Automatisierte Tweets in Deiner Timeline – Aufreger, Anreger, langweilig?

Bildquelle.

Den liebe langen Tag huschen ja schon so einige Tweets durch die eigene Timeline, die zu kategorisieren mir gar nicht so leicht fiele. Eine der leichter zu bildenden Kategorien ist jedoch die der automatisierten Tweets.

Automatisierte Tweets – Definitionsversuch und Beispiele

Unter automatisierten Tweets verstehe ich hier solche, die entweder in meinem Namen in die Timelines meiner Follower gepostet werden, weil ich

a) irgend eine „relevante“ Aktion auf einer anderen Plattform vollzogen habe (und auf dieser ein Algorithmus hinterlegt ist, der als Folge einen entsprechenden Tweet postet) oder

b) in vorgegebener Regelmäßigkeit bestimmte Inhalte gepostet werden, weil ich dies irgendwann in der Vergangenheit einmal initiiert habe.

Im einen Falle also unregelmäßige Tweets aufgrund anderer Aktionen (in der Gegenwart), im zweiten regelmäßige Tweets aufgrund einmaliger Aktion in der Vergangenheit.

Doch genug der Theorie, viel leichter zu verstehen geht’s am konkreten Beispiel. Und einige Beispiele aus meiner eigenen Timeline habe ich deshalb für euch herausgesucht.

Tweets aufgrund Eincheckens auf Foursquare

Gleich das erste Beispiel von mir selbst (immerhin laufen meine eigenen Tweets ja auch in der Timeline auf 😉 ).

Genau so, mit dem Tippfehler (großes W) hatte ich das just einige Sekunden zuvor in mein Smartphone eingetippt, ab der Klammer auf stammt der Zusatz von Foursquare (also die eingefügte Örtlichkeit; hier: Mensa der FH, an dem [pic] erkennt man, dass ich ein Foto angehängt habe).

Tweets zum Promoten von „Online-Zeitungen“

Beispiele für Tweets von „Online-Zeitungen“, in die ich dann und wann mal reinschaue sind von Ellen die „Ellen Trude Daily“

oder auch von Ellen die „Enterprise2-0 Daily“.

Auch ich habe eine solche Online-Zeitung, jedoch die automatisierten Tweets (an den Grund kann ich mich nicht mehr erinnern) dazu ausgeschaltet. Nicht ganz das gleiche aber als ähnlich würde ich auch Scoop.it! bezeichnen.
Dabei handelt es sich im Grunde um thematisch von Menschen zusammengestellte Quellensammlungen, die jedoch wie eine Online-Zeitung aufgemacht sind. Ein Beispiel für eine solche Zusammenstellung ist die von Volkmar zur Zukunft des Lernens, und auch die interessantesten dieser Art von Tweets (hier wird im Tweet immer auf eine neue integrierte Quelle hingewiesen) stammen im Moment von Volkmar.

Tweets über quantitative Eckdaten zum eigenen Twitter-Erfolg

Hier möchte ich beispielhaft auf den Dienst TwentyFeet verweisen. Dieser postet, so man ihn lässt, Tweets wie den Folgenden von Dörte:

1) Automatisierte Tweets als Aufreger

Manche Menschen ärgern sich über solche Tweets. Ich habe in Erinnerung gerade dann, wenn diese irgendwie überhand nehmen. Wenn z.B. – übernacht – plötzlich 50% der Timeline aus Check-Ins ohne erkennbaren Nutzen für sich selbst als Rezipienten besteht. Kann man schon irritiert sein. Oder wenn man (was ich jetzt nicht tue) einfach das Format Online-Zeitung blöd findet, und deshalb die darauf hinweisenden Tweets nicht mag. Oder wenn… ja wenn?

2) Automatisierte Tweets als Anreger

Zu was denn angeregt werden? Als Anregung zum tiefer Graben.

Nehmen wir einen Foursquare-Check-In. Jemand der Bildungs-Twitterer-Front checkt in einer Konferenz ein. Macht vielleicht ein Foto dazu, was die Wahrscheinlichkeit bei mir erhöht, dass ich den Tweet wahrnehme (s. Nr. 3). Vielleicht ist sogar für mich bequemerweise auch noch gleich der zur Konferenz gehörige Hashtag angegeben. In diesem Falle kann es durchaus sein, dass ich recherchiere, um welche Konferenz/Veranstaltung es sich denn da handelt, dass ich mich für einen evtl. zur Verfügung gestellten Life-Stream interessiere, oder auch meinen Blick auf Hinweise auf demnächst aller Wahrscheinlichkeit nach erstellt werdenden Blogposts schärfe.

Oder mir kommt der Hinweis auf ein Online-Journal unter. Nicht bei jedem dieser (und es kommt zugegebenermaßen auch auf den Ersteller und den Titel desselben an), aber vielleicht bei jedem 5. – 7. klicke ich auf den zugehörigen Link schon einmal drauf. Schaue, ob die Quellen, die dort eingebunden sind, auch jene, die beim mir durch die Timeline des Tages gespült wurden… oder mir irgend etwas von (wie ich finde) Relevanz durchs Raster gerutscht ist.

3) Automatisierte Tweets – von langweilig bis ausgeblendet

Oder aber kann es sein, dass man diese Tweets gar nicht so immer wahrnimmt, vielleicht sogar z.T. ausblendet? Ich erwische mich gelegentlich dabei, dass ich über die Timeline grade so rüberscrolle und gleichsam die Tweets nur scanne,… ich an dem einen oder anderen hängenbleibe, ohne eigentlich genau sagen zu können, was es jetzt war, dass mich gerade auf diesen genauer blicken lässt. Was ich aber sagen kann ist, dass es sich dabei vergleichsweise selten um automatisch generierte Tweets handelt.

Die, die mich – bei genauerem Durchschauen meiner Timeline – und das ist dann, wenn ich gerade Zeit und Lust drauf habe, wie z.B. in der U-Bahn – ansprechen, sind meist solche, die auf längere Artikel oder Blogposts verlinken. Statusmeldungen aus Foursquare – sofern nicht zufällig ein Foto anhängt, das ich mir ganz gern anschaue – langweilen mich eher. Stören tun sie mich – solange sie nicht überhand nehmen – aber auch nicht groß.

So! Und ihr so?

10 Antworten auf „Automatisierte Tweets in Deiner Timeline – Aufreger, Anreger, langweilig?“

  1. Ich nehme automatisierte Tweets meistens als sehr selbstbezogen wahr – als Aufforderung nach Aufmerksamkeit, die kaum gerechtfertigt ist – vgl. http://schulesocialmedia.com/2012/06/15/welchen-einfluss-twitter-auf-das-schreiben-hat/
    Natürlich gibt es Ausnahmen – Check-Ins, die man allen zeigen möchte, oder automatische Twitter-Funktionen, die zur Publikation von Texten dient (z.B. bei WordPress-Blogs oder bei Scoop-It-Artikeln).
    Mein Kriterium: Wenn der Tweet für den durchschnittlichen Follower einen Wert hat, in Ordnung – sonst nicht.

  2. Tweets überscrollen hat man nach einer Weile gelernt. Und gerade bei den automatisierten Tweets erkennt man die Struktur ja schon ohne hinlesen. Aus anderen Diensten auch gleich Tweets mit zu versenden, bspw. Instagram, finde ich praktisch, aber nur so lange, wie ich es bewusst einstellen kann. Das neue Foursquare behält bspw. die letzte Einstellung bei, was mir schon einige unbeabsichtigte Tweets gebracht hat. Andere Dienste nutze ich eigentlich nur WEIL sie mit Twitter relativ gut zusammen arbeiten. Instagram verkeinert die Bilder gleich uploadfreundlich und ich brauche 2 Klicks weniger als mit Pixlromatic.

    Was mich aber tierisch nervt sind Scoopit oder Pinterest, bei denen ich immer noch auf den Dienst geleitet werde und dann dort noch einmal klicken muss um auf die geteilte URL zu kommen.

    Ich so.

  3. Ich bin ja gerne immer an vorderster Front mit dabei und maul und mecker – jedoch hat mich dein Artikel auch zum nachdenken angeregt, denn oft ist es wirklich so, dass ich mich in Veranstaltungen wieder finde, die bspw. solchen automatisierten tweets entstammen – gerade aus diesen tweets hab ich schon sehr viel nutzen gezogen, aber wie das nun mal so ist, meckert der Mensch gerne erst einmal.
    Auch habe ich mich mal über mehrere Woche während zwei Semestern durchs netz treiben lassen auf der Suche nach Erklärungen für das soziale Phänomen four sqaure oder auch den Hand dazu, dass Menschen ihr Abendessen fotografieren und es der Welt zur Verfügung stellen. Es war wirklich spannend und letztendlich ist es ja so, dass wir nur bei dem aufhorchen, was uns irritiert 🙂 Darum dürfen mich die automatisierten tweets gerne nerven, meist sind sie auf den zweiten Blick wunderbar 😉

  4. As always, it depends…

    Danke, liebe Monika, für den schönen, wiedermal nachdenklich stimmenden Beitrag. Automatisierte Tweets können sicher auch nervend sein, wenn sie überhand nehmen. Auf der anderen Seite empfinde ich sie oftmals als Informationsimpuls anregend und als förderlich im Sinne des sozialen Netzwerkgedankens. Freilich gilt auch hier frei nach Paracelsus der Grundsatz: „Dosis sola venenum facit“ („Allein die Menge macht das Gift“), oder gemäßigt „auf die Dosis kommt es an“ und für die bin ich in den meisten Fällen selbst verantwortlich – Entfolgen ist ja auch möglich 😉

    LG Volkmar

  5. Danke für den Artikel! Und Danke auch für die bisher erschienenen Kommentare. Ich selber bin da zwiegespalten. Manchmal kommen total spannende automatisierte Tweets und ich habe schon manch interessante Webseite oder sowas entdeckt über so eine Auto-Tweet-Geschichte.
    Andererseits können diese Tweets auch irgendwie nerven, vor allem, wenn sie zu beinahe 100% die Timeline einer bestimmten Person ausmachen, finde ich das irgendwie … naja, nicht mehr schön!
    Grundsätzlich denke ich, kann ich überlesen, was mich nicht interessiert und wenn mich was „anspringt“, sei es ein automatisierter Tweet oder ein individuell erstellter 😉 dann kann ich den „verarbeiten“, was auch immer das im speziellen Fall dann meint!

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