Twitter für Fortgeschrittene – oder übliche Schritte in die Twitter-Lust und -Sucht

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Vorspann

Jetzt ist es mir am Wochenende schon zum dritten Mal passiert. Ich werde gefragt. Ich werde gefragt, wieso Twitters Wirkung auf mich, warum ich (immer noch) vom Twittern begeistert bin, woher der Funke. Und im Unterschied zu „früher“ ist die Frage, so sehe ich dem Gegenüber an, ernst gemeint und im Blick liegen erwartungsvolle Neugier. Kein abwertender Spruch in der Hinterhand, reines Wissenwollen.
Habe ich ansonsten die (vermeintlichen) Fragen mit einer (vermeintlich) witzigen Bemerkung abgewehrt und damit erledigt, fühle ich mich hingegen geäußerter Neugier gegenüber schon mehr in der Pflicht. Meine Antworten deshalb explizit gemacht im Blog, um zukünftig Fragende auf den Post verweisen zu können 😉 … aber auch fragend in die Runde der Herzblut-Twitterer, ob ihr das ähnlich – oder vielleicht ganz anders – seht?

Ja wem soll ich denn jetzt folgen?

Zwei der drei Fragenden hatten bereits einen eigenen Twitter-Account. Das Unverständnis der Begeisterung für was auch immer wir da machen auf Twitter liegt also nicht daran, dass diese nicht mit den üblichen Funktionen einer wie auch immer gearteten Plattform/eines wie auch immer gearteten Tools im Internet umzugehen wüssten. Sogar Fotos sind hochgeladen, Bio* ist ausgefüllt. Gut gemacht! Anscheinend mangelt es viel eher an der Attraktivität der über die eigene Timeline hereingespülten Hinweise und Anmerkungen. Also an der Auswahl der Followees**!

Wie wir uns jedoch alle erinnern können, ist es ein gar laaaaaangwieriger Prozess, die für einen selbst wichtigen und richtigen Menschen auf Twitter ausfindig zu machen, … und ändert sich der eigene Interessenschwerpunkt, verändert sich – mittlerweile gleichsam automatisch – nach und nach auch die Timeline, als hat sich – gleichsam wie von Geisterhand – die Auswahl der Followees geändert. Deshalb einige Anmerkungen zur (Erst-)Auswahl.

1. Folge denjenigen, dem derjenige folgt, der Dich zu Twitter „überredet“ hat

Man mag es vielleicht kaum glauben, aber wer mich seinerzeit zu Twitter „überredet“ hat war @emmyr2009. Sie meinte Twitter sei das „next big thing“, irgendwie witzig, und wert, mal reinzuschauen. Selbst hat sie offensichtlich (noch) nicht so Feuer gefangen, trotzdem gebührt ihr die Ehre für „den Riecher“. Als Einstieg hätte ich ja schon einmal jenen folgen können, denen sie folgt.

2. Entfolge freizügig

Wie. Erst einmal von folgen reden, und jetzt schon wieder von entfolgen? Genau. Man könnte ja nun diejenigen hernehmen, denen man folgt und wieder schauen, wem die denn so folgen (oder auch von wem diese wiederum verfolgt werden), … usw. usf. Nur damit man erst einmal überhaupt jemanden findet, dem man folgen könnte. Der Natur der Sache nach folgt man dadurch aber auch einem Haufen von Leuten, die einem (aus welchen Gründen auch immer) nicht so liegen. Sobald man das merkt, weg damit! Und übrig bleibt irgendwann? Genau. Genau jene Auswahl, die einem liegt. Genau jene Menschen auf Twitter, die man nicht mehr missen möchte.

3. Bestimmtes Interesse? Folge der Liste!

Aber vielleicht sind es beim einen oder anderen ja (doch) nicht einmal so die Individuen, sondern ein bestimmtes Thema, das einen antreibt. Wie bei mir das Lernen. Warum dann nicht einfach mal einer ganzen Liste folgen? Leider sind die Listen auf Twitter seit dem letzten „relaunch“ überhaupt nicht mehr gut zu finden. Aber ich verrate hier, wie ihr die findet. Man schreibt hinter den weiter unten unter Kommunikation (und dann 2.) vorgestellten Link einfach noch ein „/lists“ dahinter, also z.B. https://twitter.com/#!/mons7/lists. Und schaut sich dann von den Menschen, die man gut findet sowohl jene Listen an, die der/die abboniert bzw. selbst angelegt hat, … oder auch jene auf denen der/die drauf ist.

Ja was soll ich denn jetzt schreiben?

Frau schreibt, so muss ich an dieser Stelle zugeben, oft, was sie in der Timeline zu lesen bekommt. Dort präsentierte Links, Infos, werden erst rezipiert, dann kommentiert weitergegeben, manchmal unkommentiert weitergegeben, oder auch in einen anderen Kontext gestellt weitergegeben, oder aber (sogar „richtig“) bloggend verarbeitet weitergegeben. Hier mag die aufmerksame Leserin einwenden, dass das ganze System dann ja wohl eine Art … „selbstreferenziell“ sei. Nicht wirklich. Denn diejenigen, denen man folgt, sind ja nur teilweise auch solche, die einem selbst folgen.

Wer es nun drauf hat, die für sich „richtigen“ Followees ausfindig zu machen und noch dazu regelmäßig zu posten, ist schon eine Stufe weiter in Richtung Twitter-Expertise bzw. Twitter-Meisterin emporgeklettert. die nächste Frage, die sich das twitternde Individuum zumeist stellt ist jene, ob es denn nur um Rezeption und Distribution gehe. Wo aber bleibt die Kommunikation?

Gibt’s hier überhaupt Kommunikation?

An vielerlei Orten wird darüber gestritten/diskutiert/debattiert, um was es sich bei Twitter denn nun handele. Ein Netzwerk? Ein Informationsdistributionskanal?
Mal ganz abgesehen davon, dass Twitter für verschiedene Menschen etwas ganz verschiedenes sein kann (es ist nämlich, was Du daraus machst, aber dazu einen anderen Post), entsteht die Frage u.a. aus der Tatsache, dass Kommunikationsverläufe nicht unmittelbar sichtbar sind. Deshalb an dieser Stelle zwei Hinweise, wie man diese eben doch nachvollziehen kann.

1. Über das Suchfeld

Gib einfach einmal spaßeshalber @mons7 ins Twitter-Suchfeld ein. Twitter listet daraufhin die Tweets auf, mit denen jemand auf einen meiner Tweets geantwortet hat… aber auch solche, in denen ich aus anderen Gründen Erwähnung finde. Warum die nicht in Deiner Timeline auflaufen? Der Grund ist Folgender: Fängt ein Tweet mit @ an, so sieht ihn nur diejenige, für den er gedacht, sowie diejenige, die sowohl der Schreiberin des Tweets als auch mir folgt.

2. In dem man sich die Tweets eines einzelnen Twitterers anschaut

Wie das geht? Indem man z.B. – in meinem Falle – https://twitter.com/#!/mons7 als URL in den Browser eingibt. Das mons7 wahlweise ersetzen mit irgendeinem Twitter-Namen, den man eben mal durchschauen will. Was sieht man da mehr als in der eigenen Timeline? Genau nämlich das – die Kommunikation, die die Twitteuse neben ihren sonstigen Postings so betreibt.

Kommunikation gefunden, wahrgenommen? Selber ab und zu am Antworten und/oder Erwähnen? Und schwupps, die nächste Hürde überwunden, was jedoch bei vielen ersten ernsthaften Stress verursacht. Man möchte jetzt nämlich, schon leicht süchtig, nichts mehr verpassen. Keinen gar so wichtigen Link, … und schon gar nicht, dass/wenn man eine Antwort bekommt und/oder in irgend einem Zusammenhang Erwähnung findet. Twitter ist in dieser Phase… absolut unentspannt.

Wie geht entspanntes Verpassen?

An dieser Stelle lautet die Devise: Loslassen. Alle (lebens-)wichtig erscheinenden Links werden Dich finden. Vielleicht nicht beim ersten oder zweiten Mal, dass dieser von einem Followee gepostet wird, aber vielleicht beim dritten oder siebten Mal. Twitter und Redundanz gehören nämlich zusammen. Tweets nachlesen? Am besten gleich wieder abgewöhnen. Bist Du online, erfreue Dich an den kurzen Postings, bist Du es nicht, macht’s auch nichts.

Leichter geschrieben als getan? Wie bei allem und jedem: Die Übung macht die Meisterin. Apropos Meisterin.

Das Stadium der Twitter-Meisterschaft. Geschafft.

Irgendwann hast Du alle Funktionen, Finten, Ansichten durch. Du brauchst keine Regeln mehr. Bzw. verstößt ohnehin gegen alle, den guten Geschmack und die Political Correctness. Herzlichen Glückwunsch. Du hast es geschafft. Du bist im Stadium der Twitter-Meisterschaft angelangt. Und nicht mehr zu retten. 😉

Oder vielleicht doch… wenn Du es schafft, mal einen ganzen Sonntag nix zu twittern. Einen schönen solchen wünscht Dir Morgen

die monsi

*Abkürzung für Biografie…. und meint den „Über mich“-Part auf Twitter.
** Followees sind diejenigen, denen man selbst folgt, die Follower hingegen sind diejenigen, die einem selbst folgen.

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