Und Twitter bildet doch!

Vorurteile gegenüber Twitter und dessen Gebrauch gibt es ja mehr als genug. Eines der oft verwendeten lautet in seiner harmlosen Form twittern ist blöd (natürlich gebraucht von der nicht twitternden Front), böser formuliert Twitterer sind blöd oder noch böser twittern macht blöd. Wie auch immer formuliert, die Betonung liegt auf blöd.

Meine Gegenthese: Und Twitter bildet doch.

Das fängt schon an mit so (von der Autorin) immer gern gemiedenen Themen wie Fußball. Nein. Nicht dass ich Fußball in einen wie auch immer gearteten Bildungskanon aufgenommen wissen wollte. Es ist nur so, dass ich über Twitter einen Einblick in einen so ganz abseits meines Fokus liegenden Bereich erhalten habe, … was doch letztendlich bedeutet, dass ich meinen Horinzont erweitert habe, einen Blick über meinen Tellerrand gewagt.

Im Zusammenhang damit konnte ich auch meine Kenntnis von zeitgenössischen Musikinstrumenten auf den neuesten Stand bringen. Oder wer kannte vor einigen Monaten schon den lieblichen Ton einer Vuvuzela? Wie, dabei soll es sich nicht um hochstehende Musikkultur handeln? Wer daran irgendeinen Zweifel hegt, der informiere sich hier.

Ein ganz anderes, aber beim Bildungsbürgertum ein schon leicht höher eingeschätzer Bereich ist die Kenntnis des politischen Tagesgeschehens. Überblätterte man – solange man auf die Printmedien angewiesen war – gerne die erste(n) Seiten, die sich insbesondere mit diesem befassten und startete unauffällig mit dem wesentlich beliebteren und interessanten Feuilleton-Teil, so macht dagegen Politik auf Twitter schon um ein Vielfaches mehr an Spass. Da bekommt man es als ziemlich erster mit, wenn Koch, Köhler und Co. zurücktreten. Es wird auf Blogartikel verlinkt, die zwar nicht immer objektiv sein mögen, aber gerade das macht ja gerade den Reiz aus. Das Stellung beziehen.

Und selbst die guten alten Printmedien bringt uns Twitter (wieder/ neu?) näher. Mir z.B. – erstaunlicherweise – die FAZ. Erstaunlicherweise, weil ich früher doch eher die typische dieZeit/ FR-Leserin war.
Wobei… sie (die FAZ) es sich ja gleich schon wieder mal hiermit (fast) „verschissen“ hat. Zur Hintergrundgeschichte von @mspro selbst hier, falls jemand @mspro unterstützen möchte, die Facebook-Gruppe da.

Zu guter letzt… gibt es aber ja noch die Kunst (als Teil von „anständiger“ Bildung)… und auch hier kann Twitter ganz schön nützlich sein. Über einen kleinen Tweet wurde mir die kilometerlange Schlange vor der Boticelli-Ausstellung erspart. Will heissen: ohne Twitter hätte eine @mons7 den Kultur- und Bildungsgenuss Boticelli mit Sicherheit verpasst.

Und jetzt soll einer ersthaft nochmals behaupten, Twitter bilde nicht.

6 Antworten auf „Und Twitter bildet doch!“

  1. Du schreibst mir aus der Seele:-) Nicht zu vergessen ist, dass wir nur 140 Zeichen zur Verfügung haben um ein Thema+Meinung der Allgemeinheit näher zu bringen. Das ist eine echte Herausforderung!

    Twitter hat meinen Horizont noch mehr erweitert und ich danke jedem Twitterer dafür – also den Menschen die hinter dem Profil sich verbergen.

    Doreen aus Berlin

    1. Das erinnert mich an einen klugen Satz, den ich vor kurzem gehört habe: Twitterer können (zumindest meistens) schreiben.

      … und hier auch mal ein „Danke“ an die Doreen 🙂

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