#hrsm Social Media – strategisch: HR. Ein kurzweiliger Abend in der Commerzbank

Nachdem ich schließlich fluchtartig die Doktorandengruppe auf Arbeit verlassen und gen Innenstadt geradelt war, kam ich vorhin nicht nur verknittert, sondern richtig fertig in der Commerzbank an, der heutigen Gastgeberin des Social Media Clubs. Das Thema diesmal: Social Media – strategisch: Human Ressources. Zu meinem Glück war ich nicht die einzige, die ca. 7 Minuten zu spät dort einlief, sondern ein weiterer Teilnehmer, ebenfalls seines Zeichens Twitterer, wurde mit mir in den 42. Stock verbracht und in eine beanzugte und bekostümte Gruppe an am Thema Interessierten entlassen.

Nachdem in dieser professionellen Umgebung trotz allem Support der Beamer nicht dazu gebracht werden konnte, die jeweiligen Präsentationen an die riesige dafür vorgesehene Fläche zu werfen, hatten wir die einmalige Gelegenheit zwei Referenten ganz ohne eine solche lauschen zu dürfen. Diese waren

    Florian Schrodt von der Deutschen Flugsicherung und

der berichtet absolut überzeugend von der Entstehung der Facebook Präsenz der Deutschen Flugsicherung zum Thema Einstiegs- und Karrieremöglichkeiten. Bevor der Startschuss fiel, vergingen (in Anbetracht was ich von anderen „Launches“ zugetragen bekam – gerade einmal) 6 Monate. Während einer Testphase von einem Jahr sollte nicht nur definiert werden, was als #ROI angesehen werden solle, sondern in der Hauptsache das Oberziel verfolgt werden, nämlich die DFS als guten Arbeitgeber bekannt(er) zu machen. Dabei sei intern immer wieder schwer zu kommunizieren, dass es sich beim Betreiben der Facebook-Seite um Social Media und nicht etwa klassische Unternehmenskommunikation handele. Diese sei nämlich im Vergleich zu Kommunikation via Facebook als eher „dezent“ zu bezeichnen.
Bisherige relevante Erkenntnisse seien (u.a.):

Wichtig sind die MENSCHEN, die hinter der Plattform stehen und das Unternehmen vertreten, nicht etwa das Unternehmen, das durch Menschen vertreten werde.
Beispiel zum Thema Mensch: So werden von Zeit zu Zeit Menschen aus dem Unternehmen, wie eine Kita-Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter, der für die Vergabe von Schirmen wenn’s regnet zuständig ist, vorgestellt.

Die Community zu fragen ist essentiell
. Und diese Essentialität heizt als netten Nebeneffekt auch noch die Kommunikation an.
Beispiel zum Thema fragen: Die Community wurde befragt, ob sie mit Du oder Sie angesprochen werden wolle und hat zu 99,9% für Du gestimmt.

Spielen mit ungewöhnlichen Inhalten erhöht Feedback extrem.
Beispiel: Fotos von neu geschlüpften Vögelchen/Enten (?) auf dem wirklich schön angelegten Campus der DFS. Während dies einem recht abgelegen vom eigentlich Thema vorkommen mag, käme jedoch die Sprache trotz allem immer wieder auf Karriere- und Einstiegsmöglichkeiten zurück.

Als Quintessenz habe ich ansonsten mitgenommen, dass über die Facebook-Seite ein weiterer Kanal der Generierung von Bewerbern/Bewerberinnen und des BewerberInnenmanagements etabliert werden konnte, der zwar aus der (Bewerber-)Not geboren war, sich aber außerordentlich wirksam und innovativ entwickelt hat.

    Ina Ferber von Monster Worldwide

Die Punkte die bei mir vom zweiten Vortrag hängen geblieben sind sind folgende:

Was sich geändert hat ist wohl die Situation, dass Unternehmen (zumindest in bestimmten Bereichen) an Bewerbern nicht mehr aus dem vollen schöpfen können. An diese neue Situation haben sich diese aber entweder gar nicht angepasst, oder mit unwirksamen Mitteln („Mehr vom Alten“).

Was gleich geblieben ist ist wohl die Tatsache, dass man Menschen, hier Bewerber, mit Inhalt und Sprache anspricht.

Adäquater Umgang mit der neuen Situation unter der gleich gebliebenen Nebenbedingung sei nun die Nutzung von Social Media, wobei sie die Dreiheit von (1) Transparenz – (2) Viralität (ich mag es einfach nicht, ich mag es einfach nicht, dieses Wort) – (3) Nachhaltigkeit durchdeklinierte. (Hier habe ich die Details jedoch vergessen.) Social Media auf jeden Fall bringe über die Dreiheit (meine Wortschöpfung) die Reichweite und Sympathien, statische Inhalte (also die gute alte Webseite/Web 1.0) machten dann den Interessenten zum Bewerber. Aber ihr merkt schon, da hatte ich dann meinen abendlichen Durchhänger.

Der wurde jäh über die Eröffnung des Buffets beendet, das wir uns via Unterschrift (wegen der steuerlichen Absetzbarkeit 😉 ) redlich verdient hatten. Die Krönung des Abends war – und das meine ich wirklich so – der göttliche Nachtisch. Leider musste ich das Gebäude so fluchtartig verlassen wie ich hergekommen war, sonst hätte ich mir eine dritte Portion davon eingefahren.

Eure @mons7

13 Antworten auf „#hrsm Social Media – strategisch: HR. Ein kurzweiliger Abend in der Commerzbank“

  1. Schöner Text, ich freue mich, dass es Ihnen gefallen hat. (war ich wirklich ao lebhaft? 😉 Als Ergänzung meinerseits: uns ist der Austausch darüber hinaus wichtig, da sich darauf aufbauend eine Community gebildet hat, die sich nicht nur mit den DFS-Repräsentanten austauscht, sondern auch untereinander. Das erhöht nicht nur die Vitalität, sondern auch die Authentizität der Seite. Ps: kann mich Ihrem Urteil über den Nachtisch nur anschliessen, bin mir aber noch nicht sicher, ob dieser oder die Aussicht vom 49. Stock das Highlight war. 😉
    Viele Grüße
    Florian Schrodt

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