Probleme machen vs. Probleme schaffen

Bildquelle. So manches mal drängt sich mir der Eindruck auf, der Eintritt und Eingriff des “e” ins Lernen verursacht dem einen oder anderen Beteiligten das eine oder andere Problem. Um es konkreter – will heißen anschaulicher – zu machen:

Vom Fleiß zur Routine (am Beispiel des Zitierens)
Während ich einen großen Teil der Zeit die ich in meine ersten Hausarbeiten steckte damit verbrachte zu überprüfen, ob sich alle zitierten Quellen auch im Literaturverzeichnis wiederfanden, im Literaturverzeichnis auch keine Quellen zu finden waren die ich im Text nicht verwendet hatte und im Abgleichen, ob ich im Literaturverzeichnis auch alle Quellen auf die gleiche Art und Weise (und in der richtigen Reihenfolge –> ABC) aufgeführt hatte (z.B. alle Jahre in Klammern und nicht zum Schluss ohne oder Seitenzahlen alle mit S. davor oder eben alle ohne usw.), so sah das schon zu Magisterarbeits-Zeiten ganz anders aus. Hier ging es darum, EndNote möglichst dazu zu bringen das zu tun was ich vorher händisch und in Fleissarbeit selbst erledigt hatte. Und heute Morgen erst habe ich mich eingehend damit beschäftigt mich in das Modell Citavi einzuarbeiten um nun das Gleiche von diesem zu verlangen zu lernen.
Was mir also zu vor e-Zeiten der Fleiß des Selbsttuns war ist mir zu e-Zeiten das Einüben der Mittel die für mich tun.

Aus der Tiefe in die Breite – und wieder zurück (vom Umgang mit Lesestoff)
Ja. Auch wenn ich mich (noch) für jung halte und oft auf jung mache, so kann ich mich dennoch – und das gut – an Zeiten erinnern, zu denen Bücher (für mich) Mangelware waren. Nicht unbedingt Bücher an sich sondern solche, deren Inhalt und Aufmachung mich ansprachen. Aus der Not heraus las ich dann halt auch solche, die mich zunächst nicht ansprachen, um überhaupt etwas zu Lesen in die Finger zu kriegen.

Wahrscheinlich aus dieser Erfahrung heraus bin ich Anhängerin der These dass es besser ist ein Buch intensiv zu lesen als von 100 solchen einen groben Überblick zu haben. Was mich zum Heute zurückbringt.

Heute habe ich alle Möglichkeiten. Die Deutsche Nationalbibliothek ist mit dem Fahrrad erreichbar, mein Arbeitgeber unterhält seine eigene Bibliothek. Ich habe eine Kreditkarte mit der ich Amazon überzeugen kann mir innerhalb weniger Tage (fast) alles ins Haus zu liefern was mein Lese-Begehr. Genau. Und die Karl-Marx-Buchhandlung in Bockenheim gibt es (hoffentlich auch) immer noch. Ich komme also – sogar auf verschiedensten Wegen – an (so gut wie) alles heran.

Aber lese ich es auch? Und so intensiv wie damals als Leseware (gefühlt) knapp war? Offensichtlich nicht, denn ich habe gerade als Tab im Browser offen den Kommentar zu einer Studie zu Social Media und KMU, die – das habe ich schon auf einen Blick erfasst – absolut interessanten Ausführungen von Sigi zur MoodleMoot, einen Beitrag auf ZEITonline WISSEN zum fehlenden Zweifel, sowie eine Übersetzung eines Textes von Downes zum Thema, was wir [nun] wirklich wissen müssen, und das wieder einmal.

Was ich wohl davon so intensiv studieren werde wie seinerzeit die Brüder Löwenherz? Verdient hätte es der eine oder andere Text in der Tat. Nur habe ich schon Probleme damit zu strukturieren und zu ordnen was ich für wichtig erachte, gelesen zu werden.

Vom Machen zum Machbar (vom Fokus auf die Technik i.w.S.)
Während meiner Studienzeit (die zugegebenerweise schon einige Zeit zurückliegt) gab es des Öfteren mediale be- bzw. einschränkungen. Seminarräume, die nur mit Tafel und Kreide ausgestattet waren. Z.B. In denen man (ich) aber trotzdem ein ansprechendes Referat abhalten wollte. Die Lösung des Dilemmas lag zumeist darin entweder das eigene Equipment (soweit leistbar) einzusetzen… oder eben das auszunutzen, was es gab und hergab. Kreide kann im Übrigen sehr überzeugend sein. Heute steht mir für Vorträge im Grunde alles zur Verfügung. Sind meine Vorträge besser geworden? Ich muss – leider – zugeben: mitnichten. Es ist zwar mehr machbar… aber am Machen scheitert es offensichtlich des Öfteren.

Es ließen sich mit Sicherheit noch weitere Konkretisierungen dessen finden, was ich sagen will, doch eigentlich wollte ich etwas ganz anders sagen. Dass ich nämlich demnächst Teilnehmerin der Veranstaltung “E-Learning als Problemlöser” bin, und euch an meinen Erkenntnissen (so ich welche haben werde) teilhaben lassen möchte.

Also: Stay tuned, behaltet eure Probleme solange im Griff, Hinweise zur Problemlösung folgen ;)

1 Comment

Filed under E-Learning, Konferenzen und Unkonferenzen, Lehre, Seminare und Weiterbildung

One Response to Probleme machen vs. Probleme schaffen

  1. Um euch nicht maßlos (bedingt durch meine #opco11 Aktivitäten hier im Blog) zuzuspammen, eine kurze Zusammenfassung des Events in Kommentarfunktion.
    Deprimierenderweise stellten die vorgestellten Projekte im Grunde eine Verschlechterung zur “traditionellen” Umgehensweise mit Lehre dar. Was ich aber so nicht geäußert habe, da natürlich alle Vortragenden irre viel Arbeit und Herzblut in ihre Projekte gesteckt hatten, was man schon wiederum merkt.
    Kritikpunkte meinerseits z.B.:
    Ein Tutorium wird durch eine Art Diagnosetest (!) ersetzt. #schlechter
    Ein aufwändig gemachter ECTS Kurs ist teuer (ich glaube mich zu erinnern 2.400 EUR/4ECTS)… und man hat außer ein paar Mails und eines Online-Prüfungs-Events keinen Menschenkontakt. #schlechter, weil #menschenkontakt fehlt.

    Soviel zum Thema E-Learning als Problemlöser. Für heute.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>