#ocwl11 Wenn eine eine Reise tut – Teil 2

Mich hat es ja die ganze Rückfahrt in den Fingern gejuckt. Leidenschaftlich habe ich eure Tweets verfolgt, nur leider hat mich das (fehlende) Netz nichts dazu beitragen lassen. Das möchte ich hiermit ausgiebig nachholen.

Gesamteindruck

Ich habe ein sehr interessiertes, offenes und grundpositiv eingestelltes Trüppchen vorgefunden. Leider hatten sie ihre Twitter-Namen nicht auf die Stirn geheftet, weswegen ich die entsprechenden Namen den obigen Gesichtern nicht (durchgängig) zuordnen kann. Kann das vielleicht jemand von euch Tübingern als Kommentar machen?

Die Master-Patin

Ja. Viel Lob habe ich über die Twitterei während der Offline-Session eingeheimst. Gleichsam muss ich einschränkend dazu sagen, dass es mir selten so schwer gefallen ist, parallel zu twittern, wie heute Mittag. Dies, da ich wie gebannt den Studierenden an den Lippen hing, die vor mir – erstaunt und fassungslos wie ich war – eine gar andere Welt und Weltsicht erstehen ließen. Ja, ich weiss, ich twittere ja auch ungeniert und unbekümmert von Konferenzen. Während Konferenzen gibt es aber i.d.R nicht so viel Neues, so viel Irritierendes sowie Interessantes auf einmal wie heute während der Offline-Session.
Auf die Spur gebracht – und an meine Berichtspflicht erinnert – hat mich immer wieder die @designeon.
Ihr gebührt also mindestens der gleiche Dank, gemeinsam waren wir wohl der sprichwörtliche Kleber des Offline-Online-Settings. Ich gebe deshalb (großzügig wie ich bin 😉 ) meinen errungenen Titel der Master-Patin an sie ab, begnüge mich mit dem Titel der Super-Patin 😉 🙂 🙂
Es kommt ja noch einige Arbeit auf uns zu, sobald die angekündigten Blog-Postings online sind. Denn dann soll wohlwollend-konstruktive Kritik geübt werden – so habt ihr es vertwittert.

Mit heimgenommene Erkenntnisse/Thesen
1. Man/Frau kann mit Offline-Lernen sehr erfolgreich sein
Oder wie Johannes es neutraler und wissenschaftlicher ausgedrückt hat: Lernen an der Universität läuft eben auch nach einem bestimmten Script ab. Und dieses sieht online eben grundsätzlich nicht vor.
Vielmehr ist es so, dass ein Ausweiten und Ausschweifen des eigenen Lernens und weg von den Vorgaben sich sogar notendrückend auswirken kann (in traditionellen Seminaren), da es sich beim online lernen um nicht direkt lernfördernde Handlung handelt, die in keiner Art und Weise belohnt wird… und wie ihr wisst sehr viel Zeit kosten kann.

2. Was wir in jahrelanger Übung uns an Arbeitsweise angeeignet haben, lässt sich nicht in 2 Wochen nachahmen
Mir fällt es so schwer wie euch. Locket und übet (euch in) Geduld.

3. Wir sind die Experten!

Mit großer Überraschung habe ich vernommen, dass wir als überragende Experten wahrgenommen werden. Also solche, denen man eigentlich nichts mehr präsentieren könne, was sie nicht schon ohnehin wüssten. Ich will euch/uns den Expertenstatus jetzt mitnichten komplett absprechen, jeder von uns hat bestimmte Aspekte in Tiefen ausgeleuchtet, die die anderen nur erahnen können. Aber das, so denke ich ist der Punkt, sind alles verschiedene Tiefen.
Ich lerne daraus zweierlei:
a) Das online Präsentsein nutzt doch irgendwie der eigenen Reputation 😉
b) Auf Augenhöhe zu kommunizieren kann nicht nur von einer Seite ausgehen. Es ist eine Aufgabe aller Beteiligten.

4. Ihr seid die Experten!

Ich habe sehr interessante und durchaus diskussionswürdige Stellungnahmen heute zu hören bekommen (die ich leider nicht mehr in der Form wiederzugeben vermag). Auch Aussagen zu Befindlichkeiten und stattfindenden Prozessen. Und das ist es doch, was uns reizt zu erfahren. Ansichten, Einsichten, Entwicklungen. Gleichsam das Bewusstsein dafür schaffen, dass es das ist, was uns interessiert und weniger (natürlich auch aber eben weniger) fertige Ergebnisse, das ist eine (weitere) unvollendete Aufgabe. Ran, ihr Paten.

5. Nicht offen-geschlossen ist der Gegensatz, sondern online-offline
Vor Tübingen war ich der Überzeugung, dass die eigentliche Herausforderung darin bestehe, geschlossene Umgebungen, wie eben Universitätsseminare zu öffnen. Das ist aber wahrscheinlich gar nicht die kritische Dichotomie, denn immerhin wurde ich mit offenen Armen empfangen, an offline Runde teilzunehmen. Nach Tübingen bin ich vielmehr der Meinung die Herausforderung besteht darin, zwischen einer online und einer offline-(Lern-)Kultur zu vermitteln.

6. Stürme im Wasserglas machen einfach Spass!
Zu sechst und zuletzt: Unsere Lurker-Diskussion war ja im Grunde eine mitgenommene und weitergeführte aus der „OPCO-Bewegung“ (der Begriff stammt (leider) nicht von mir, ich halte ihn aber für einfach genial 🙂 ), die sich am #ocwl11 neu entzündet hat. Und irgendwie hat mir die Diskussion (zugegebenermaßen) auch Spass gemacht. (Kann es sein, dass ich langsam zum Troll mutiere?). Will einfach nur schreiben: Ich empfinde zutiefste Freude, Teil einer Bewegung/Community sein zu dürfen. Und auch wenn ich seltenst mit euch ganz einer Meinung bin, mag ich euch trotzdem. Oder gerade deswegen.

Das alles wie immer bewusst subjektiv. Weitere/andere subjektive Meinungen willkommen.

Und jetzt erst einmal #(tw)off

5 Antworten auf „#ocwl11 Wenn eine eine Reise tut – Teil 2“

  1. Tja, um die Online-Offline-Verbindung ging es doch letztlich in den letzten 2 Wochen. Habe das nie als entweder-oder-Diskurs angesehen…. von daher: d’accord!

    Die „Experten“ sind natürlich solche, jedeR auf seinem/ihrem Fachgebiet. Aber: im Sinne der BarCamps – kann wirklich jedeR von dem eigenen Spezialwissen erzählen. Nur Mut. Das ist das Web 2.0 und seine Möglickeiten.

    Spannend, gut gemacht, Monika & Sabine.

    *grins*, Andrea

  2. Hallo Super-Patin, hier spricht die Master-Patin… 🙂

    Nein, im Ernst: Es war eine tolle Idee, nach Tübingen zu fahren und Du hast Deine Sache wirklich hervorragend gemacht, Monika.

    Und mir geht`s genau so. Auch ich empfinde tiefe Freude, Teil unserer Community/Bewegung sein zu können. Und es macht mir riesigen Spass, die Prozesse gemeinsam mit Euch allen zu gestalten.

    Und ich finde es wirklich klasse, dass Ihr ein Foto gemacht habt.

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