#ocwl11 – oder (wie) funktioniert ein MOOC unter institutionellen Rahmenbedingungen?

Die @dieGoerelebt hat ja bereits bloggenderweise vorgelegt und den Startschuss gegeben. Und damit gleichzeitig einen umfassenden Überblick über das didaktische Konzept des (meines Wissens) ersten MOOCs unter institutionellen Rahmenbedingungen bereitgestellt.

Exkurs: Nochmal schnell, was war das noch, so ein MOOC?
MOOC steht für ausgeschrieben Massive Open Online Course, hier gibt’s das Video dazu, was sich strukturell dahinter versteckt. Nochmals in Kürze: Jeder darf mitmachen. Lernziel und Einsatz bestimmt die Teilnehmerin individuell für sich. Thema und erste Quellen werden vom Veranstalter als Input bereitgestellt, ebenso wie ein zusammenfassender regelmäßiger Newsletter. Als Schmankerl dienen Live-Events mit ausgesuchten Experten, die der sich gebildet habenden Community (im Idealfall) Rede und Antwort stehen.

Aber widerspricht sich das nicht, so ein MOOC und/unter institutionelle/n Rahmenbedingungen?
Jein. Ja, im hochschulinstituionellen Kontext bestimmt jeder sein Lernziel selbst. Nicht. Und ein paar andere Aspekte auch. Nicht. Aber der Abgleich ist (schon wieder) ein eigener Artikel wert. Aber. Ist nicht alles Rezipieren eine Neukreation? Will sagen, setzt sich ein was auch immer im Nächsten fort, beinhaltet dies per se eine (Neu-)Interpretation. Also warum nicht dem MOOC im institutionellen Kontext (s)eine Chance geben.

Zu meiner Rolle
Da war ich gerade noch am Überlegen …. OB… denn ein MOOC überhaupt auf ein Hochschul-Setting übertragbar sei ….. und FALLS, ja falls, WIE denn das gehen könnte …. da hat der @moskaliuk auch schon das erste Experiment an der Uni Tübingen gestartet. Den #ocwl11. (Sie sind halt experimentell, die Psychologen). (Für mich) Glücklicherweise ist der Kurs folgendermaßen gestrickt, wie die @dieGoerelebt hier so aufschlussreich beschrieben hat:

Die Studierenden legen in ihrer Offline-Seminarsitzung vor und diskutieren entlang der vorgegebenen Literatur (die zum Teil auch open online zur Verfügung steht) das Thema der jeweiligen Einheit. Im Anschluss daran schreiben einige eine Art Protokoll und stellen dieses im Kurs-Blog zur Diskussion. Jetzt sind die Online-Teilnehmer/innen außerhalb der Uni am Zug – eigentlich nicht erst jetzt, denn auch sie hatten bereits die Gelegenheit, die empfohlene Literatur zu lesen und sich bloggend auseinander zu setzen. Doch spätestens, wenn die Studierenden sich netz-öffentlich zu Wort gemeldet haben, beginnt der Open-Online-Teil, für den es eine gesonderte – virtuelle – Präsenzveranstaltung gibt, und zwar immer am Montag eine Woche nach der Offline-Veranstaltung (s. Beschreibung der Struktur).

Begeisterte Patinnen reagieren dann, so der weitere Plan, mit einem Blog-Post, twitternderweise, onlineartig auf das im Blog von den Studierenden verfasste Protokoll. Ihr dürft mich “die Patin” nennen. 😉 Und Patin ist man für ein bestimmtes Thema.

Zu meinem Thema
Die Wissensspirale. Ohne eine Idee davon zu haben, was es denn mit dieser Wissensspirale auf sich habe (jetzt schon, denn ich habe ja mittlerweile den Input (s. in der verlinkten Quelle unten) dazu gelesen – dazu in einem gesonderten Artikel mehr), hat mich dieser Begriff gleichsam magisch angezogen. Angezogen deshalb, da er in mir eine wertvolle Erinnerung hervorgelockt hat, eine der wenigen meiner tristen Schulzeit.

Exkurs: So gut wie alles was da – aus meiner Perspektive – von Statten ging während meiner Schulzeit, wirkte auf mich … schlicht und einfach nutzlos. Deshalb entwickelte ich (m)eine Strategie, möglichst schadlos davon zu bleiben: auf bessere Zeiten zu warten und sich unauffällig/angepasst zu verhalten. Ganz selten, wenn mir jemand einen (Meta-)Erklärung lieferte, gab es einen Funken, ein Hoffnungsschimmer. Eine solche lieferte ein frischgebackener Referendar, als wir unvermittelt in Mathematik mit den netten Zeichnungen aufhörten (warum nur?), um mit Zahlen(spielen) fortzufahren. Die (damalige) Erklärung: Die Mathematik sei in allerlei Bereiche aufgeteilt, einer davon Geometrie, ein anderer Algebra benannt. Jedes (Schul-)Jahr durchschreiten wir diese Bereich, nur eben auf höherem Niveau. Wie auf einer Wendeltreppe. Stellt es euch vor, wie eine Wissensspirale. Und seither ist der Begriff der Wissensspirale mit dem Gefühl der Erkenntnis, der Freude, des Gefühls, dass da vielleicht doch eine Idee, ein Sinn hinter diesem ganzen Schulleid stecke, belegt. Wie kann ich da anders, als mich für die Wissensspirale als Patin zu bewerben?

Mein ureigenes Forschungsinteresse dabei
Und manchmal – in ganz schwachen Momenten – befürchte ich, dass Bildung und lustvolles Lernen gar ganz und gar dem Administrativem/dem Verwalten (auch) an der Hochschule gewichen sind. Dass zwar noch Bildung draufsteht, aber Administration drin ist. In der Hoffnung, dass ich in solchen Momenten (ganz) falsch liege, starte ich meine (teilnehmende) Beobachtung.

Und? Seid auch ihr mit dabei?
Es werden noch weitere Patinnen gesucht. Und Retweeterinnen. Und Mitmacherinnen.

Macht’s gut bis auf Weiteres
die monsi.

5 Antworten auf „#ocwl11 – oder (wie) funktioniert ein MOOC unter institutionellen Rahmenbedingungen?“

  1. Ich denke, ein “MOOC unter institutionellen Rahmenbedingungen” hat zwei unterschiedliche Zielgruppen. Für die einen, die Selbstlerner, die EduCommunity, alle Interessierten “draußen” im Netz, könnte sich auch der MOOC in Tübingen präsentieren wie “unser” OpenCourse im Sommer: eine Agenda, Themen, Termine, Lesestoff, Vorschläge für Aktivitäten und einige weitere Hinweise, um sich zu treffen und auszutauschen. Aber im Wesentlichen: offen und dezentral.
    Für die anderen, also die Teilnehmer einer Hochschulveranstaltung, sieht das möglicherweise anders und ungewohnter aus: jetzt gibt es Input aus einer offenen Community, neue Erfahrungen, von Teilnehmern, die keine Punkte sammeln müssen, usw.

    Ansonsten haben “MOOCs unter institutionellen Rahmenbedingungen” einfach Startvorteile, die man nicht unterschätzen sollte: eine bestehende Infrastruktur, ein Curriculum, Lernen und Bildung als Kernaufgabe. Von daher sind solche Experimente naheliegend, lohnend – und überfällig.
    Gruß, JR

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