Führung 2020 – noch ein schneller Beitrag zur Blogparade – von unten

„Damit wende ich mich an alle, die mit dem Thema Führung jeden Tag zu tun haben: Personalentwickler, Führungskräfte aller Ebenen, Unternehmer, Berater und Coaches sowie Recruiter und Headhunter“ so Gudrun Happich hier.
Meine Führungserfahrung beschränkt sich – so muss ich leider zugeben – auf eine frühere Tätigkeit als Gruppen“führerin“ sowie darauf, unsere derzeitige Aushilfe ein- und anzuweisen. Die im Übrigen die gleiche formale wie praktische Bildung wie ich hat 😉 . Da sich das jedoch in den nächsten Jahren ändern wird (Anteil an Führungstätigkeit) kann ich ja jetzt schon meine Vorstellung meines zukünftigen Führungsalltags geben – um in knapp 10 Jahren dann einen kleinen Soll-Ist-Vergleich zu wagen 😮 .

Ich widme mich also hiermit – gleichsam (noch) von unten – der gestellten Unterfrage:
„Wie soll Ihr persönlicher Führungsalltag in 10 Jahren aussehen?“
Ich hoffe bis dahin 7 kleine aber feine Aspekte zu berücksichten – oder besser gesagt zu leben – die ich bisher, in meiner Funktion als „Untertanin“ – teilweise bis schmerzlich vermisst habe. Diese sind:

# 1 – zuhören
Und damit meine ich NICHT so etwas wie standardisierte Mitarbeiterbefragungen via Fragebogen oder standardisierte Montagsbesprechungen, oder was es so alles an sich tot laufenden und in Rituale festspielenden Konstrukte gibt. Zuhören meint, manchmal auch nur auf Verdacht oder aus Lust, in irgendetwas hineinstochernde Fragen zu stellen. Ohne Erwartung an das, was als Antwort kommen könnte. Gefasst darauf, dass sogar ein ganz anderes Thema, gleichsam „über Bande“ zur Sprache kommt.

#2 – aufgreifen

Bin ich gerade nicht in der Stimmung, aufkommende Hinweise, Bemerkungen, Reden erst einmal ohne Rechtfertigungsversuche o.ä. einfach anzunehmen, aufzunehmen, aufzugreifen – gleichsam vorbehaltlos – sollte ich #1 UNTER GAR KEINEN UMSTÄNDEN versuchen. Ohne #2 auch keine #1. Denn es gibt nichts Demotivierenderes (gesehen an bereits zwei deutschen Universitäten, an denen trotz anderweitiger Strukturen sich Führungskräfte gerne individuell Mitbestimmung aufs Hemd drucken lassen, nachdem jeder der möchte zu Wort gekommen ist, jedoch das fertig ausgearbeitete Konzept in schriftlich auf den Tisch packen. Vielen Dank fürs Gespräch.

#3 – wertschätzen
Hier kann ich aus der aus eigener Führungserfahrung (gleichsam von oben) berichten. Unsere Aushilfe kam immer einmal wieder mit außerordentlich guten Ideen an, die ich mir auch in der Tat (auf einer Liste) notierte und in einer ruhigen Minute in Erwägung zu ziehen gedachte. Nach einigen Tagen fiel mir doch tatsächlich eine büroablauforganisatorische Verbesserung ein, die ich auch umgehend umsetzte, … um nach Studium besagter Liste zu merken, dass mir diese zuvor von unserer Aushilfe vorgetragen wurde.
Es war an der Zeit, die Idee der Aushilfe als deren zu wertschätzen. Und zwar vor einer Entscheider-Person im Unternehmen.

#4 – vorgeben
Im Laufe der Tätigkeit entwickelt jeder und jede im Unternehmen eine gewisse Haltung. Gegenüber den – wie auch immer gearteten – Kunden. Demgegenüber, in welcher Form und was opportune Anfragen und Ansprüche sind. Gegenüber mit welchem zeitlichen Rahmen bei bestimmten Abläufen zu rechnen ist und wie lange ein Andauern eines Vorgangs andauern darf, ohne dass die Zeitdauer mit den sonstigen Strukturen inkompatibel würde (man kann auch „zu schnell“ für ein System arbeiten).
Diese Haltung sollte eine Führungskraft explizieren können und dies auch tun. Nur so wird sie verhandelbar.

#5 – nachhaken
Habe ich eine Aufgabe mit einer Deadline vergeben (oder delegiert, wie das auf bwl-hochdeutsch wohl heißt), dann hake ich nach Ablauf derselben natürlich nach. Aber so natürlich ist das – aus meiner Erfahrung – gar nicht. Wie ernst soll ich Aufgaben nehmen, nach denen nach Vergabe kein Hahn mehr kräht? Diese waren wohl anscheinend nicht wichtig genug. Ich nehme mir hiermit für bis 2020 vor, Aufgaben vorher auf deren Wichtigkeit zu prüfen, also bevor ich sie delegiere. Und wenn sie mir wichtig genug sind, dann hake ich auch nach. Nicht ab.

#6 – Raum lassen
Die #6 widerspricht sich nur scheinbar der #5. Denn mit Raum lassen meine ich mitnichten totalen Freiraum, bis wann etwas bestenfalls und bestens erledigt sein soll. Sondern vielmehr das wie. Sie sind Führungskraft und bestimmen das wie gleich mit? Ja wie?

#7 – feiern
Feiern ist für mich – wie das Arbeiten auch – integraler Bestandteil meines Lebens. Warum nicht mit denen feiern, mit denen man tagein tagaus auch arbeitet? Doch auch hier wieder: Alles Standardisierte läuft sich (nicht irgendwann sondern meist ziemlich schnell) tot. Ritualisierte Weihnachtsfeiern oder Betriebsausflüge, welche Not. Spontanaktionen dagegen überraschen und machen einfach Freude!

Und ich geh‘ jetzt mal feiern, dass ich es – spontan – geschafft habe, meinen Beitrag – von unten – noch zu leisten.

Ich bitte um Wertschätzung! 😉

4 Antworten auf „Führung 2020 – noch ein schneller Beitrag zur Blogparade – von unten“

  1. Ich glaube, ich habe einen ganz grundsätzlichen Punkt unberücksichtigt gelassen: Führung 2020 wird es nicht mehr geben. Sondern es wird Zusammenarbeit 2020 heißen, und Führungsaufgaben werden m.E. immer nur bezogen auf bestimmte Arbeiten/ Projekte wahrgenommen werden. Aber dieser Gedanke ist wohl einen eigenen Artikel wert.

  2. Da fühl ich mich als ehemalige Führungskraft direkt angesprochen..hilfreich fand ich Klarheit im Gespräch,Humor und viel Lachen, statt Probleme die guten Absichten formulieren,Ziele in Etappenziele zerlegen und einfach formulieren,für das Projekt/Aufgabe brennen und LOB-ganz einfach, man findet immer was…

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