Wissenswert BlogCarnival: Liest Du noch oder speicherst Du schon?

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Ein Thema, das trifft
“Haben sich Ihre Lesegewohnheiten verändert, und wenn ja wie?”, so harmlos kommt das Thema des diesmonatigen BlogCarnivals von WissensWert daher. So harmlos fühlt sich diese Frage aber gar nicht an. Vielmehr eher wie eine der intimeren Art, eine, die man nicht in aller Internetöffentlichkeit bespricht. Dies rührt wohl daher, dass ich mich in Bezug auf meine Lesegewohnheiten – und dies schon seit längerem – in einer Phase des Umbruchs, einer Phase der Veränderung und ja – man kann es schon als Selbst(wieder)(er)findungsphase bezeichnen – befinde.
Was bisher geschah:

Hin zum E-Book-Reader … und wieder zurück
Und ja. Ich habe zwei davon durch. Und diese in weitere interessierte Hände weiterziehen lassen. Dies aus dem Grund, da ich im Grunde meines Herzens ein Gerät, das nur dazu da ist, gelesen zu werden, für überspezialisiert halte. Das regt mich schon immer (in Analogie dazu) bei Geschirr auf. Warum brauche ich ein anderes Glas für Weißwein als für Rotwein und wiederum ein neues für mein Wasser? …. Und überhaupt… Warum kann ich mit meinem iPad nicht Kaffee kochen? 😉

Also doch die Taschenbuchausgabe?
Jein. Man erwischt mich zwar ab und an noch mit einem Buch in der Hand, dies jedoch ausschließlich mit geliehenen aus der Bibliothek, in der Deutschen Bibliothek sitzend, oder – nur kurzfristig. Kurzfristig deshalb, weil ich diese direkt nach der Lektüre wieder weitergebe. (Ganz schlechte sogar wegwerfe.) Was mir natürlich das Nachschlagen (zwecks z.B. Zitierens) recht schwer macht. Entweder nämlich, ich habe ein potentielles Zitat schon in irgendeiner Art und Weise verdigitalisiert, oder aber es ist für immer, genau, entweder in gute Hände weitergegeben oder in die Tonne gekloppt worden.

Gibt es auch Positives zu berichten?
Nun. Ja. Ich bin zwar mit der Gesamt-Lesesituation unzufrieden. Ich bin aber auch davon überzeugt, dass es das (annähernd) ideale paar Schuhe gibt, dass es die (für mich annähernd) ideale Handtasche gibt… und nicht zu vergessen, das ideale Endgerät 😉
Durch diesen (vielleicht Irr-)Glauben angetrieben, bin ich natürlich konstant und weiter auf der Suche danach.

Und wohin soll diese Suche im Idealfalle führen?
Ich beschreibe mal schlicht und ganz einfach wie ich – unabhängig von dem was geht und was nicht – gerne lesen möchte. Hier meine Anforderungen/Vorstellung(en):
1. Weiterverarbeitbarkeit
Wenn ich etwas lese, möchte ich (zumeist) auch etwas damit machen, das Gelesene weiterverarbeiten. Wenn auch nur in Form eines Tweets, schon komplexer als Blog-Post, wünschenswertester Weise als Aufsatz oder noch schöner in eine potentielle Dissertation hinein. Dieses Rezipieren und Kreieren wechselt sich immer mal wieder ab. Früher hat das konkret so ausgesehen, dass ich das Buch einen Moment aus der Hand gelegt habe, um ein Zitat an der entsprechenden Stelle des Word-Dokumentes einzufügen.
2. Nicht noch ein Gerät
Das hat mich schon damals am Kindle gestört. Irgendwann, wenn ich “alles mitnehme was geht” und was ich unterwegs dann gebrauchen könnte steckt neben dem Handy das Netbook, neben dem Netbook das iPad, neben dem iPad diverse Stecker (da ja der Strom ausgehen könnte), daneben der anfangs genannte Kindle (o.ä.). Ich bin ein Fan des All-in-One. Statt Lesegerät also entsprechende Funktion/entsprechendes Programm auf anderweitig (ohnehin) genutztem Endgerät.
3. Zugriff von verschiedenen Endgeräten aus
Warum dann jetzt diese Forderung, wenn doch das Ziel darin besteht, nur noch an und von einem Gerät aus zu arbeiten? Genau das eben nur ist es. Eine Forderung. Da meine derzeitige Realität aber ganz anders aussieht, und ich morgens in der U-Bahn vom Smartphone aus “arbeite”, tagsüber vorm Riesen-Rechner und abends auf der Couch mit dem MacBook Air(chen), so will ich auch alles von überallher (weiter-)lesen können.
4. Sofort auffindbar
Und um dies zu können, muss ich es – und zwar möglichst zielsicher – finden.
5. Ohne Aufwand zitierbar
Sobald gefunden komme ich – wie oben beschrieben – alsbald in die Situation, eine Passage davon weiterverarbeiten zu wollen. Dies soll natürlich – möglichst stressfrei, möglichst komfortabel und möglichst nach dem Zitiervorgang nicht mehr zu bearbeiten müssend – möglich sein.
6. In sich integriert
In sich integriert. Noch ein mehr an Forderung denn Zustand. Im Moment ist nämlich gar nichts integriert. Fest steht allerhöchstens die “Zieldatei”, in die ich meine Erkenntnisse hineinintegrieren will. Das geht aber bisher nur von Hand. Besonders händisch wenn es sich um eine HardCopy-Ausgabe eines Buches handelt, schon besser wenn es sich um eine bei Diigo gebookmarkte Quelle handelt, am besten vom Laptop aus Citavi heraus.

Was zusammengenommen wiederum zur Forderung nach dem optimalen Gerät in Kombination/bespielt mit der ultimativen KillerApp führt. Da diese Kombination so allerdings von mir noch nicht entdeckt wurde, bleibt mir nichts anderes übrig, als meine digital noch rudimentär entwickelten und im Flusse befindlichen Lese- und Verarbeitungsgewohnheiten weiterzuentwicklen, also zu lernen.

Was mich wieder zurück zur Ausgangsfrage bringt: Haben sich meine Lesegewohnheiten verändert?

Ja, meine Lesegewohnheiten haben sich geändert, sie ändern sich gerade und sie werden sich (hoffentlich) zukünftig noch viel mehr verändern.

Und beim Lernen helft ihr mir alle – wie immer – dabei!
Eure mons7

Eine Antwort auf „Wissenswert BlogCarnival: Liest Du noch oder speicherst Du schon?“

  1. Ich finde mich in dem, was du schreibst wieder.

    Gerade mein Citavi vernachlässige ich bei meinen Aktivitäten im Web leider, obwohl ich gerne damit arbeite. Information aus pdf-Artikeln übertrage ich immer wieder in mein Citavi, alles was zitierfähig ist nehme ich dort gerne auf, doch Zitierfähigkeit und social media ist so eine Sache.

    Bem Lesen an meinem Thinkpad Tablet vermisse ich eine Möglichkeit, gelesenes quasi im Vorbeigehen zu speichern und weiterverarbeitbar zu machen. Gerade der aktive Umgang mit der Rezipierten Literatur, wie du ihn erwähnst, ist für mich der Schlüssel zur Produktivität.

    Die Schreibforschung spricht seit langem vom Lesen-Schreib-Prözess, in dem die beiden Tätigkeiten ineinander greifen und miteinander verzahnt sind. Auf die Suche nach der Killer-App, die dies plattformübergreifend möglich macht, bin ich auch. Gib mir bitte bescheid, falls du sie jemals finden solltest.

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