(Eine Art) Buchrezension – Dueck und seine Professionelle Intelligenz

Martin Kurz aka @martinkurz hat Wort gehalten, und mir zum #ecbi11 den neuesten Dueck-Band mitgebracht, und das in erstaunlich gutem Zustand, will heißen ohne Unterstreichungen, Kritzeleien und Kaffeeflecken darin. Ich gelobe mir Mühe zu geben, diesen Zustand beizube- bzw. zu erhalten.

Aber zum Inhalt. Obwohl. Eine solche inhaltliche Besprechung gibt es ja schon in unserer Community. Nämlich und z.B. bei Oliver (Tacke) hier . Von daher kann ich mich ganz entspannt zurücklehnen … und mich der reinen Kommentierung widmen, meiner Lieblings-Disziplin. 😉

“Die Lehrer und Professoren sind nicht mehr das Tor zur Bildung. Die Portale der Bildung sind mehr und mehr im Netz. Die Schüler und Studenten brauchen dann allerdings richtig gute Reiseführer in der virtuellen Welt.” (S. 197)*

Und genau das ist mein Begehr. “Learning Facilitator” zu sein, und ich übe mich ja derweil schon in drei spannenden Projekten darin. Allerdings bin ich fern der Meisterschaft, oder “Professionalität”, wie es Dueck wohl nennte. Und um was es sich bei dieser professionellen Intelligenz denn handele, bricht er herunter und abstrahiert er für allerlei Bereiche, also mitnichten nur den Bildungssektor/Bereich der Bildung, zerlegt er in folgende Teilintelligenzen.

IQ oder die normale Intelligenz des Verstandes (vgl. S. 112f.)
Na ja. Mit der liegen wir wohl alle im Normbereich. Immerhin wurde wohl darauf in der Schule und danach bei Ausbildung und Studium der meiste Wert gelegt. Sofern wir irgend durchgekommen, kann es ja nicht so schlimm darum stehen. Oder?

EQ oder die emotionale Intelligenz der Zusammenarbeit oder auch Herzensintelligenz (vgl. S. 113)

“Ihr EQ liegt weit über dem Durchschnitt. Ihre Antworten zeigen deutlich, dass die emotionale Intelligenz sehr hoch entwickelt ist.” … so behauptet zumindest das Testergebnis des EQ-Tests der Süddeutschen. Der Leser/die Leserin versuche sich hier daran. Oder wie Dueck schreibt… einfach auf/bei Google EQ und Süddeutsche eingeben…. und schon erscheint der Link. Den Intelligenztest (analog auffindbar) habe ich mal lieber nicht gemacht und halte mich an obigem Glaubenssatz fest… am Ende wäre noch herausgekommen ich sei EQ mäßig besser als IQ. 😉 Aber auch das Konzept des EQ (und was sich dahinter verbirgt)  kennen wir spätestens seit dem Bestseller von Goleman.

Was wirklich neu ist, ist (neben der expliziten Beschreibung, was wir alle an Unprofessionalität um uns herum bereits massenhaft wahrnehmen und der Umdefinition und Erläuterung der Begriffe Keystone-Persönlichkeit und T-Shape-Spezialist, der Leser/die Leserin lese selber nach) die Beschreibung weiterer Teilintelligenzen, nämlich VQ (die Vitale Intelligenz des wirksam werdens), AQ (die Intelligenz der Attraktion oder die Kunst der Verführung der Sinne), CQ (die kreative Intelligenz, die neue Welten (er-)öffnet), sowie MQ, die Intelligenz der Intuition und der Sinnstiftung (das M kommt von meaningful). Noch ein paar Worte zu diesen.

VQ oder die schlichte Kunst, zu wirken

Und so schlicht und einfach ist diese Kunst wohl gar nicht. V kommt übrigens von vital. Und gemeint ist so etwas wie “Sie können offene Konflikte aushalten, auch, eine Zeit lang am Pranger stehen.” Und das für mich als absoluter Harmonie-Mensch. Vitale Intelligenz beweisen z.B. eine @dieGoerelebt, wenn sie einen gesamten Fernlehrgang #SoMM in Rekordzeit (wenn auch mit uns zusammen, aber das ist eben auch die Kunst, “Führungsfähigkeit” (S. 138)) zum Start zu bringen. Oder ein @herrlarbig, der gerade dabei ist, Schule auf #oer zu bringen.

Dagegen sind meine VQ-Leistungen läppisch. Da das aber nicht gerade meine Stärke ist, bin ich trotzdem ganz schön stolz drauf. Nur z.B. immer wieder zu bloggen, trotz des Gefühls, der einzelne Post sei noch nicht fertig. Und ich glaube genau das ist der Schlüssel zum Training meiner Wirkungskunst. Artefakte zu erstellen. 15-Minuten-Lern-Videos. Texte. Audioboos. Ihr werdet euch noch wundern, wie VQ ich werden kann. 😉

AQ oder durch Berührung der Sinne verführen

Hier schneide ich vielleicht etwas schlechter, aber zumindest genau so schlecht ab, wie beim VQ. Aber – dies nicht nur um meine Ehre zu retten – ich erkenne zumindest richtig gut Gemachtes. Jeden Morgen streichle ich mein MacBook Air… und erkenne dessen schlichte Eleganz und dessen betörendes Design (an). Solches jedoch zu produzieren? Das ist noch ein ganz anders Kaliber, da muss ich mir noch Gedanken drüber machen, mein Lieber. (Kann mir da nicht jemand aus der Leserschaft zu Hülf eilen?)

CQ oder die Entdeckung neuer Welten

“Sie schaut, sagt man, mit Vorliebe “über den Tellerrand”. Die Dinge werden aus allen Perspektiven angeschaut, ohne die konventionell vorgeschriebenen Scheuklappen des “richtigen Verhaltens und angenehmen Denkens”.” (S. 149) Perspektivwechsel. Den liebe ich. Ich nehme gerne die/eine andere Perspektive ein. Allerdings ist CQ MEHRperspektivisch. Die eine andere Perspektive langt nicht. Noch und noch eine draufzusetzen, denn “Ziel ist die ganzheitliche Erkenntnis.” (ebd.)

MQ oder der Sinn für Sinn

“Viele Ärzte, Erzieherinnen, Altenpfleger oder Kirchenmitarbeiter arbeiten um des Sinnes willen und nehmen Abstriche beim Honorar oder Lohn hin. Der Sinn schweißt sie zusammen, sie arbeiten gut in Teams.” (S. 151) Eine Institution wie eine Universität könnte gut mit Sinn operieren. Gerade aber dort findet sich – gemessen am Sinn von Bildung und Entwicklung des mit dieser assoziierten Individuums – unglaublich viel Sinnlosigkeit. Inoffizieller Sinn ist wohl die Selbsterhaltung von Verwaltung und das möglichst unbeleckt bleiben von jedweder Zumutung des assoziierten Individuums. (Vorsicht Sarkasmus.)

Weiters beschäftigt Dueck sich noch mit der (notwendigen) Integration der o.g. Intelligenzen, dezidiert mit dem Bildungssystem (ab S. 164) (hier sollte ich wohl nochmals nachlesen 😉 ) sowie dem Empowerment der Weltenbewohner (ab S. 252). Dies nur, um nochmals klarzustellen, dass der Gesamtband viel mehr ist, als ich in einem Post daraus gemacht habe.

Aber das wisst ihr Blogleser/-innen ja alle.

Ein schönes Restwochenende wünscht

die @mons7. An ihren Intelligenzen arbeitend. 😉

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* Wie sich überhaupt die Anforderungen ändern und sich das in diversen Branchen und Bereichen ausprägt beschreibt Dueck auf den Seiten 12 bis einschl. 70.

6 Antworten auf „(Eine Art) Buchrezension – Dueck und seine Professionelle Intelligenz“

  1. Sehr schön, wunderbar, eine wirklich gute Reflexion. Muss ich auch mal mit mir selbst machen. Oder fürchte ich dies?

    Zu deinem Zitat „Die Lehrer und Professoren sind nicht mehr das Tor zur Bildung. Die Portale der Bildung sind mehr und mehr im Netz. Die Schüler und Studenten brauchen dann allerdings richtig gute Reiseführer in der virtuellen Welt.“ (S. 197)” habe ich die letzte Woche eine echte Erfahrung gemacht: Präsentationsprüfungen von Realschülern.

    Fast alle Schüler haben ihre Quellen ausschließlich aus dem Internet. Nur wenige aus traditionellen Büchern. Die Benutzung von Büchern war aber nicht automatisch ein Vorteil. Es kam sehr darauf an. Viele Kollegen reagierten allerdings recht allergisch darauf, was ich auch nicht nachvollziehen kann. Ich stelle nur fest: Schule stellt noch lange keinen Reiseführer für den richtigen Umgang mit dem Internet dar. Die Lehrerschaft insgesamt muss sich fortbilden und erst selbst den Umgang mit dem “Wissen aus dem Netz” lernen.

    1. “…muss sich fortbilden und erst selbst den Umgang mit dem „Wissen aus dem Netz“ lernen.” Lieber Martin, …. und dazu kommt, dass das offensichtlich ein nie endender Lernprozess ist. Lass’ den uns ein Stückchen zusammen Weiterbetreiben! 🙂 ….

    1. 🙂 …. ich glaube die durchschnittlichen Arbeitgeber sind grad auch ein bisschen am Rudern und Lernen …. von daher: Geduld und Spucke… und sobald sich was ergibt: Reinspringen! 2012 WIRD DEIN JAHR!!!!!

    2. Liebe Ulrike,
      ich gebe mal eine “Stimmung aus dem Schulwesen: bei uns im Rhein-Main-Gebiet werden gerade freiberuflich kompetente Menschen mit viel CQ, EQ und ein bisschen VQ gesucht den Umgang mit sozialen Netzwerken (FB und so) den Schulen, nämlich Schülern, Lehrern und Eltern näher zu bringen. Das wäre doch etwas für dich, vielleicht auch in Köln, oder?

  2. Hallo mons,
    Danke für deine optimistische Prognose 😀

    Hallo Martin,
    das klingt ja überaus innovativ :D.
    Wo bekomme ich eingehende Informationen dazu (vor allem was konkret mit “näher bringen” gemeint ist)?
    Ja genau für den Standort Köln und Umgebung melde ich mein Interesse an.

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