Über die virtuelle Art, „Herzlichen Glückwunsch“ zu sagen

Dieses Jahr war mein Geburtstag irgendwie anders als letztes.

[Zum Hintergrund] Ich hatte mich zwischenzeitlich (wieder) bei XING angemeldet, auf Facebook – trotz immer wieder aufwallender Debatten und Gedanken zum Datenschutz – mein (richtiges) Geburtstagsdatum hinterlegt… und war in den letzten Monaten vermehrt auf BarCamps und auf Twitter unterwegs.

[Zur Folge] Die Folge: Letzten Geburtstag blieb dieser online so gut wie unbemerkt (da Datum von mir „unhinterlegt“), diesen wurde mir wild durcheinander auf virtuelle Art und Weise gratuliert.

[virtuell gratulieren] Zunächst einmal: jeder einzelne Gruß von euch hat mich überaus gefreut, in der Gesamtheit waren die Glückwünsche überwältigend. Wieder einzeln angeschaut, ist mir Folgendes ins Auge gefallen.
Die Plattform, der spezifische Kanal auf dieser in Verbindung mit der Wortwahl stellen einen ungeahnt vielfältigen „Werkzeugkasten“ dar, Herzlichen Glückwunsch zu sagen.

Plattform
Zunächst einmal die Plattform. Krieg ich die Wünsche über XING? Twitter? Facebook? … vielleicht auch via E-Mail oder nutzt da jemand das Telefon?? Oder fährt da jemand gleich zwei- oder sogar mehrgleisig?

spezifischer Kanal
Wobei das ja alles noch recht unspezifisch ist… via Twitter kann ich ja eine DM schicken, eine @reply, einfach einen Tweet mit @ drin absetzen … und auch mit dem Telefon kann man/ frau ja sowohl telefonieren als auch smsen …

Wortwahl
… ein dritter (nicht zu unterschätzender) Faktor ist die Wortwahl/ sprich Formulierung des Glückwunsches. Verwendet der Sender/ die Senderin das Sie? (Dieses Jahr haben mir erstmals (sic!) Menschen gratuliert, die mich Siezen (das muss an XING liegen 😉 )… ist der Glückwunsch in tradioneller Art und Weise formuliert (und damit in jegliche Richtung interpretierbar)… oder befinden sich darin Anspielungen auf gemeinsame Erfahrungen aus der Vergangenheit, die u.U. nur von mir als Empfängerin interpretierbar sind? …

[Unschärfe Dekodierung der Glückwünsche/ These] … und ja, ich geb’s zu… dieses alte Sender-Empfänger-Modell sagt ja, dass da eben immer zwei beteiligt sind… aber trotzdem glaube ich, dass die Übersendung virtueller Geburtstagsgrüße – auch wenn nur von der einen Seite, nämlich mir, interpretiert – etwas aussagen über

-> die Beziehung zueinander
-> über das Potential der Beziehung zueinander und
-> über die Vorstellung der Richtung, in die sich diese Beziehung entwickeln soll.

Beispiele
1. Der Glückwunsch meines AGs war ganz unvirtuell (gleichsam eine Stellungnahme zur Thematik), nett formuliert, übersetzbar mit „bleib wie und WO Du bist“ 😉
2. Einen ganz besonders herzlichen Glückwunsch habe ich über DM bekommen.
3. Von einer von mir sehr geschätzten Person habe ich zweigleisige Wünsche erhalten, einen persönlichen und einen in „business“, auch diese Gratulierweise so passend wie unsere Beziehung zueinander.

Wenn ihr mir’s nicht glauben solltet, wartet einfach auf euren nächsten Geburtstag und habt mal ein Auge drauf 😉

Eure @mons7, die jetzt weiter den Sonntag genießen geht.

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