Eine Erwiderung auf und Frage an Thilo Specht

[Dieser Blog-Post stellt eine Erwiderung und Frage an Thilo Specht auf einen (der vielen) seiner inspirierenden Blog-Posts dar. Zum Verständnis diesen bitte vorab lesen. Als schlichter Kommentar wäre folgender Text zumindest für meinen Geschmack zu lang geworden]

Lieber Thilo,

als Social Media User gebe ich Dir uneingeschränkt recht.

Als (pot.) Social Media Manager hätte ich (und werde eventuell) jetzt aber auch auf „Pay with a Tweet“ (im Folgenden mit P/wT abgekürzt) und RT-Gewinnspiele zurückgegriffen (zurückgreifen).

[Nehmen wir einmal an, der User in mir obsiegt und ich befinde mich gerade in der Rolle des Social Media Managers.]

Hier gefällt mir die Analogie zum Flirten. Nur, wie flirtet man eigentlich?

[Anekdote am Rande] Als Jugendliche – zu einem Zeitpunkt zu dem ich Männchen und Weibchen noch nicht auseinanderhalten konnte – kaufte ich mir ein populärwissenschaftliches Biologie-Buch zum Thema „menschliches Balzverhalten“, um zu erlernen, wie das denn gehe, das Flirten.

Ohne Erfolg.

[„Learning“ 1] Man muss es wohl schon tun, um zu verstehen, was man da liest.

Nehmen wir P/wT.
Analog: Du lädtst mich zum Essen ein wenn ich mindestens 7 meiner Freundinnen vom bevorstehenden Event erzähle. Macht Dich dies attraktiver?
[„Lerning“ 2] Was meine beste Freundin begehrt, ist auch für mich ein Objekt der Begierde. Eine fragt hinterher vielleicht auch mal nach: „Du, den Thilo, den kenn‘ ich von Twitter. Da macht er ja einen ganz guten Eindruck, aber in echt sind die manchmal zu real, echt. Also, wie ist er denn jetzt so in echt?“

Nehmen wir das RT-Gewinnspiel.
Analog: Alle meine Freundinnen (also die davon, die selbst mitmachen wollen) sollen wiederum deren Freundinnen erzählen, dass der Thilo Specht ein Hecht sei. Aus allen Sprecherinnen lost Du dann eine aus, mit der Du tatsächlich einen schönen Abend inklusive Candle Light Dinner verbringst.

[„Learning“ 3] Falls ihr beide danach voneinander genug habt, weisst Du zumindest, wer (erfolgversprechend) für’s nächste Dinner in Frage kommt. Vielleicht zahlt ja dann sogar die Dame.

Und jetzt schlussendlich meine Frage.

Wenn ich das als Social Media Manager, da ich ja im Grunde meines Herzens ein Social Media User bin, für schlechten Stil halte,

WIE FUNKTIONIERT PROFESSIONELLES SOCIAL MEDIA FLIRTEN DANN?

Und sag jetzt nicht, ich solle im neuen Buch vom Klaus Eck nachlesen. Ich hab nämlich noch nicht mit meinem Tweet bezahlt.

5 Antworten auf „Eine Erwiderung auf und Frage an Thilo Specht“

  1. Hallo Monika,

    wenn Du in einem Buch nachschlagen möchtest, empfehle ich Dir – ganz basic – das Cluetrain-Manifest. Das habe ich gelesen und kann es sehr empfehlen. ;-)) Außerdem steht da auch drin, wie das mit dem Flirten geht. Im übertragenen Sinn.

    So, und jetzt muss ich Dich enttäuschen: Die Metapher des Flirtens stammt im Original nämlich vom geschätzten Olaf Kohlbrück, den ich zitiert habe, siehe hier: http://off-the-record.de/2010/08/11/das-missverstaendnis-social-media/

    Die Umschreibung deckt IMHO nicht alle Aspekte der Social Media ab – Collaboration ist z.B. außen vor.

    Aber der Beruf des Social Media Managers ist genauso erklärungsbedürftig: Was macht so einer eigentlich? In etwa das gleiche wie der Call Center Agent, nur im Web? Ich glaube nicht, dass dieses Berufsbild bestand haben wird.

    Social Media als Kulturtechniken werden in den unterschiedlichsten Aufgabenbereichen und Organisationsprozessen ihren Platz finden. Von der Kommunikation, über HR und Support bis hin zur Produktentwicklung.

    Da ist das Verständnis von Social Media nur das mindeste. Es gibt heute auch keine Word- oder Excel-Manager. Der kenntnisreiche Umgang mit diesen Tools wird schlicht vorausgesetzt.

    Viel wichtiger ist es daher, sich das Wissen über die Erfüllung der eigentlichen Aufgaben anzueignen. Dann wird man später PR- oder Produktmanager und macht auch Social Media (die nächsten Jahre wird Talent in diesem Bereich sicher noch sehr gefragt sein).

    Doch zurück zum Flirten: In der Kommunikation ist das durchaus ein passender Vergleich.

    Der Flirt, das ist die Herstellung von Gemeinsamkeit, einer (oberflächlichen) Gemeinschaft. Sympathiebekundung, Schmeichelei, die Hoffnung auf mehr. Ein gutes Gefühl.

    Flirten bedarf der Empathie: Erfühlen, was der andere möchte, was ihn interessiert und darüber Gemeinsamkeiten herstellen.

    Letztendlich verspreche ich mir das auch von mündigen Unternehmen: Kommunikation auf einer Wellenlänge und gleicher Augenhöhe, und – vor allem – die Hoffnung auf mehr: Produkte, Service, Support, bessere Konditionen. Ein gutes Gefühl.

      1. Darf ich den auch behalten?
        Ich fand diesen Kommentar bezeichnend für Social Media Kompetenz.
        1. Du postest nicht nur wild, sondern „kümmerst“ Dich um Deine Kommentare.
        2. Bei Verdacht, Kommentar ist in Spam-Filter gelandet, fährst Du einen piep-Test.
        3. Du informierst Betreiberin…

        … die sich leider gerade gar nicht gut um ihren Blog kümmert, weil auf Retweet … äh… Retreat 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.