SpOn und die Net-Generation

Im Spiegel steht’s drin, die sog. Digital Natives, ja eine ganze Net-Generation haben’s auch nicht drauf. Sie nutzten das Internet (das sie nicht mehr so bezeichnen und von dessen Herkunft sie nichts wissen) selbstverständlich aber wohl auch ohne Verstand.
So bewiesen empirische Daten.

Von mir geschätzte Kommentatoren haben sich damit mittlerweile schon auseinandergesetzt.

Da ist auf Carta zu lesen, der Autor würde von der Jugend von heute zuviel erwarten, nämlich nichts weniger als die Revolution, und dies jetzt schon. Diese werde aber ohnehin schon kommen – so Carta-Matthias, und zwar dann, wenn sich die Interessen der heutigen Youngsters aufgrund älter werdens ändern, zur Durchsetzung derer dann aber die in der Jugend erworbenen Nutzungsweisen und das geknüpfte Netz zur Verfügung stünden. Herumgehackt werden dürfe/ solle dehalb schon eher auf der Elterngeneration, warum, das lese jeder (am besten gleich) selber dort nach.
Carta-Matthias zitiert in dieser Sache Martin Lindner.

Martin Lindners Auffassung zur Thematik findes sich hier . Er folgert aus den im Spiegel vorgestellten empirischen Daten: „Der gegenwärtige Stand des Bildungssystems und der Netzgesellschaft in Deutschland ist ein Desaster.“ Es folgen weitere provokative Anmerkungen und anregende Gedanken, also auch dort gleich mal vorbeischauen… aber dann wieder zurück, denn… es geht hier noch weiter.

Von Robert Basic, der sich wiederum direkt auf Martin Lindner bezieht, erfahren wir, dass er langfristig aufgrund
(1) einer unfähigen politischer Kaste,
(2) einer dem Gesamtsystem über Negativ-Web-Publicity produzierende Artikelfolgen schadenden Presse und
(3) online-skeptischer Finanzmärkte
die Forderung nach einer Digitalisierung des Bildungssystems für schlicht nicht durchsetzbar hält. (Alles sehr verkürzt und hoffentlich nicht verfälschend ausgedrückt).

Und auch Herr Larbig bezieht sich auf Martin Lindner; dessen Anmerkungen haben wohl einen tiefen Eindruck hinterlassen/ berühren den Leser/ die Leserin ob deren intensität stark.
Herrn Larbig allerdings an dieser Stelle zusammenzufassen ist ein außerordentlich schwieriges Unterfangen. Ich verzichte deshalb auf den Versuch und verweise erneut auf den Originaltext.

Und auch Karsten Wolf wollte uns seine Sicht der Dinge nicht vorenthalten.

Eigentlich ist alles gesagt und alles dazu gesagt. Es seien trotzdem noch einige kleine Anmerkungen/ Fragen hinterhergeschoben, … weil ich solche doch so gerne blogge 😉 .

Die meinigen also sind:

1. [die einzige und wahre Nutzung] Ich selbst empfinde zu twittern (noch mehr als zu bloggen) als äußerst erfrischende, kommunikative, lehrreiche und befriedigende Tätigkeit. Dies jedoch als die „richtige“ Nutzung des Webs zu setzen, damit habe ich in der Tat Probleme. Nutzt nicht jeder/ jede das Internet ohnehin so, wie es den eigenen Bedürfnissen entspricht? Wer bin ich, dass ich eine Nutzungsnorm setzen dürfe um diese dann anderen zu lehren? Was mich zur Frage bringt: Was ist eine „gute“ Art, das Internet zu nutzen und wer legt diese fest und expliziert sie?

2. [vorleben vs. lehren] Nehmen wir nun einmal an, die Art und Weise in der ich das Netz nutze wird von mir als gut empfunden. Sollte ich dann nicht lieber diese Art und Weise vorleben, in einer Art von „Communitiy of Practice“ aktiv werden, eher als meine Nutzung zu lehren und damit (be-)lehrend zu wirken?

3. [Faktor Zeit] 1989 (während meiner Erstausbildung) kann ich mich erinnern den Satz gesagt zu haben, dass ich es doch vorziehe an einem Arbeitsplatz tätig zu sein, an dem ich von einem Computer verschont bliebe. Mittlerweile lehne ich es ab für Arbeitgeber tätig zu sein, die mir keinen freien Zugang zum Internet gewähren. Ich habe zu diesem Sinneswandel einige Zeit gebraucht. Sollten wir der „Jugend von heute“ vielleicht nicht auch noch ein wenig Zeit geben, bevor wir beginnen, sie belehren zu wollen?

Apropos Zeit und belehren… es wird Zeit, dass ich noch ein paar Studierenden-Beiträge kommentiere, …

… aber keine Sorge, ich komme wieder, denn die Beiträge zum #blumenkübel und dem Tod von Wave harren noch ihrer Erstellung … an dieser Stelle.

Gute Nacht.

2 Antworten auf „SpOn und die Net-Generation“

  1. Danke, dass du so schön zusammengefasst hast 🙂 Und die Fragen/Gedankenanstöße gefallen mir auch, was ich einfach mal so stehen lasse, ohne eine Antwort anzubieten.

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