academia

      1. Ich bin zwar engagiert und nicht ganz auf den Kopf gefallen, aber ich glaube, du setzt da etwas zu hohe Erwartungen in mich. Zum einen habe ich bisher nicht viel mehr gemacht als vielleicht lauter zu schreien als andere, zum anderen schafft man eine „Revolution“ nicht allein.

        „But I can’t do this all on my own. No, I know, I’m no Superman.“ (Lazlo Bane, Scrubs)

        Ich finde dich übrigens interessant, …
        …weil du irgendwie erfrischend anders bist.

  2. Ja, ein Urvertrauen ist schon was feines. Ich fühl mich ja fast angesprochen und mache es genau so. Bei mir gibts noch einen Unterschied zwischen Twitter und Facebook, Facebook ist ein Stückchen persönlicher (aber nicht viel ;-). Bei Twitter mach ichs so, schau mir bei einer neuen Person die letzten Tweets an und wenn ichs nett/interessant finde adde ich. Wenns mich dann in den nächsten Tagen zu sehr nervt unfollow ich einfach wieder (z.B. twitter-fluchen find ich nicht so toll, oder wenn ich die Twitterwebseite aufmache, und die (fast) die ganze erste Seite ist mit einer Person voll, und die Tweets sind nicht super-interessant.

    1. Hi axkibe,

      mit der Tweet-Schwemme von einer Person/ einem einzelnen Acount, das sehe ich genauso… obwohl ich selbst manchmal ähnlich handle, z.B. zuletzt bei meiner Haar-Spam-Aktion 🙂 … Danke, dass Du mich nicht „entfolgt“ hast … oder hast Du? 😉 #hair_spam_aktion

      Ein schönes WE

      mons7

      1. Nein, folge noch immer 😉 Ich machs auch nicht wenns einmal hier und da mal passiert, „Ausrutscher“, sondern eher wenns öfter passiert, oder das eine Person war, wo ich schon länger so an der Kippe war, nur lieber eher doch nicht rausschließe, kann so ein Blick dann schon mal die Wende bedeuten. Wenn die Seite voll ist, und die Tweets schon interessant ists ja auch okay.

  3. Hallo,
    ich finde, die Renaissance der Kinder- und Teeniefrage „willst Du mein Freund sein“ ist eigentlich das beste, das Facebook zu bieten hat. Bitte nicht abschaffen! Natürlich will ich nicht Freund von Hinz und Kunz sein und entsprechend dürr ist auch mein Freundekonto auf Facebook und anderen Social Network Services (hießen doch so, oder?). Aber alle paar Wochen mal einen Freund hinzufügen oder ablehenen: ist doch großartig.
    Lg,
    Katja

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