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Faven – warum macht frau das überhaupt?

Kürzlich hatte ich eine kleine aber feine, weil bereichernde, Diskussion auf Twitter. Beteiligt daran waren u.a. die Anja Lorenz, die Sabine Hüber und auch Andrea Brücken. (Da waren doch noch mehr… Wen habe ich vergessen?) Ausgangsfrage war, warum wir denn (überhaupt) Tweets favten. Also auf das Sternchen darunter klickten, damit es gelb werde, und genau jene Tweets sich seperat nochmals auflisten ließen.

Dabei heraus kamen zweierlei Motivationsbündel: Wir faven anscheinend als eine Art der Wertschätzung an den Ersteller. Als Aussage(n) in der Art „gut gemacht“, „mehr davon“, „gefällt mir“, „super auf den Punkt gebracht“, „meine Worte“. Wir faven aber auch, weil wir uns die so markierten Tweets aus irgendeinem Grund nochmals anschauen wollen. Also z.B. weil der Link darin interessant ist und die Inhalte dessen nochmals näher studiert werden wollen, weil wir die Aussage/Quelle für unseren nächsten Blog-Post verwenden wollen, oder gar für die derzeit laufenden wissenschaftlichen Überlegungen oder die gar praktische Berufsarbeit von uns. In kurz zusammengefasst: Wir möchten den Input weiterverarbeiten.

Faven als virtuelle Merkliste, aber wie geht’s weiter damit?

Die Benutzung als individuelle Merkliste ist ja schön und gut, wie sichern wir nun aber, dass wir die so gemerkten Schätze auch wirklich weiterverarbeiten? Hier haben wir anscheinend ganz unterschiedliche Strategien, und alle sind wir noch am Herumprobieren, am Suchen nach der optimalen Art und Weise. Wie wir damit umgehen? Was wir ausprobieren, schon ausprobiert haben? Meine ureigenen Erfahrungen damit im Folgenden, in der Hoffnung auf eure wie immer inspirierenden Anmerkungen!

Fakt ist jedenfalls, ich brauche so eine Art „Zwischenlager“, über das ich idealerweise auch Ordnung (z.B. via Tags) in meine Schätze bringen kann.

1. Die gefavten Tweets versinken im Twitter-Nirvana

Mittlerweile habe ich auf meiner Favoriten-Liste etwas mehr als 4000 Favs, und gerade versucht diese via Twitter aufzurufen. Erwartet hatte ich, dass Twitter mir nur die geschätzten 25 letzten von mir favorisierten Tweets anzeigt, aber dem ist mitnichten so. Ich bin just schon über weiterscrollen bis in den Januar diesen Jahres rückwärts gelangt… und es scheint, das System ist immer noch willig, weiterzugraben und die favorisierten Tweets auch noch davor nach und nach herauszurücken. Und mich zu beglücken.

Die favorisierten Tweets sind also nur von mir gefühlt im Twitter-Nirvana gelandet – weil ich diese eben NICHT, wie mir selbst vorgenommen, ordentlich weiterverarbeitet hatte, ja dies immer rückwirkend nur bis ein zwei Wochen versucht hatte.

2. Die gefavten Tweets werden in ein Bookmarking-System eingespeist

Auch das mache ich. Da ich ja von Delicious zu gegebener Zeit auf Diigo umgestiegen bin (#ausgründen), speise ich meine favorisierten Tweets auch in Diigo ein. Das geht ganz leicht einzurichten, indem man auf „Tools“ drückt und dann die Verlinkung „Save Favorite Tweets“, automatically save your favorite tweets to Diigo. (Ziemlich) Blöd dabei finde ich, dass die Bookmarks automatisch mit den Tags „twitter“ und „rss“ versehen werden, was bedeutet, dass wenn ich mir meine von mir (vorher und schon immer) per Hand mit twitter getaggten Bookmarks anschauen will, ich diese jetzt natürlich nicht mehr finde, da jetzt nicht nur die Quellen aufscheinen, bei denen es um Twitter im wissenschaftlichen Sinne geht (meine vorherige Intention). Aber sei’s drum. Dann muss ich mir eben ein neues Tag für diesen Zweck ausdenken.

Aber wie ihr euch schon denken könnte, auch diese Quellen verarbeite ich nicht in befriedigender Art und Weise weiter. (Vielleicht liegt es ja nicht am sichern der entsprechenden Tweets, sondern am nächsten Schritt??)

3. Die gefavten Tweets werden automatisch via #ifttt („if this then that“) in einen anderen Dienst (welchen?) eingespeist

#ifttt (If this then that) ist ein gar mächtiges und ganz cooles Tool… allerdings, so man „dies und das“ an Regeln einfach mal einrichtet und ausprobiert, so kann das ganze einen ganz schönen Information Overload produzieren… meine persönliche Empfehlung also: Entweder gut überlegen, was man sich da einrichtet, … oder aber immer nur bis zu drei Regeln einrichten, ein paar Tage beobachten, was passiert… und zur Not wieder rückgängig machen. Hier einige vorkonfigurierte Beispiele, welch nette Spielereien damit möglich.

Selbst einrichten kann man sich z.B. solche Nettigkeiten wie immer wenn ich einen Tweet fave, schicke mir eine Google Mail… oder immer wenn ich einen Tweet fave, retweete diesen… etc. und und.

4. Die gefavten Tweets werden via RSS-Feed abonniert

Sehr charmant. Bis heute meine Favoritenlösung 😉 … Zwar muss man sich entsprechende Feed-URL erst herleiten, dies ist jedoch in einem Tweet erklärt:

Nutzt man z.B. GoogleReader, so würde man alle Tweets, die man auch nach zweitem Sichten noch weiterverarbeiten will mit „Als ungelesen markieren“ kennzeichnen und könnte gleich entsprechende Tags hinzufügen.

5. Via Hootsuite

Alternativ habe ich mir auch noch eine Spalte in Hootsuite angelegt, das geht ganz flugs über „Add Stream“ -> Select Profile -> Select type fo stream -> Fertig. Wie aber schon unter 4 bemerkt …. gefällt mir die RSS-Feed-Lösung (bisher) am Besten.

Ergebnis

Ich muss nur jetzt, am Ende meiner Ausführungen angekommen, bemerken, dass es offensichtlich – zumindest in meinem Falle – mitnichten an der Abrufbarkeit der Favoriten bzw. deren Zwischenlagerung hängt. Vielmehr … an der Weiterverarbeitung.

Aber die ist wohl – …. einen eigenen Beitrag wert.

Ich empfehle mich für heute aus diesem Internetz.

Eure mons7.