Eine kurze Anleitung zum Twittern, die so ziemlich alles erklärt

Bildquelle.

Laut @heinz ist es _nur_ dreierlei, das uns  netzfähig macht, nämlich

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  1. Info literacies oder data literacies als die Fähigkeiten, mit Informationen oder Daten im Web umzugehen;
  2. Content literacies oder die Kompetenzen, die nötig sind, um Inhalte für das Web zu erzeugen (in einer Organisation ist das die Fähigkeit, eine Content-Strategie zu formulieren und zu verwirklichen);
  3. Network literaciesoder die Fähigkeiten, sein Netzwerk zu organisieren, in ihm zu kooperieren und seine eigene Identität oder Reputation zu gestalten.

    Quelle.

Wenn dem so ist, dann besteht die Kunst des Twitterns in ebenso 3erlei: Zum einen die Tweets der andern zu nehmen, zum zweiten eigenen Inhalt zu generieren und drittens mit den anderen auf Twitter umzugehen.

So einfach wie kompliziert. Aber versuchen wir es. Zumindest versuche ich es auf Twitter zu beziehen, zu konkretisieren, herunterzubrechen.

1. Twitter rezipieren können (lesen)

Stufe 1.1 (Von Twitter gehört haben.)

Schon von Twitter gehört? Na dann… das ist ja schon einmal was! WAS man so hört, ist immer das Gleiche. Da reden welche in kurzen (ganz kurzen) Sätzen darüber, was sie so machen („Ich bin jetzt mal…“), fotografieren was sie so essen und schreiben sonstiges dummes Zeug, das die Welt nicht interessiert. Und ja, das machen wir auch. Aber nicht nur. Wer sich vom in der nicht twitternden Öffentlichkeit gemalten Bild anlocken bzw. nicht abschrecken lässt, meldet sich mal versuchsweise an und erklimmt wenn’s gut geht

Stufe 1.2 (Erste Twitterer abonniert haben.)

Mit der puren Anmeldung ist es nämlich mitnichten getan. (Obwohl dies auch schon einen Leistung ist, man bedenke nur die Schwierigkeit der Namensgebung.) Die nächste Hürde ist jene, Twitterer zu abonnieren. Und auch hier wieder verschiedenste beobachtbare Vorgehensweise. Die einen abonnieren mal alles, was ihnen so vorgeschlagen wird, die anderen erst einmal nur Accounts, von denen sie die realen Menschen dahinter kennen. Andere folgen mal gleich einer ganzen Liste, für deren Thema sie sich interessieren. Wie auch immer man zu seiner Timeline kommt (und ob die einem dann auch gleich so gefällt sei einmal dahingestellt), gut gemacht! Aber es kann noch besser kommen. Mit der

Stufe 1.3 (Erstmals entfolgen.)

Ja. Trennen tut weh. Aber sich von Accounts zu trennen, die einem doch nicht so liegen ist unabdingbare (ja, das glaube ich WIRKLICH) Voraussetzung, um mit Spass beim Twittern zu bleiben bzw. überhaupt erst Spass daran zu entwickeln. Denn die Inhalte, die durch unsere Timeline spülen und die Tonalität, mit der uns diese um Aufmerksamkeit werben, müssen uns berühren, anfixen, zum Lachen bringen, uns überhaupt weiterbringen. Die Auswahl der Twitterer, die uns diese schenken, geschieht nicht über Nacht. Sondern sind diejenigen, die wir uns in einem nie endenden Prozess aus der Masse der zur Verfügung stehenden Accounts herausgefiltert haben. Gerne die und dort zu lesen heisst aber noch (lange) nicht, ebenso gerne zu schreiben.

2. Auf Twitter posten können (schreiben)

Wie fängt man an, auf Twitter zu schreiben? Ganz einfach. Mit

Stufe 2.1 (Der allererster Tweet.)

Und der handelte bei mir, wer hätt’s gedacht – ums Lernen. Und zwar mein eigenes. (Erster Tweet ausfindig gemacht über Tweet#1; Screenshot.)

Und den klimperte ich mal gar nicht locker flockig in die Tasten! Und das aus mehreren Gründen. Ich war noch immer relativ ungeübt, spontane Äußerungen ins Internet einzuspeisen, ungeübt, mich auf 140 Zeichen zu beschränken und nicht zuletzt ungeübt in der Denke, dass nicht ich den Empfänger fände, sondern vielmehr der Empfänger mich. Oder besser gesagt meinen Tweet. Nun ja, mittlerweile hatte ich ja fast 10.000 Zeit zum üben… und will euch sagen, es klappt immer besser, mit dem mich kurz halten. 😉

Stufe 2.2. (Den eigenen Stil finden.)

Irgendwann spielt sich dann ein Twittern ein, das einem entspricht. Man könnte es gar nicht so spontan beschreiben, schaut man jedoch – das man selten genug tut – seine verflossenen Tweets einmal nach diesem Kriterium durch, so erhält man eine Ahnung wie man zumindest gerne twitterte. Ich: Von 10 Tweets 7 mit aufschlussreichen Bildungslinks, sprachlich nett verpackt, 2 Kommentare zu aktuellem Bildungs-Netz-Geschehen und 1 Guten Abend oder Guten Morgen, von all diesen einen mit angehängtem Schnappschuss.

Soweit die Theorie.

Stufe 2.3 (Dem eigenen Stil untreu werden.)

Praktisch gibt es aber dann immer mal wieder Phasen, seiner Twitter-Schreibe untreu zu werden. Ich z.B. wenn ich von Konferenzen twittere oder mich in spontan entstehende Gespräch auf Twitter hineinziehen lasse. (Die #SoMM #Clique, @designeon oder auch @AChristofori sind da die üblichen Anstifter. 😉 )

Sehen wir es mal nicht als gelegentliche Ausrutscher, sondern reif sein für

3. Mit und in Twitter netzwerken, Teil des Twitter-Netzwerkes werden und sein (teilen)

Stufe 3.1 (Rezipieren und produzieren leichthändig praktizieren.)

Und das geht nur, wenn einem das „Konsumieren“ von Tweets und das Produzieren eigener keinerlei Kummer und Mühen mehr bereitet. Wenn es einem im Gegensatz dazu so in Fleisch und Blut übergegangen ist, dass es einem fehlt, so man für längere Zeit ohne Internet.

Stufe 3.2 (Retweeten und faven was das Zeug hält.)

Dann gerät nämlich das Wie und Was des Twitterns in den Hintergrund, die Menschen, die Beziehungen, die Beziehungen der Menschen zum Getwitterten (wieder) in den Focus. Nachrichten und insbesondere Nachrichten von Menschen, die einem wichtig sind, verbreitet man weiter über Retweets, Schätze, die man sich merken möchte oder für die man die Schreiberin belohnen möchte versieht man mit Sternchen. Aber zu diesen sozialen Tätigkeiten habe ich mich an anderer Stelle bereits ausführlich ausgelassen. Wen’s interessiert, der klicke auf die entsprechenden Links.

Stufe 3.3 (auch mal @-replies schreiben.)

Noch persönlicher wird es mit der @reply. M.E. die Krönung eines Twitterdaseins, da hier die Begrifflichkeiten von privat, öffentlichkeit, persönlich & noch viel mehr nicht mehr greifen. Es vielmehr etwas entsteht, was – zumindest ich – vor meinem Eintritt ins Twitterverse in dieser Form nicht kannte.

Du kennst und kannst das alles schon? Dann bleibt Dir nur noch übrig, auf Stufe 4 zu klettern… diejenige derjenigen, die meinen schon alles zu wissen und zu können, die sog. Twitter-Arroganz. Willkommen im Club. 😉

Eure @mons7


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12 Antworten auf „Eine kurze Anleitung zum Twittern, die so ziemlich alles erklärt“

  1. DANKE für diese Anleitung – ich gestehe, mit Twitter tue ich mich immer noch schwer … (kommt ja auch „erst“ in SoMM 3 dran ). Hab‘ hier wieder einige sehr hilfreiche Einblicke gewonnen – vielleicht wird’s ja noch was mit Twitter und mir ;-))

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