#ecco12 Konferenzzwitschern

Recht hat er, der @mebner mit seinem Kommentar, dass Gleiches was @mediendidaktik_in seinem Twitter-Debakel-Artikel konstatiert, bereits in folgender Untersuchung aus 2010 erkannt und benannt.

Kurze inhaltliche Zusammenfassung
Nach der Einordnung von Twitter als Kommunikationsmittel auf und von Konferenzen in einen Reigen von Nutzungsmöglichkeiten wird kurz darauf eingegangen, was Twitter eigentlich ist und wie es funktioniert. Neben einer Art “inoffizieller” Twitter-Nutzung werden Möglichkeiten einer intendierten Nutzung, wie z.B. im Rahmen der Konferenzorganisation vorgestellt und kurz erläutert, bevor es zur Vorstellung der eigentlichen Studie, der Hauptsache, kommt.
Diese bestand darin etwas mehr als 2.000 Tweets abgesetzt während des EduCamps in Hamburg (#ec10hh) in zwei Schritten zu analysieren. Schritt 1 bestand in einer FCA (Formal Content Analysis), bitte selber nachlesen was das ist, die in dem Ergebnis resultierte, dass die Tweets per Hand zugeordnet werden müssten, was dann auch – und zwar in die Kategorien a) Für Außenstehende total irrelevante Tweets b) Orga-Tweets c) relevante Tweets – Diskussion und d) relevante Tweets – geschah.
An Ergebnis habe ich für mich rausgezogen, dass es unheimlich viele Retweets gab, dass es in die Relevanz-Kategorie gerade mal 6% geschafft haben, und dass die Nutzung von Twitter wohl in diesem Zusammenhang anderen Funktionen als Außenstehende zu informieren besser gedient hat. Wie z.B. Selbstdarstellung und -vermarktung und Beziehungsdemonstration.

Mögen wir es auch nicht primär darauf anlegen, dass eine Außenstehende/Nicht-Teilnehmerin die Möglichkeit bekommen soll, “to get an overview about the conference topics, the main assumptions or statements” (S. 8), so könnte man als Außenstehende dennoch auf die Idee kommen, genau jenes über den nach entsprechendem Hashtag gefilterten Twitter-Stream “abzugreifen”.

Jedoch:

“For a non-participant of a conference who likes to monitor the event by checking the Twitter live stream it turned out to be a hard job.” (ebd.)

Ich habe demnächst – einmal mehr – die Chance, es zu versuchen. Nämlich beim anstehenden #ecco12, für das ich mich gerade – aufgrund Terminkollision mit meinem kleinen Winter-Urlaub im Bayerischen Wald – anständig und wie zurecht von @e_trude hier eingefordert, abgemeldet habe.

Offensichtlich kein (ganz) leichtes Vorhaben. Obige Analyse schließt jedoch mit hoffnungsvollen Worten und Wünschen zur Lernfähigkeit (S. 9):

“Nevertheless, Twitter is a “new” tool andtherefore adaptions of new forms of communication, e.g. etiquette for documentation of conference for outsiders or a more focused usage of tweets by the presenters or conference organisers could many [much?; mons7] influence future usage.”

Und auch ich möchte natürlich nicht beim “So mache ich das eben” stehen bleiben, sondern mein eigenes Twitter-Verhalten refelktieren und optimieren. Das als Rezipientin (Stichpunkte dazu unter 1.) als auch als Produzentin von Tweets (Stichtunkte dazu unter 2.).

1. Mögliche Strategien für mich als Nicht-Teilnehmerin, doch etwas ab- und mitzubekommen

  • Anwensende Twitterati direkt ansprechen und um Bericht bitten. Wie Beispielsweise hier die indirekte Bitte von @designeon an @khpape.
  • Rückfragen stellen
  • Auf Tweets achten, die Livestream ankündigen
  • Tweets suchen, die auf weiterführende Blog-Posts verweisen

… also zusammenfassend Informationen extrahieren, die auf erweiterte (An-)Teilnahmemöglichkeit hin- und verweisen. Es beim Twitter-Live-Stream also nicht als alleinige Informationsquelle belassen.

2. (Mögliche) Strategien für mich als demnächst wieder Teilnehmerin, es Außenstehenden leichter zu machen, etwas von den Inhalten, Standpunkten und Diskussionen mitzubekommen

  • Sich suchen und finden-Tweets über DMs abwickeln
  • Für speziellen Vortrag/spezielle Session zusätzlich zweiten Hashtag einführen und verwenden
  • Evtl. von anderem Account aus twittern?
  • Statt Twitter als “public notepad” nutzen, lieber Etherpad verwenden und via Tweet darauf verweisen
  • Klar (sprachlich) kennzeichnen, ob es sich um Zitat handelt, um eigenen weiterführenden Gedanken oder um Kommentierung des Gehörten
  • Orga-Tweets zur Kenntnis nehmen, aber nicht weiter vertwittern
  • Beziehungs-Tweets beschränken, dafür Beziehungen offline pflegen
  • Mir beim Twittern konkrete Zielgruppe (also versuchsweise Außenstehende) vor Augen halten.

Und vielleicht umfasst genau jener letzte Aspekt alle davor. Überhaupt einmal das (potentielle) Gegenüber in betracht zu ziehen, bevor ich twittere. Sozusagen ein

Think of Her before you tweet!

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