#twtffm oder die Variation von Kommunikation

Bildquelle. Gestern war es nun soweit. Mein erstes Twitterer-Treffen in Frankfurt, allerdings schon das zweite seiner Art. Und es war in der Tat eines der besonderen Art!

Ein wild zusammengewürfeltes Grüpplein nebst Hund sammelt sich am Museumsufer – wer hätt’s gedacht – vorm Museum der Kommunikation. Die sich hinzugesellende Twittererin (ihres Zeichens ich) sieht sich mit einem Geschnatter konfrontiert, als wäre es just eine Vertonung ihrer Timeline. Sicher ist sie sich jedoch nicht. Auch Nicht-Twitterer schnattern manchmal aufs Geradewohl heraus, deshalb setzt sie sich etwas abseits des Grüppchens, um erst einmal via DM abzuchecken, ob das wohl die richtige Gruppe ist. Das allgemeine Gelächter einige Sekunden darauf macht sie sicher. Verhalten aber aufgeschlossen wird sich gegenseitig begrüßt und abgecheckt, ob man sich denn (schon) (und noch) folge. Doch man kommt nicht weit, denn man solle den beiden Damen folgen, es sei nämlich – als Einlage – eine einstündige Führung mit dem Titel „Dialog im Stillen“ an der Reihe.

Nach einer kurzen Einführung – sehr erheiternd der Kommentar der jungen Dame, dass wir wohl, als i.d.R. textual Kommunizierende, etwas über menschliches Sozialverhalten erfahren wollten – gab es ein paar dicke Kopfhörer auf die Ohren. Hören abgestellt. Und dann war da Francesco, (gehörlos und) attraktiver Kommunikationskünstler und ein Naturtalent an Pädagoge obendrein.
Geduldig, witzig und aufschlussreich erschließt er uns Handzeichen, Gesichtsausdrücke, Körpersprache …. und Gebärdensprache.

Uns allen fällt auf, wie wenig wir unsere Hände, Gesicht, unseren Körper zur Kommunikation i.d.R. nutzen, erforschen – z.T. unbeholfen – was mehr geht. Wir fangen an auf andere Art und Weise miteinander zu interagieren. Über den Austausch werden wir uns gegenseitig richtig sympatisch. Ich will dem Leser/ der an der Ausstellung interessierten Leserin nicht vorgreifen und die Überraschung nehmen bzw. nichts detailliert vorab verraten. Einfach hingehen. Es lohnt. Denn (z.B.) auch das ist eine Lehre, dass man manchmal zwar begreift, was im Moment um einen herum abgeht, aber leicht bis massiv zeitverzögert. Eben weil man keine Erklärung über Worte erhält. Trotzdem zwei (der mehreren) beeidruckenden Szenen zum Lust holen.

Szene 1:

Wir stehen im Kreis und jeder von uns steckt seinen Kopf durch einen Rahmen. Wir beobachten Francesco, der – meisterhaft – mimisch Gefühle auf seinem Gesicht abbildet. Wir sind aufgefordert, auf unsere je eigene Art Überraschung, Ärger, Ekel …. auszudrücken. Nach diesen Vor- und Lockerungsübungen erscheinen in der Kreismitte prägnante Fotos, die genau jene Gefühle in uns erstehen lassen. Eine Vogelspinne, die über Haut krabbelt. Ein lächelndes Baby… Automatisch vergleiche ich meine Gesichtsausdrücke von vorhin mit denen, die sich wohl automatisch auf meinem Gesicht abzeichenen. Interessiert blicke ich in das Gesicht des einen und anderen Gruppenmitgliedes. Selbsterfahrung und Erfahrung des Gegenübers par excellence.

Szene 2:
Was tun Gehörlose, wenn sie sich über jemanden unterhalten möchten, dessen Namen sie nicht kennen? Sie „erfinden“ spontan eine Gebärde. Francesco schaut uns einen Moment nacheinander an und gebärdet, wie er uns spontan gebärdete, so er über uns sprechen wollte. Die Bewegung die er macht, als er mich anschaut, ist, dass er seine Augenbraue nachzieht. Was mir den temporären Spitznamen „Frau Weigel“ eingebracht hat 😉

Nach einer kurzen Stippvisite im Museumscafe schlendern wir schließlich, nun wieder schnatternd, in Richtung der Tapas-Bar, in der ein großer Tisch auf uns wartet. Bei Aperol Spritz, Tappasplatte & Mehr erfahren wir anekdotisch Vergangenes und Präsentes aus unseren gar unterschiedlichen Lebenslinien. Überrascht stelle ich fest, mit was für tollen, warmherzigen, interessanten, aufgeschlossenen und umgänglichen Menschen mich @basadai da zusammengebracht hat! Weitere Details werden nicht verraten, nur noch, dass der typische Twitterer-Humor auch vor dem Abendessen nicht halt gemacht hat.

Auf diesem Wege ein herzliches Danke an euch alle, für ein absolut gelungenes Zusammentreffen. Ihr seid einfach toll!

Ich würde mich freuen, beim #twtffm 3 wieder dabei sein zu dürfen. Und falls ihr andern jetzt richtig neidisch werdet, dann folget doch einfach mal @andijah @blariog @kellerghost @petrapan @cerstin @towanga @mine_gute @lnell @schlawittel @Lucky_easy … für Unterhaltung und mehr in kleinen Dosen 😉

8 Antworten auf „#twtffm oder die Variation von Kommunikation“

  1. Das hast Du richtig gut beschrieben 🙂 Ich fand den Abend auch sehr schön und hoffe das es bald ein neues Treffen geben wird.
    Schön Dich kennen gelernt zu haben 🙂
    LG
    Silvi

    1. hoppla… da hab‘ ich doch glatt den Weigel… äh Waigel buchstabenmäßig verhunzt. Na ja, anscheinend mag ich alles mit e… eLearning, eTeaching, e…

      Danke @Schlawittel für dezenten Hinweis, der mir ganz nebenbei noch ein Lachen aufs Gesicht gezaubert hat 🙂

  2. Wirklich sehr schön und lebendig beschrieben.Ich fand unser Treffen auch einfach toll,war schön euch alle mal im RL kennen zu lernen und hoffe das bald wieder ein Treffen stattfindet.

    Liebe Grüße,
    Cerstin

  3. Ja, war schon sehr witzig, auch der Dialog war überaus spannend – immer wieder interessant, wie wenig man es gewohnt ist, auf Mimik, Gestik etc. zu achten bzw. sich zu verlassen.
    Dann der Abend war auch klasse – supernette Leute wieder getroffen oder kennengelernt 🙂

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