Zur Blogparade: Wie motiviert man Unmotivierte?

Bildquelle. Im Nachgang zum #clc12 und der Session von und zur Blogparade von @Fontanefan meine unstrukturierten aber motivierten Gedanken zum Thema.

Was macht den typischen Unmotivierten aus?

Hier habe ich Beispiele aus vielen meiner Lebenslagen zu bieten. In denen ich von mir denke oder dachte, motiviert zu sein, der oder die andere dies (aus lediglich meiner Sicht) es aber mitnichten ist.

An der Uni waren das die, die die Texte zur Session nicht gelesen hatten (aber dennoch u. U. lautstark mitdiskutierten).

Auf der Arbeit sind das die, die meiner Meinung nach nicht (so wie ich wollte 😉 ) priorisieren können, sondern vielmehr meine Anfrage auf einen Stapel legen mit der Anmerkung „Sie sind dann in 3 Wochen dran“ (wenn sich die Sache eh‘ erledigt hat).

Das sind die in privaten Zusammenhängen, die antworten… „Ja, das sollten wir echt mal ins Auge fassen“… und sich dann nie mehr rühren und froh sind, dass sich das Gegenüber (also ich mich) auch nicht rührt (rühre). Aber genug der Beispiele. Warum sind die so, wie sie sind?

Die Vielfalt der Gründe für Unmotiviertheit

Und wenn ich es mir so überlege, schien auch ich in der einen oder anderen Situation wohl für mein Gegenüber irgendwie unmotiviert zu sein. Die Gründe seinerzeit sind mir, da es ja in diesen Situationen ich war, die in diesem Zusammenhang als „Unmotivierte“ bezeichnet wird, sehr wohl noch gegenwärtig.

An der Uni z.B. hatte ich – man glaubt es kaum – die zugrundeliegenden Texte so gut wie immer gelesen, gleichsam traute ich mich nicht, das Wort zu ergreifen (auch dies zum Glück mittlerweile vorbei und kaum mehr zu glauben. 😉 ). Ebenso ging mir oft das Verständnis für Sinnhaftigkeit der Auswahl der Texte ab. Sie gaben mir keinen Hinweis/Hilfestellung für eine zukünftige Praxis als Erziehungswissenschaftlerin. Und einordnen in ihrer theoretischen Bedeutung für mein Fach konnte ich diese (mangels Überblick über das Fachgebiet) auch noch nicht.
[Anmerkung: Erst (viel) später wurde mir klar, dass
1. meiste Texte dazu dienten, die Fähigkeit zu schulen, auf einer Meta-Ebene zu denken und damit, die Fähigkeit, die eigene Praxis zu reflektieren und
2.  genau das die Herausforderung des Studiums war, mir selbst – also ich alleine – den Überblick, vermittelt über die Bruchstücke, die mir im Studium dargereicht wurden, eben garselbst zu verschaffen. ]

Auf Arbeit wirkte ich vielleicht selten, aber doch an und ab unmotiviert, weil
1. es sich so anfühlte, als werde meine Arbeit vom Gegenüber mitnichten geschätzt.
2. ich mich massiv unterfordert fühlte.
3. ich keinerlei Einfluss auf die Art der Ausführung der Tätigkeit hatte (und im Grunde meines Herzens überzeugt davon war, es gebe eine effizientere/angenehmere/für die Organisation bessere Art der Durchführung).

Privat weiss ich es eigentlich gar nicht so.

Über die Berechtigkeit von Unmotiviertheit

Dieser kleine Perspektivwechsel von mir als Motivierter, die Unmotivierte motivieren will hin zu mir als Unmotivierte legt mir zweierlei nahe:
1. Unmotiviertheit kann vielerlei Gründe haben … und sogar solche, auf die man von außen im ganzen Leben nicht käme.
2. Unmotiviertheit hat aus Sicht des Unmotivierten durchaus eine Berechtigung.

Noch ein kleines anekdotische Beispiel hierzu. Einst, während meiner Ausbildung, fragte ich einen mir absolut unmotiviert erscheinenden Kollegen, warum er denn so wenig auf Arbeit arbeite. Er meinte, er baue gerade ein Haus und versuche sich so viel wie möglich auf Arbeit zu erholen, um abends wieder Steine schleppen zu können.

Aber jetzt zur eigentlichen Fragestellung: Wie motiviert man nun diese Unmotivierten?

Die einzige Antwort, die mir – und auch erst jetzt nach vorstehenden Überlegungen – dazu einfällt ist jene, dass man das jeweilige Individuum danach fragen sollte/könnte. Und dann – aber eben erst dann – überlegen, wie man – gleichsam an der Wurzel – etwas (was auch immer) ändern könnte. Oder aber zu der Entscheidung kommen, einfach abzuwarten. So wie bei meinem Häuslebauer-Kollegen. Den ich Jahre später als hochmotivierten Mitarbeiter wiedergetroffen habe. Wohl u.a. aus Dankbarkeit seinen Kollegen und Kolleginnen gegenüber, die während seiner „unmotivierten“ Phase für ihn in die Bresche gesprungen sind.

Einen schönen Restfeiertag wünscht euch

Eure m

10 Antworten auf „Zur Blogparade: Wie motiviert man Unmotivierte?“

  1. Hmm, bisher dachte ich, wir kämen alle mit einer angeborenen Neugier auf die Welt. Vorausgesetzt, dass das stimmt, müßte die Frage dann nicht heißen: Wo und wann geht diese „natürliche“ Motivation verloren?
    PS: Dein Beitrag gibt mir ja die Hoffnung, dass ich mich irgendwann auch mal traue, das (mündliche) Wort zu ergreifen. Danke!

    1. Auch eine gute Antwort zur Blog-Parade: „Die Frage ist falsch.“ 🙂 … Ich finde, das solltest Du in einem eigenen Beitrag zur Blogparade verbloggen. Oder? Herzlich m

      1. Oh, nein, mons, so solltest Du das nicht verstehen! Außerdem weiß ich ja gar nicht, ob meine Gedanken überhaupt richtig sind. Und, natürlich kenne ich auch unmotivierte Leute, fühle mich grad selber zumindest fehlmotiviert – und eben da wollte ich ansetzen: Wie kommt es überhaupt zur Unmotiviertheit?

  2. Beim Lesen des Absatzes über die Uni habe ich mich glatt wieder erkannt.

    Dazu ein noch hinzu kommender, demotivierender Faktor: Zeit + Druck + Anforderungen. Man würde sich gerne mal vertiefender mit dem Stoff auseinander setzen, man weiß nur oft nicht, wann. Gefühlt hetzt man von Referat zu Referat (resp. Sitzungsgestaltung aka Team Teaching), paukt auf feste Klausurtermine hin, oder jagt nach Fachliteratur für die anstehende Hausarbeit.
    Das demotiviert. Mich zumindest.

    Habe das auch noch in meinem Blogartikel ergänzt.

    Danke für die dahingehende Anregung. 🙂

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