Ein Lob der löblichen Netzwerkelei

Bildquelle. Jetzt ist sie total verrückt geworden. Mag sich der eine oder die andere denken. Am Samstag behauptet Sie dies, am Sonntag das genaue Gegenteil. Aber so ist das nun einmal, sogar in der Wissenschaft: These, Antithese … und Morgen schiebe ich dann noch die Synthese hinterher 😉 .

Zum Nachdenken angeregt hat mich der Kommentar von Damian, zum Lachen und weiterdenken derjenigen von Alexander. Und mich zum Erinnern.

Einst zog ich als junges Mädel aus aus meinem Dorf, da ich feststellte, dass sich dort nur 5% Gleichgesinnte für mich fanden (was bei nicht mal 500 Einwohnern gefühlt einfach zu wenige waren).
Ich zog also in die große Stadt, wo ich feststellte, dass die Gleichgesinnten zwar wohl vorhanden sein müssten, aber wohl auch viel schwieriger zu finden (Nadel im Heuhaufen-Prinzip). Also konzentrierte ich meine Suche auf die dortige Universität, wo ich – wer hätte es gedacht – auch wieder nur 5% Gleichgesinnte fand.

Frustriert begann ich einen Aushilfsjob bei der Post, um mir eine Pause von der Suche zu gönnen, und wer hätt’s gedacht: Wiederum eine Quote von 5% Gleichgesinnten.

Der Durchbruch hat dann doch irgendwie das Internet gebracht. Mehr Menschen, größere Trefferquote in punkto Gleichgesinnte.

Bleibt die Frage: WER sind „Gleichgesinnte“ denn eigentlich genau… und zum zweiten: WIE GENAU findet man die eigentlich?

Ich erbitte um erneut so anregende Kommentare wie die gestrigen!
Jetzt.

7 Antworten auf „Ein Lob der löblichen Netzwerkelei“

  1. @gleichgesinnte @dialektik :
    Jetzt mal negative Dialektik: Gleichgesinnte findest du überall auf der Welt – im Internet, ja klar. Im „long tail“ ist das Ghetto. Über den Tellerrand hinaus zu schauen – das war noch nie so schwer wie heutzutage. Die Verführung lautet nicht mehr „mainstream“ („Distibutionsapparat Television? Ich erinnere mich nur noch dunkel …“). Wir basteln uns dank RSS unsere persönlichen, interessengeleiteten „Tagesthemen“ selbst und fühlen uns mal als Speerspitze der kulturellen Entwicklung (manischer Größenwahn) oder auch immer mal wieder unheimlich einsam (depressiver Größenwahn). Wir unterteilen die Welt in ham und spam. Wir sind unsere Filter und bestätigen uns nur noch selbst – und das hat mit Bildung, liebe erziehungswissenschaftliche Kollegin, Freundin und Mitstreiterin, nur noch in so fern etwas zu tun, wie es seine perfekte Pervertierung zu sein scheint.

  2. Hegelianismus lebt weiter! 🙂

    Ich beantworte das mit meinem Abschnitt aus If vom Rudyard Kipling

    If you can dream–and not make dreams your master,
    If you can think–and not make thoughts your aim;
    If you can meet with Triumph and Disaster
    And treat those two impostors just the same;

    Wäre sinngemäß erweitert mit:
    If you can build your network-and not make your network your goal.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.