Die Philosophische Freitagsrunde geht in Runde zwei!

Bildquelle. Auf manche regelmäßig wiederkehrenden Ereignisse freue ich mich einfach. Und das ganz besonders. Und das immer wieder. So die Philosophische Freitagsrunde.

Und die Freitagsphilosophen sind:
Jean-Pol Martin, der Oberphilosoph,
Andreas Rütten-Klein,
Zuzanna Stern,
Heinz Wittenbrink,
Jutta Dierberg und
meine Wenigkeit.
Ach ja. Und Soenke Graf, so er freitags mal wieder kann 😉
Und bald: Dörte Giebel, was eine wahre Bereicherung sein wird.

Gesprächsleitend war bisher ein von Jean-Pol entwickeltes Programm, so stukturiert, dass die Geschichte der Philosophie insofern sprachlich durchlaufen wird, als bedeutende Philosophen in chronologischer Reihenfolge bearbeitet werden, und dabei nach und nach von allen abwechselnd als Person sowie der Inhalt deren Lehren vorgestellt werden. So war ich z.B. während der letzten Zusammenkunft (wir treffen uns immer online zwischen Tea-Time und Abendmahl im Philosophen-sky(pe) 😉 ) für meinen geliebten Bertrand Russel zuständig.

Die Freitagsrunde diskutiert nun, ob sie in die zweite Runde gehen will, und wenn ja, in welchem Format. Aus diesem Grunde habe auch ich – meines Zeichens Erziehungswissenschaftlerin – einen Vorschlag erarbeitet, den ich hiermit zur Diskussion stelle.

10 Sessions.
Im Mittelpunkt steht immer eine konkrete Fragestellung, die anhand der uns nun bekannten philosophischen Theorien beleuchtet und diskutiert werden soll. Die 10 Fragestellungen im Folgenden.
Nachtrag heute. Via Twitter ist noch ein besserer Vorschlag – wie ich ohne Neid anerkennen muss – aufgekommen. Nämlich den Sessions statt konkrete Fragestellungen konkrete Begriffe zuzuordnen. Beginnend mit dem Begriff des Sinns.

Session 1: Sinn.
Session 2: Liebe.
Session 3: Erfolg.
Session 4: Freundschaft.
Session 5: Arbeit.
Session 6: Egoismus vs. Altruismus.
Session 7: Eigentum und Besitz.
Session 8: Gut und böse.
Session 9: Loyalität.
Session 10: Freude und Glück.

Gegenvorschläge, Kommentare und hemmungslose Zustimmung willkommen 😉

mons7 – heute in ihrer Rolle als Philosophenmons.

35 Antworten auf „Die Philosophische Freitagsrunde geht in Runde zwei!“

  1. Die Idee der x Sessions halte ich für sehr schön und freue mich schon jetzt darauf.

    Die Auswahl der Begriffe ist völlig in Ordnung … jeder davon verdient eine Session und was fehlen könnte findet sich dann schon von selbst.

    @redaktion42: wozu Gott? Wem das ein Anliegen ist, der/die bringt es eh bei jedem Thema unter 🙂 Ich würde das eher unter einem (oder allen) der Begriffe: Glaube, Hoffnung, Gewissheit, Heilslehre behandeln … aber letztlich kann ich auch mit dem Konstrukt Gott als Thema bestens leben 🙂

  2. hia liebe Moni
    wie du vielleicht weisst gibt es ja im paralleluniversum noch eine philogruppe, die Jeanpol ins leben gerufen hat. auch in dieser haben wir historisch strukturiert begonnen, was mit Jean Pols damaliger situation als leader zu tun hatte. mittlerweile sind wir dort zu einer anderen arbeitsweise über gegangen: 1. leitet Jean Pol sie auf eigenen wunsch hin nicht mehr 2. haben wir nur noch alle 4 wochen einen termin, der straffer durch gezogen wird und gründlicher vorbereitet. dazwischen liegen jeweils drei wochen mit je einem treff für mehr informelle prozessorientiertere gespräche, die einerseits natürlich von den input sessions inspiriert sind, andererseits aber auch raum geben für spontane richtungswechsel, von denen wir lebhaften gebrauch machen. ausserdem haben wir uns von einer streng historischen abfolge gelöst und segeln immer mehr am kurs auf die gesellschaftlich drängenden themen, auf die wir uns so „zwischendurch“ einigen.
    letzteres vorgehen entspricht mir persönlich mehr als ersteres. –
    viele deiner themen hatten wir dort nun schon, was nicht heisst, dass sie erschöpfend behandelt worden wären, im gegenteil, da gärt so einiges in mir, was präziser gefasst werden will. z.b. Loyalität und Freundschaft. andere aus der bildungslandschaft dazu: Leistung, Bewertung, Zertifizierung, gesellschaftliche Notwendigkeiten, Passung, Kompetenz, Wissen, Planung, Prestige, Werbung, Macht und Machtgefälle, Manipulation, …-
    ich merke auch, dass ich die pädagogischen, psychologischen, politischen, medizinischen, künstlerischen aspekte mehr mit hinein holen, schlichtweg mehr interdisziplinär an themen arbeiten möchte und vielleicht auch mehr mit explizit formulierten zielen.
    ich möchte daher deinen vorschlag ein wenig ergänzen: wir könnten z.b. anhand deiner liste in grösseren oder kürzeren abständen voten. also eine art themenstream nebenher laufen lassen, der immer mal wieder angeschaut und aufgepeppt wird und aus dem dann eben gevotet wird. für das nächste treffen, oder ein paar wochen vorher, damit genügend zeit für vorbereitungen bleibt.
    wie findest du das ?
    und wie findet ihr anderen das ??

    herzliche grüsse
    Jutta

  3. „@redaktion42: wozu Gott? Wem das ein Anliegen ist, der/die bringt es eh bei jedem Thema unter 🙂 “

    glucks, nach luft schnapp 😉
    genauso ist es, je mehr man versuchen würde dies zu verhindern oder verleugnen, um so mehr würde es schliesslich stürme entfesseln in denen alles mit gerissen wird, was nicht niet- und nagelfest ist, hahaha

  4. Herrlich, Monika! Tolle Initiative!
    Zur neuen Runde: die offene Struktur bewirkt, dass wir keinem strikten Plan mehr folgen sondern auf die konkreten Anliegen eingehen, die aus dem Alltag der Teilnehmer „emergieren“. Es kann sich zu einer unendlichen Spirale entwickeln, bei der je nach Situation Themen wiederaufgegriffen werden, die schon mal „dran“ waren aber nun auf einem solideren theoretischen Hintergrund bearbeitet werden können. Bin ich (z.B.) vor einem Jahr relativ naiv an das Thema „Glück“ rangegangen, so kann ich nach 12 Monaten intensiver Sichtung der philosophischen Positionen mit Aristoteles, Epikur und Stuart Mill im Rücken etwas zügiger einsteigen. Da unser Kontext sich geändert hat (wir sind nicht dieselben Menschen wie vor einem Jahr) stellen sich neue Fragen zum Thema Glück, und unsere Gedanken sind entsprechend reichhaltiger und zukunftsweisender.

      1. ähem, Andreas, jetzt hast du mich beim schwärmen auf der Lernspielwise ertappt 🙂
        ich hatte das so plastisch vor augen, dass ich garnicht an die technische dimension gedacht hatte, so wie im traum ja alles möglich ist, man fliegt, und noch ein paar sekunden nach dem aufwachen geniesst man die omnipotenz, jaja…
        meine fantasien waren also dergestalt, dass wir in echtzeit das gleiche sehen und IN einer „normalen“ session den reflektionsprozess auch mit sprach- oder anderen bildern anreichern. die sprachbilder lassen sich schon einmal gut in skype übertragen, glück gehabt 😉
        aber wie machen wir es mit bildmaterial. zur not zeit versetzt auf mixxt.
        besser in Second Life !!! da gibt es immerhin bei einigen schon affinitäten, die anderen werden halt einfach pertubiert, haha.
        ich habe coole sachen geübt in der letzten zeit: ich kann euch zeigen wie man IN Second Life mit Prezi und anderen presentationstools in echtzeit an ein und der zoom- (nicht powerpoint !) presentation
        arbeitet, oder für den anfang, einfach vorgefertigtes visuelles gemeinsam zelebriert.
        klar geht das auch in einem parallel geöffneten browserfenster, aber eindeutig weniger plastisch.
        in skype kann man den bildschirm sharen, ob das allerdings auch in gruppensessions geht, hab ich noch nicht probiert.
        jedoch kann man gleichzeitig Second Life und Skype mit bildschirmsharing laufen lassen um zu zweit die ersten hürden in Second Life zu nehmen.

        WARNING ! beim kleinsten hauch von interesse habt ihr mich am hals und kriegt mich nicht mehr so schnell los 😉

  5. noch einmal was zum inhaltlich – methodischen. das pferd von vorne zu zäumen sind wir gewohnt. daneben gibt es reizvollere methoden….
    es sind fragen wie diese, an denen sich meiner meinung nach so vieles aufhängen liesse:
    wie, wann und warum geschieht es beispielsweise, dass eine funktionelle störung in eine manifeste organveränderung umschlägt ? (keine angst, ich bin nicht krank). oder warum kapselt sich beim einen der eingeatmete teer in der lunge ein und wartet dort geduldig bis die umgebung an altersschwäche stirbt, während beim anderen nur der anblick einer zigarette zu lungenkrebs führt. (zugegeben: ich rauche). oder wie ist es möglich dass jemand unter schlimmster demütigung, seelischem und körperlichem extremstress ein buch schreiben und sich immer noch als subjekt im wahrsten sinne des wortes erleben kann (Victor Frankl) während andere an kleinsten widerständen zu zerbrechen scheinen. (unter uns: ich kenne beides) –
    es sind die phänomene die mich interessieren, nicht die philosophie an sich, für sich. sie geht mir eigentlich am a. vorbei.
    ich lass es einmal damit bewenden und gehe schlafen, bevor ich mich noch reinsteigere 😉

    1. sicherlich ist es spannend auf der Ebene der tatsächlichen Vorkommnisse, der geleisteten Akte, der geschehenen Dinge anzusetzen und nach der Ursache oder notwendigen oder zufälligen Umstände zu fragen.
      Die Frage die sich stellt, lautet jedoch: auf welche Bedingungen oder Umstände wir auch meinen zu stoßen – wie wollen wir beurteilen, ob wir tatsächlich einem Zusammenhang auf der Spur sind oder schlicht zwei Ereignisse, die auf einander folgen, als zusammenhängend behaupten.
      Entweder wir müssen uns mit experimentellen, statistischen Methoden bewaffnen und dann zu klassisch mdizinisch-psychologischen „signifikanten“ Aussagen kommen – oder wir laufen Gefahr Zusammenhänge zu ahnen oder einfach nur zu behaupten.

      Andererseits kann ich die Frage, welche Philosophie ein Mensch haben muss, um auf diese und jene Lebensumstände auf die eine oder andere Art zu reagieren, auch nicht wirklich erfolgreich finden, da ich von der umgekehrten Aussage ausgehen, nämlich dass es eine bestimmte Disposition (genetisch, sozialisiert, biographisch) gibt, die uns bestimmte Philosophien sympathisch und akzeptabel erscheinen lässt.

      Wenn wir den skizzierten Weg gehen und uns einem größeren Themenkomplex u.a. auch von der Seite der momentanen Befindlichkeiten oder Interessenschwerpunkte oder Aktualitäten zu nähern, bin ich jedoch überzeugt, dass auch Fragestellungen wie von dir genannt, zu lebhaften, fruchtbaren und fröhlichen Diskussionen führen werden.

  6. kleine anmerkung zu meinem letzten beitrag: es ging mir hier im kontext der frage „wie weiter ?“ mit den aufgezählten themen nicht um die themen an sich, sondern um die a r t der fragestellungen. darum, dass man philosophische diskurse nicht nur anhand ihrer vertreter oder ihrer disziplinen oder „ihrer“ themen einleiten kann, sondern, die sache auf den kopf gestellt, anhand von fragestellungen. philosophieren so verstanden würde dann bedeuten, fragen in einer art und weise zu stellen oder sie umzuformulieren, dass sie einerseits nahe in der erlebnsiwelt ansetzen, andererseits einen drive erzeugen, dass das denken anreize bekommt, über die gängigen mainstreamantworten hinweg zu kommen.

    1. Auch ich halte den Ansatz entweder über Themen bzw. Begriffe sich der Philosophie zu nähern oder aber über Tages-Aktualitäten oder Moment-Befindlichkeiten für sehr aussichtsreich.

      1. ja, ähh … das kommt auf meine Tagesbefindlichkeit an 🙂

        Im Ernst: Ich würde es bevorzugen, sich je ein Thema vorzunehmen und dann fröhlich in Kauf zu nehmen, evtl. doch über Tagesaktualitäten einzusteigen, wenn es sich denn so ergibt.

  7. Ein herzliches Hallo in die Runde,
    ich bin die Neue! 🙂
    Mir liegt die Strukturierung der Diskussionen entlang von Begriffen sehr am Herzen. Sobald wir größere Fragen bzw. Themen angehen, setzen wir innerhalb dessen so viele Begriffsdefinitionen voraus – und meiner Erfahrung nach entstehen daraus die spannendsten Missverständnisse, denen wir philosophisch auf die Spur kommen können.
    Deshalb mein Vorschlag zur Verbindung der beiden Ansätze: Wir greifen uns eine aktuelle Fragestellung (zum Beispiel die des Pagiatvorwurfs) und schauen uns an, welches die zentralen Begriffe darin sind, die es zu klären gilt. Auch in Juttas aufgewogenen Beispielfragen verbergen sich interessante Begriffe, zum Beispiel „krank“ versus „gesund“…
    Vom Prozedere könnte das bedeuten, dass eine Sitzung aus zwei Teilen besteht: Zum einen wird der zu einem früheren Zeitpunkt vereinbarte Begriff philosophisch durchleuchtet (und bei Zeit und Interesse dann auf die betreffene Frage / das ursprüngliche Thema rückbezogen), zum anderen wird entschieden, welche Fragestellung uns zum nächsten Begriff leitet und der Begriff dann diskutiert wird.
    Und eine Anregung möchte ich nochmals einspielen, die ich auf Twitter aufbrachte: Wie wärs, wenn wir zu jedem Begiff eine Blog Parade abhalten und uns so zur Vorbereitung bloggend gegenseitig einstimmen? Dann bräuchte es aber mindestens zwei Wochen Vorlauf. Ich persönlich plädiere auch eher für einen Zwei-Wochen-Rhythmus, schließe mich aber den Gruppengepflogenheiten gern an.
    Soweit fürs Erste von mir,
    es grüßt die Göre.

    1. Hallo Göre und willkommen in der Runde,

      so ganz habe ich nicht verstanden, wie du vorgehen möchtest: in einem Teil einen aktuellen Bezug nehmend und von dort aus versuchen die benutzten Begriffe, Vorverständnisse und Konnotationen zu klären (ein Lebenswerk schon für einen einzelnen Satz :-)) und dann von dort aus schauen, wie wir aus diesem aktuellen Bezug zum geplanten Thema/Begriff kommen? War das so gemeint?
      Das lässt sich mit den bisher genannten Ideen, Wünschen und Vorschlägen doch prächtig vereinbaren finde ich.

      Ich muss gestehen, dass ich nicht weiß wie genau eine Bolg-Parade funktioniert – und überhaupt bin ich bei dem Medieneinsatz etwas unsicher … ich kenne mich viel zu wenig aus, lasse mich aber gerne überraschen.

      Ich denke ein 2 Wcohen-Rhythmus okay … wenn nicht aogar schon zu schnell für uns 🙂

      Ich freue mich, dass du dabei sein wirst …

      cu

      1. Hallo Andreas,
        danke für Deinen herzlichen Willkommensgruß!
        Also, wie ich mir eine Session vorstelle:
        A) Diskussion eines oder mehrerer Begriffe, die wir vorab (evtl. Wochen vorher) vereinbart haben
        B) Diskussion, welchen Begriff wir und als nächstes (oder übernächstes) vornehmen, und zwar anhand von aktuellen Diskussionen, in denen immer wesentliche Begriffe eine Rolle spielen.

        A) sollte den Hauptteil einnehmen, B) dann eher kürzer oder gar per Rundmail oder ähnliches.

        Und eine Blog Parade ist ganz simpel: Alle, die ein eigenes Blog haben, schreiben dort einen Artikel zum Begiff. Wer kein eigenes Blog hat, darf eventuell einen Gastbeitrag bei jemand anderem unterbringen ödere nutzt die Kommentarfunktion. So schaffen wir ein spannendes Gewebe – und wir können uns abwechseln, die Sessions zu leiten und dann nach der Diskussione einen zusammenfassenden Artikel mit Verweis auf alle Blog Paraden Beiträge zu schreiben.

        Dies ist vor allem eine Idee, um den Vorschlag aufzugreifen und zu integrieren, statt Begriffe ganze Fragestellngen zu diskutieren. Für mich ist übrigens jeder Begriff eine Fragestellung – schließlich habe ich mit Leib und Seele Sprachwissenschaften studiert. 🙂

        Viele Grüße von der Göre

  8. eiderdaus 🙂 einmal vergessen das „bitte informieren häkchen“ zu setzen und schon ganz viele beiträge verpasst.
    also hallo erst einmal liebe Dora :-), cool dass du mitmachst !! jaa, genau, die SPRACHE !! und genau so war auch dieses thema gemeint, die versteckten vorstellungen, die sich in unserem alltagssprechen und denken verbergen, aufzudecken. (beispiel gesund-krank als selbstverständliche, selten hinterfragte dichotomie).
    so getan, stösst man dann mit hoher wahrscheinlich auf das bedürfnis, und nun komme ich zu dir Andreas :-), sich expertenwissen zu beschaffen. das können forschungsergebnisse sein, dass kann der wunsch sein, sich nun doch noch mit dem liguistik turn zu befassen, oder sich mit der aktuellen gesundheitsproblematik zu beschäftigen und und.
    wir kreieren also zuerst eine fragestellung und machen uns dann auf den weg.
    die idee eines solchen vorgehens besteht darin die reflektive kompetenz zu schulen und die instrumente, die die philosophie heraus gearbeitet hat, dabei zu nutzen. auch: weniger auf „vorrat“zu lernen und mehr daran zu arbeiten fragen erst einmal klar zu fassen zu kriegen. denn wie heisst es so schön: eine gute gestellte frage enthält bereits ihre antwort. diese fähigkeit kann man auch ohne philosophiestudium hoch entwickeln 🙂 😉 –
    ich weiss nicht ob das schon durchgeschimmert ist bei mir: ich liebe experimentelle forschung genauso wie detailliert und widerspruchsarm ausgearbeitete konzepte 🙂 ich mag nur kein auswendig lernen. im schmelztiegel unseres alltags brauchen wir anderes, nämlich eine hochgradig entwickelte flexibilität des denkens und fühlens, eine kultivierte frustrationstoleranz und einiges mehr…..
    auch schon dieser unserer prozess des sich findens von einer metaebene aus betrachtet ist gespickt mit hoch interessanten themen und phänomenen 😉

    zum vorgehen:
    – ich denke der 2 wochenturnus war gut und für mich ist er stimmig
    – Second Life war nicht als die allein seelig machende alternative, sondern als möglichkeit zu gelegentlichen ausflügen gedacht

    zum kommenden freitag:
    das schicksal will es, oder sollte ich sagen, es schlägt wieder mal grauenvoll zu, dass ich nicht dabei sein kann. ich werde hier http://kunst-medien-bildung.de/?cat=3 in Hamburg sein und freue mich riesig drauf.
    ich wünsche euch ein tolles treffen und klinke mich dann kurz danach wieder ein.
    herzlich
    Jutta / Naomi

  9. für den fragen-/themenstream

    was verstehen wir darunter wenn wir von der „Treue zu uns selbst“ sprechen ? idealistische traumtänzereien in einer neoliberal geprägten umgebung ? egozentrismus auf kosten anderer ? kann die treue zu sich selbst in konflikt mit den interessen und gefühlen anderer geraten ? ist die loyalität zu anderen, auch gruppen, grundsätzlich höher einzuschätzen als zu sich selbst ?

    4 worte und ein ganzer kosmos tut sich auf, vorhang auf !!

  10. „sich selbst“? Was ist das? hier wäre die unterscheidung zwischen einem überzeitlichen selbst (=sein) und einem aktualisierten selbst (=seiendem) unabdingbar!:-) ich scherze nur: ein überzeitliches selbst gibt es nicht, daher kann man diesem selbst auch nicht treu/untreu sein… oder?

  11. :-))) ich denke: man nimmt sich war vor (am besten etwas altruistisches, damit man die von dir aufgeworfenen fragen von vorne herein abblockt) und man hält sich an das, was man sich und anderen versprochen hat. Wenn das Vorhaben abgeschlossen ist, plant man was neues… auf diese Weise hält man sich von projekt zu projekt die treue, „das selbst“ kann man aber immer wieder für sich und die anderen neupräzisieren. das hat ein bisschen war popperhaftes und bezieht das eigene selbst ist diesen Prozess der permanenten neudefinition ein. das trial and error richtet sich also auch auf das selbst als gegenstand des experimentes… Die Treue zu sich selbst gilt also nur innerhalb eines Durchgangs…

    1. mal abgesehen von den inhalten können allein die frequenzen, die formate eben auch zu reibungen führen, eben dann, wenn sich die anderen und die dazu gehörigen durchgänge ganz anders erfinden (auch innerpsychisch gedacht). –
      Kants Kategorischer Imperativ klingt einfach, ist es aber nicht….

  12. neu erfinden in stetiger anpassung an die veränderten bedingungen der umwelt. wobei die neuerfindungen in stetiger ausweitung des altruistischen anspruches erfolgen. insofern sind die anderen das magnet auf das hin die anpassung/veränderung vorgenommen wird.

  13. weiterer Vorschlag zum WIE weiter

    wir könnten jeweils einen gut gemachten podcast oder ein video ansehen und es dann in der Gruppe besprechen und nach arbeiten, also erst dann entscheiden, was wir dann lesen….
    hier ein toller podcast zu ANGST aus psychoanalytischer Sicht auf dem neuesten Forschungsstand, kein Hauch von Arroganz und Alleingeltungsanspruch, ästhetisch excellent dargeboten, ein Genuss.

    http://bacchus.univie.ac.at/audiothek/index.php?id=18&tx_ttnews%5Btt_news%5D=155&tx_ttnews%5BbackPid%5D=2&cHash=7c24e87bb9

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