Social Learning – Teil 4 – mental fatal ;)

*TEIL 4: Wie weit ist ein Mentalitätswandel hin zu kooperativem Lernen im Netz schon verwirklicht? (Im persönlichen Bereich, im Unternehmen, im Hochschulbereich)*

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1. Verwirklichung in meinem persönlichen Bereich:
Jede Verwirklichung (Umsetzung) beginnt mit dem Glauben an Möglichsein und Potential einer Idee. Und der festen Überzeugung bin ich, dass Lernen im Netz (Social Learning) nicht nur funktioniert, sondern sehr viel Freude (und Motivation) bringen kann.
Gleichsam mangelt es (noch) an meiner konkreten Umsetzung.
(Selbst-)Kritikpunkte, die ich gerade angehe, sind:

– Ich profitiere vom Geben der Anderen, gebe aber zu wenig (dezidierte) Rückmeldung zurück.

Dazu habe ich mich schon im letzten Post unter Unterpunkt 3 geäußert. Und Besserung gelobt.

– Ich halte mir alle Möglichkeiten offen, anstatt konkrete Projekte/Aufgabenstellungen anzugehen.
So derzeit beim #change11 MOOC. Hier könnte ich eine konkrete Vorgehensweise/ein konkretes Profjekt (z.B. ein gemeinsames Blog) für uns paar deutschsprachige Nutzer vorschlagen, anlegen, mitbefüllen, aber nein… das war mir ja (anscheinend) zu verbindlich, lieber halte ich mir alles offen und meine Teilnahme plätschert seitdem auch nur noch so dahin. Allerdings ist es für eine konzertierte MOOC-Beteiligung noch nicht zu spät. Der Vorschlag eines solchen wird mein konkretes Projekt nach Abschluss der Social-Learning-Fortsetzung. Versprochen 😉 .

– Meine Priorität ist (immer noch) kurzfristige Einkommensgenerierung.
Ein Punkt, der mich insbesondere ärgert. Habe ich des Abends – also während meines sog. Feierabends – die Wahl, noch schnell etwas für meine Lohn- und Brotarbeit zu erledigen, für welches mir am Tage die Muße fehlte und auf der anderen Seite ein kein unmittelbar Brotlohn einbringendes Vorhaben durchzuführen, entscheide ich mich in der Regel für ersteres. Was mich aber nicht wirklich weiterbringt, da ich ja nach Zeit bezahlt werde, und nicht nach Resultaten.

2. Verwirklichung bei mir im Unternehmen

Kooperatives Lernen findet durchaus statt, jedoch mitnichten netzbasiert. Und zufällig, meist im privaten Geschäftsrahmen. Zufällig, wenn man nebenbei von der Kollegin die eine oder andere Tätigkeit aufgrund räumlicher Nähe mitbekommt, und sich punktuell über darüber erarbeitete neue Erkenntnisse austauscht. Oder noch wahrscheinlicher beim entspannten gemeinsamen Mittagessen, wenn das Gespräch sich für einen selbst in ungeahnt interessante Bereiche verfängt, ausgelöst über einen Stoßseufzer der Kollegin, nach dessen Grund man sich erkundigt.

3. Verwirklichung bei uns in der FH, als Hochschuleinrichtung
Ich denke eine Hochschuleinrichtung wie meine FH muss sich besonders schwer mit kooperativem Lernen im Netz tun. Dies aus zweierlei Gründen:

– Datenschutzverpflichtung bis Datenschutzwahn

Unser im Gesetz niedergelegtes Verständnis von Datenschutz hat sich mittlerweile überholt. Von einer Neuformulierung sind wir jedoch noch weit entfernt. Allerdings wird das Thema mittlerweile öffentlich und konträr diskutiert, was zumindest einen ersten Schritt zu einer Neuformulierung darstellt.
Solange diese jedoch nicht geschehen, hat sich die FH als quasi öffentliche Einrichtung daran zu halten.
Und wir halten uns nicht nur daran, sondern einige von uns sind gleichsam einem Datenschutzwahn verfallen. Den man befeuert, sobald man das Wort „Netz“ oder „öffentliches Lernen“ oder überhaupt irgend etwas im Zusammenhang mit „öffentlich machen“ in den Mund nimmt. Die Worte darum herum sind im Grunde irrelevant. Es gibt nur die Auslöser.

– Prüfungsordnungen (Bewertung von Einzelleistungen) und Plagiatsdiskussion

In den Prüfungsordnungen steht in der Regel die Passage, dass zwar so etwas wie Gruppenarbeit möglich ist, jedoch die Leistung des Einzelnen abgrenzbar sein muss und für sich bewertet wird (das jetzt lediglich vom Sinn her, die Formulierungen hören sich durch die Bank juristischer an). Was didaktisch eines der Todesurteile für Kooperation und Kollaboration darstellt.

Und zuletzt die leidige Plagiatsdiskussion. Plagiate sind so „bäh“ wie das Abschreiben vom Nachbarn während der Klausur. Von Seiten der Institution(en) wird Wert auf die (auch moralische) natürlich negative Bewertung des Plaggiierens sowie dessen Folgen gelegt.
Als Erziehungswissenschaftlerin stellt sich die Diskussion jedoch (auch als ungenutzte) Chance dar: Ist nicht ein korrektes Zitieren und Einbinden von fremdem Gedankengut ins eigene einfach nur die andere Seite der Medaille? Die – pädagogisch genutzt – zu Gold werden könnte?

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