#ml50 – Die Konferenz und erste ungeordnete Gedanken

20110708-104609.jpgDer erste Tag der Konferenz ist gelaufen, die erste Frage des zweiten Tages lautet – da es ja im weitesten Sinne um Lernen geht – folgerichtig, was wir denn nun bis hierher schon gelernt haben.

Anlass genug, den einen oder anderen Vortrag noch einmal Revue passieren zu lassen und meine eigene kleine Lehre daraus zu ziehen.

(Theorie/Einschwören) Peter Bruck. Der erste Vortrag ist mir wohl vor allem deshalb in lebhafter Erinnerung, weil es der erste war. Gespannt und aufgekratzt von der aufregenden Anfahrt verharrt man unmittelbar, um zu lauschen was da (auf einen zu-)kommen mag. Und es kamen im Grunde Ausführungen, die die Haltung explizierten, aus der heraus jemand das Konzept Microlearning pusht. Dies unterstützt durch so eingängige Bilder wie eine überforderte Mami unter einem schwer beladenen Schreibtisch (zu wenig Zeit für zu Vieles was gelernt werden will) oder ein comichaft dargestellter Flussdurchwater (in kleinen Schritten geht’s besser voran). Man könnte – jetzt wo ich so darüber blogge – fast auf die Idee kommen, dass es sich bei der Ansprache (zumindest auch) um gutes/gut getarntes Marketing für Microlearning handelte.

Paul Bacsich, der über Zeitkonzepte, oder allgemeiner “differences between academic and corporate views” theoretisierte, eröffnete in der gleichen Kategorie sympathische Einblicke, die einen extra Post verdienen (to come).

(Praxis) Da gab es u.a. die Vorträge von (bello) Marco Ronchetti und Gregor Cholewa. Auch Barbara Prashnig würde ich hier einreihen. Berichte aus der Praxis heraus. Was wurde versucht mit welchem Ergebnis?
Sehr schade, dass es sich bei Ronchetti um “Versuche” aus dem Jahre 2004 handelte, also vor Smartphone-Zeiten. Die Evaluation zwar eindeutig in die Richtung gehend, dass Mobile Learning von Studis eher angenommen wird als traditionelles eLearning, es bleibt jedoch der fade Nachgeschmack, dass es sich um immer wieder akademische Verwertung der gleichen Ergebnisse handeln könnte, da Vorträge (insbesondere) im Ausland sich gut zur eigenen Ehre auflisten lassen.
Auch Prashnig, die von Neuseeland via Skype zugeschaltet war, überzeugte mit ihrer Aussage, dass eLearning die Lerner verfehle(n müsse), da deren Learning Styles nicht berücksichtigt würden. Ein Selbsttest, der z.B. In fünf verschiedenen Fragen zu Vorlieben, in welchen Temperaturen man sich wohler fühle, führt letztendlich (im Ergebnis) zu dem Aspekt, dass ich mal lieber nicht im kalten Umfeld arbeiten solle (wer hätt’s gedacht 😉 ). Das ganze dann grafisch aufwändig aufbearbeitet macht es dann aber auch nicht tiefgründiger. (Disclosure: Ich hatte zuvor bereits tiefgreifende Vorbehalte gegen eine Theorie der Lernstile).

Hervorstechend in dieser Kategorie Wener Sauter mit dem unspektulären Titel “Corporate Learning: Increasing effectiveness through blended learning approaches”, mit welchem ich mich in ausformulierter Form im Konferenzband nochmals näher auseinandersetzen werde.

(Vision) Zuletzt – schon spät und deshalb, so vermutete ich zunächst, auf etwas verlorenem Posten – Martina Roth von Intel. Ihr perfekt anmutendes Englisch, auch die offensichtliche rhetorische Schulung hielten uns davon ab, komplett “abzukacken”. Die Konnotation des Vortrages: Die Vision, dass lediglich Bildung die Welt nicht nur retten, sondern zu einem lebenswerterem Platz für alle zu machen vermag.

Jeder der Vorträge wurde aus einer eigenen Perspektive heraus gehalten, eben der – wie ich sie oben spontan benannt hatte – visionären, einer explizit theoretischen oder aus der puren Praxis heraus. So interessant das im einzelnen sein kann, als so defizitär empfinde ich diese Beschränkung. Mein Vorsatz deshalb:

Mein nächster Beitrag soll eine Perspektivenintegration versuchen.
Denn versuchen kann man ja mal 😉

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