Subjektive Versatzstücke zur re:publica

Bildquelle. Sollte ich meine re:publica-Erfahrung in einen Satz gießen, so käme dabei folgender heraus: Nachdem ich meine Vorstellung von der re:publica losgelassen und die Realität zugelassen hatte, konnte ich letztendlich doch noch das eine oder andere Positive mitheimnehmen.

Doch dazu später. Das Gemecker zuerst:

1. Auf einer „Konferenz über Blogs, Soziale Medien und die digitale Gesellschaft“ hat jeder und allzeit WLAN-Zugang. (Vorstellung). Die Realität exemplarisch aufgezeigt an drei willkürlich ausgewählten Tweets zur #rp11, die das Wort WLAN enthalten:
@akkut: „Zum Ende der Veranstaltung funktioniert WLAN wieder. Bomben-timing. #rp11 #whistleblowing
@melli_e: „Endlich funzt hier mal das wlan, is ja auch erst der 3.tag #rp11“ und
@mahrko: „Zum ersten Mal WLAN-Empfang auf der #rp11. Erstmal die @medienkuh runterladen ;-)“.

2. Die Größe der Veranstaltung (in Teilnehmerzahl) korrespondiert mit der Größe der Räumlichkeiten. (Vorstellung). Die Realität hat @marcelweiss (natürlich auf Twitter) auf den Punkt gebracht: „Re:publica. Die einzige Konferenz mit 2500 Teilnehmern, die zur Hälfte in begehbaren Kleiderschränken stattfindet. #rp11“

3. Hat man schon die Chance, einen Vortrag, Workshop etc. einem in einem speziellen Bereich relativ kompetenten Publikum darzubieten (und es offensichtlich geschafft, durch die wie auch immer geartete Vorauswahl zu kommen, ist sowohl das Niveau einigermaßen hoch als auch die Präsentationsform den Zuhörern und Zuhörerinnen angemessen. (Vorstellung). Fakt war, dass ich genau einen Workshop besucht habe, in den ich sowohl hineingekommen bin (da ich knapp eine halbe Stunde vorher da war) UND den ich als hochwertig empfand. Ansonsten ist der Vortrag von Lobo (und das aus meiner Tastatur) aufgrund einer gewissen Kurzweiligkeit hervorgestochen.
Diese Quote an Inhaltsausbeute entsprach wohl auch derjenigen etlicher anderer Teilnehmer/innen. Dies konnte ich Gesprächsfetzen entnehmen, denen ich nebenbei lauschen durfte, wie jenen:
a) Also nächstes Jahr biete ich auch mal was an. Das sollte das Niveau heben. Oder
b) Na ja, wenigstens treffe ich mal ein paar Leute, die ich sonst nicht treffe. Das Gegenüber antwortet in etwa: Dann könnten wir ja nächstes Jahr einfach ein kollektives Grillen veranstalten.

Soviel zum Gemeckere. Jetzt zum Prozess.
Wie ich es geschafft habe, von meinen Vorstellungen/Ansprüchen herunterzukommen? Nun ja, ich habe mir zunächst gebetsmühlenartig vorgesagt: Leiden entsteht bekanntlich aus der Diskrepanz zwischen Wunschvorstellung und Wirklichkeit. Akzeptiere einfach die gegebenen Umstände so wie sie nun einmal sind. Nach der fünftzehnten Wiederholung gebe ich auf. Es hat nichts genutzt. Ich beschließe, abzureisen. Und dann konnte ich bleiben.

Die Kleinode, die ich mit nach Hause nehme.
1. Begegnung mit einigen ausgewählten Menschen, was mein Bild, das ich von ihnen virtuell entwickelt hatte, ergänzte/modfizierte/bestätigte. Oder in den Worten von @CommaFactory: „Die #rp11 lebt von Menschen und Begegnungen (II)

2. Und wieder einmal: Die Erkenntnis, dass es bereichernder ist, mit möglichst wenigen Vorstellungen/Ansprüchen an eine Sache heranzugehen. Dazu gibt es nichts mehr zu Erläutern. Und

3. Zwei Hinweise auf laufende Forschungsarbeiten an einer amerikanischen Universität, an die ich anschließen könnte und auf ein relativ frisch gegründetes Instiut, das auch im Bereich meines Interesses forscht. Dazu gesonderte Blogposts, um diesen einen würdigen Platz und das verdiente Gewicht zu geben.

Zugegeben. Kleine Kleinode. Aber besser als nix 😉

Nachtrag: Zum Weiterlesen:
re:publica XI – mein rundblickender Rückumschlag (von Dörte Giebel)
Re-Publica 11: Oder Felix Schwenzel (von Thomas Knüwer)
re:publica 11 – eine Bloggerkonferenz ohne Visionen und Konzepte (von Wenke Richter)
re:publica 11 (auf derFreitag)
Notizen zur re:publica 11 (von Heinz Wittenbrink)
old:publica (von Robert Basic)

2 Antworten auf „Subjektive Versatzstücke zur re:publica“

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