[Privates] Verliebt: in Berlin!

Da hat es mich doch ganz zufällig in eine weitere/ andere Großstadt verschlagen, und zwar nach Berlin. Und wie es mit den Zufällen so ist sind es gerade jene, die einem die eindruckvollsten Erfahrungen bescheren.
Und mir gerade: die ultimative Berlinerfahrung.

Berlin ist für mich …. ein Kaugummiautomat aus meiner Kindheit

Er war so anziehend. Er war so attraktiv. Wir Kinder bildeten Trauben um ihn herum, denn … er enthielt den Schatz. Er war wie ein durchsichtiger Tresor, der den Blick auf gehütete Köstlichkeinten und Spiele offen legte, sich eines unmittelbaren Zugriffs aber erfolgreich erwehrte. Hatte ein Kind nun aufgrund sporadisch wiederkehrender Ereignisse wie Geburtstag, Besuch der Großtante oder spendable Phase der Oma ein Zehnerl ergattert, war es auch für uns anderen, nicht mitbedachten, ein Fest. Die (teilweise) Hebung des Schatzes konnte in Angriff genommen werden. Das Hineinwerfen des Zehnerls wurde zelebriert, die Spannung knisternd, denn man konnte nie im vorhinein wissen, welchen Teil des Schatzes der Automat freigab. Auf die Auswahl des Automaten wurden sogar Wetten abgeschlossen.

Und genau so kommt mir Berlin vor. Ich habe ein Zehnerl in der Tasche, und bin aufgeregt, welchen Teil des Schatzes mir die Stadt dafür schenkt.

Berlin ist für mich wie … das Bild im Bauch


Aber nicht nur ich verleibe mir einen (kleinen) Teil von Berlin ein, Berlin verleibt sich mich ein – im Ganzen und mit Haut und Haar. Und: Da steckt noch mehr drin.


Berlin ist für mich …. Lachen


Mag sein, dass es mir ansonsten in meiner hektischen Welt nicht so ins Auge fällt, aber ich habe schon lange nicht mehr so viele Menschen auf einem Fleck lachen sehen/ lachen gehört. Es scheint, als lachten die Menschen nicht einfach aus dem Grund, weil Lachen eben schön macht, sondern weil sie Witz haben, eine ganz eigene Art des Humor. Zugegeben, ich mag den nicht immer (zumindest nicht immer gleich) verstehen. Was ich aber verstehe ist, dass es sich dabei um Humor handelt.

Berlin ist für mich … Menschen


Berlin ist für mich die Menschen, die ich dort sehe. Steige ich morgens daheim in Frankfurt an der Taunusanlage aus der S-Bahn aus, sehe ich eine „genormte“ Masse. Diese besteht aus grau beanzugten Menschen mit schwarzen ledernen Aktentaschen, zu 90% männlichen Geschlechts. In Berlin sehe ich lauter Individuen. Mein Hirn kann so schnell gar keine Gruppierung konstruieren, wie sich die Eigenarten der jeweils nächsten auf mich zulaufenden Menschen ändern. Und sie sind alle in Ordnung. Der Begriff Diversivität bekommt für mich Gesichter.
Erstaunlicherweise fühle ich mich durch diese Diversivität gerade eingeschlossen. Ich darf sein, wie ich bin, da hier ohnehin jeder ist, wie er ist. Bei dem Gedanken zeichnet sich ein Lachen auf meinem Gesicht ab.

Eine Antwort auf „[Privates] Verliebt: in Berlin!“

  1. Yuhuu!!! Super, daß Du es so schön findest! Noch ganz viel Spaß und genieße jede Sekunde! Die Rückfahrt kommt schneller als Du denkst!
    Liebe Grüße von Mia

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