Twittern als selbstinitiiertes Hineinsozialisieren ins akademische Feld

Bildquelle. Anlass diesen Beitrag zu schreiben war wieder einmal ein Tweet. Diesmal einer von @biwi_uli, aus dem sich ein kurzer Dialog (immer noch via Twitter) ergab. Der lief darauf hinaus, dass wir doch Twitter einmal dahingehend beforschen sollten welche Rolle es (für uns) im akademischen Kontext spiele. Erste Gedanken zur Frage (eher in Form eines Brainstormings) im Folgenden.

[Dazu werde ich im Übrigen auch noch einen wissenschaftlichen Text lesen und einarbeiten, und zwar: Bihrer, Tremp & Schiefner, 2010; bereits in der Deutschen Nationalbibliothek bestellt; das ist im Übrigen auch einer der grundlegenden Unterschiede zwischen „Ganz-Drin-Akademikern“ und mir: Erstere lesen und verarbeiten zuerst den wissenschaftlichen Text und schreiben dann, ich mach‘ es umgekehrt 😉 ]
Aus meiner Vergangenheit: Empfundene Ausgrenzung

Wer mich näher und länger kennt, kennt das Lied, das ich in regelmäßigen Abständen anstimme: Hochschule ist mitnichten so angelegt, Anlagen des einzelnen Studierenden bestmöglichst zu fördern, sondern vielmehr auf Ausgrenzung hin. Und genau so habe ich Hochschule lange Zeit empfunden, mit der nagenden Frage im Hinterkopf: Findet der interessante Wissensaustausch wirklich hinter für mich verschlossenen Türen statt, oder ist das sowieso alles ein Trugschluss und dieser vermutete Wissensaustausch und die unterstellte Wissensgenerierung findet gar nicht statt?
Mittlerweile bin ich bie der Einschätzung angelangt, dass es solche Momente des „Wissens-Flows“ durchaus gibt, allerdings sind diese selterner als man denkt … und finden in unvorhersehbaren Situationen statt.

Wider die Ausgrenzung: Den Fuß in der Tür
Da ich an die Idee der Universitas fest und innig glaubte, habe ich nun – mit den Mitteln, Verfahrensweisen & Strategien die mir eben zur Verfügung standen, doch noch einen Fuß in die Tür bekommen. Zunächst lange Jahre als Verwaltungsangestelle (was einen qua Rolle schon wieder vom akademischen Wissensaustausch ausschließt), schließlich als Wissenschaftliche Online-Tutorin, jetzt als Mitarbeiterin im Bereich eLearning. Dass letztere Position wiederum eine Sonderstellung darstellt, sozusagen ein sich befinden im „Third Space„, wurde und wird mir wiederum nach und nach klar.

Twittern als selbstinitiiertes Hineinsozialisieren ins akademische Feld
Twittern – und nun komme ich zu meinem eigentlichen Punkt (ich hoffe die werte Leserschaft ist mir bis hierher gefolgt 😉 ), stellt nun, im Lichte dieser Erkenntnisse, für mich den Versuch des selbstinitiierten Hineinsozialisierens ins (originär) akademische Feld dar.

Dies deshalb, da es dort eine kritische Anzahl an Personen gibt, die in beiden Welten (nämlich in derjenigen von Twitter und der akademischen) zu Hause sind. Dabei handelt es sich bei der aufgefundenen „Schnittmenge“ sowohl um Peers, als auch um (in dieser Richtung offene) Lehrende, wobei die Übergänge hier fließend sind. Eine kleine kurzweilige Auswahl, die ich gerne auch als #ff Empfehlung verstanden wissen möchte, findet sich in einem gesonderten (noch zu postenden) Beitrag.

Aber was heißt das jetzt eigentlich, mehr oder überhaupt drin sein, im akademischen Feld?
Man kommt überhaupt erst an bestimmte Informationen und Ankündigungen heran, man verabredet sich vorab zu akademischen Zusammenkünften (zu denen man sonst nie hinfahren würde), man holt sich die Meinung von jemand ein, der sich die gleiche Frage wahrscheinlich auch schon einmal gestellt hat. Z.B.:

– CfPs

– Veranstaltungshinweise

– gemeinsame Teilnahme an Veranstaltungen

– Anbahnung von gemeinsamen Fragestellungen

– Erfahrungsaustausch zu ganz praktisch auftauchenden Problemen

– Open Educational Ressources, wie die Vorträge der Doktorandengruppe
So. Und die wollt‘ ich alle auch noch irgendwie erläutern. Aber das mach‘ ich Morgen. (Auch) In einem Extra-Post. Ist halt alles Work in Process. 😉

Gibt es jemanden unter euch, für den/die Twitter eine ähnliche Rolle spielt?
Fragt sich, die Foscher-Mons in mir.

5 Antworten auf „Twittern als selbstinitiiertes Hineinsozialisieren ins akademische Feld“

  1. Für mich hat Bloggen + Twittern trotz der räumlichen Entfernung von akademischen Stätten eine Rückkehr ins „akademische Feld“ ermöglicht, freilich nur im Bereich Pädagogik. Zu anderen Bereichen wäre es komplizierter darzustellen.
    Freilich, Blogger und Twitterer bewegen sich, so akademisch sie sein mögen, in einem neuen Feld.

    1. @apanat, was würdest Du als Aspekte des „akademischen“ Feldes aufzählen?
      Sehe ich das richtig, dass es einen Unterschied zwischen „wissenschaftlich“ und „akademisch“ gibt? (Ich sehe „wissenschaftlich“ als Teilbereich von „akademisch“ an, … allerdings kann man auf die eine Art arbeiten ohne Teil des Feldes zu sein bzw. Teil des Feldes sein, ohne wissenschaftlich zu arbeiten/arbeiten zu können).

  2. Ich kann mich @apanat anschließen. Im Zuge einer strategischen Neuausrichtung bin ich dabei, mein Praxiswissen zu re-theoretisieren. Es dauert seine Zeit, bis die Verbindungen wieder eingezogen und die Verknüpfungen aktualisiert sind.
    Daher breche ich hier wieder eine Lanze für die „Lurker“ 😉
    Konkret zum Beispiel #owcl11:
    Das sehe ich als Weiterbildung in einem Randgebiet, das nichtsdestotrotz sehr wichtig für mich ist. Es handelt sich nicht um ein Studium. Und (noch) nicht um einen fachlichen Austausch unter Kollegen. MOOCs verstehe ich als eine Art Inkubator, denn sie können einen sehr reizvollen interdisziplinären Dialog in Gang setzen zwischen Wissenschaft und Praktikern.
    Zu gegebener Zeit, wenn alles rezipiert, internalisiert, rekonstruiert und explziert ist, kann ich mehr beitragen. #owcl12?
    Im Moment beschränkt es sich auf die lockere Twitter-Konversation.

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