#mmc13 Wer oder was ist eigentlich ein aktiver Teilnehmer?

23  Bildquelle. Wie ihr wisst, bin ich ja eher eine qualitativ orientierte Forscherin. Nun wird jedoch immer wieder die Frage danach laut, wie viele aktiven Teilnehmer denn der #mmc13 jetzt defnitiv so hatte. Was mich dazu gebracht hat mich dazu aufzuraffen, mich mal quantitativ zu betätigen. Will heissen, händisch zu zählen. Während der aufwändigen Zählarbeit hat sich mir aber schnell die eine Frage nach der anderen gestellt, ausgehend von derjenigen, wer denn da so alles dazuzählen soll. Oder weiters, welche Kriterien denn ein Mensch erfüllen muss, der als aktiver Teilnehmer des #mmc13 gelten soll.

Ja wie viele waren es denn jetzt?

Mögliche Kriterien

Meine bisherigen Gedanken dazu. Die gehen in Richtung, ab wie viel ist aktiv aktiv? Und ist aktiv zwingend inhaltlich?

Aktiv in quantitativ

Aktivität muss ich ja erst einmal unabhängig vom Aktiven wahrnehmen können. Will heißen, wenn jemand fleißig zugehört und gelesen hat, Notizen zur Thematik erstellt und das ganze beim Abendessen mit seiner Familie erörtert, der zählt nicht. Nicht weil ich denke, das gilt nicht, sondern weil ich davon nichts wahrnehmen kann.

Wahrnehmbar sind hingegen Tweets, Blog-Einträge, Kommentare, ja was noch eigentlich?

Habe ich jetzt einen Tweet zum #mmc13 ausfindig gemacht (und das kann ich ja wiederum im Grunde nur, wenn der Tweet mit #mmc13 getaggt ist, anerweitig ist er für mich ja wieder nicht (mehr) auffindbar (wahrnehmbar), müsste ich eigentlich hergehen, und mir den Namen, der dahinter steckt notieren. Damit wenn ich gleiche Person bloggenderweise zum #mmc13 erwischen sollte, diese nicht doppelt zähle. Aber verweilen wir noch kurz bei besagtem Tweet. Macht dieser eine Person schon zum aktiven Teilnehmer, wenn es bei dem einen Tweet verblieben ist? Will fragen 0 Tweet = kein aktiver Teilnehmer, ab 1 Tweet = aktiv?

Oder sollte es vielleicht eine Staffelung geben. Z.B.

  • 1 – 5 wahrnehmbare Äußerungen jedweder Art = minimal aktiv
  • 5-15 wahrnehmbare Äußerungen jedweder Art = mittelprächtig aktiv
  • 15-50 wahrnehmbare Äußerungen jedweder Art = aktiv
  • 50 + wahrnehmbare Äußerungen jedweder Art = hochaktiv? [Und weiter… sind die Hochaktiven auch gleichzeitig die Sonderrollenträger?]

Und schon lauert die nächste Frage, die sich mir aus dem Hinterhalt stellt. Ist eine Äußerung in Form eines Blog-Posts verglichen mit einem Tweet nicht viel mehr „wert“? Vielleicht pro Tweet ein Aktivitätspunkt, pro Blog-Post 10 Aktivitätspunkte?

Und was ist mit dem Inhalt?

Und da sprechen wir noch gar nicht mal (und hier kommt meine qualitative Ader wieder durch) vom Inhaltlichen. Hat z.B. ein Mensch lediglich die/eine Ankündigung des #mmc13 getweetet (oder regetweeted), ist das schon den oben kreierten Aktivitätspunkt wert? Immerhin ist das ja kein Inhaltsbeitrag.

Kurzum, die Definition dessen, was als aktiv gelten darf, artet sich gerade in eine Doktorarbeit aus. 😉 Oder sehe ich das mit den Kriterien jetzt zu eng… und soll einfach mal alles zählen, was nicht bei drei aufm Baum ist?

Fragt in die Runde

m

8 Antworten auf „#mmc13 Wer oder was ist eigentlich ein aktiver Teilnehmer?“

  1. Rita Kop hat v.a. 2011 etliche quantitative MOOC-Studien veröffentlicht und definiert Aktivitäten so:
    „The basis of MOOCs has always been four activities: 1. Actively aggregating, 2. Actively relating these aggregated resources to earlier experiences and knowledge, 3. Actively repurposing; producing a digital artifact with this mix of thoughts, and 4. An actively sharing stage. “

    Hier das Verzeichnis dieser Publikationen:
    http://ritakop.blogspot.de/2012/01/research-publications-on-massive-open.html

    Andreas

    1. Spannend! Werde ich mir definitiv mal näher anschauen. #danke Warum neue Kategorien schaffen, wenn es schon welche gibt? Bin gespannt, ob sich der o.g. Tweet subsumieren lässt.

  2. Ich gebe Dir Recht, eine schwierige Frage, Ich fand mich schon sehr aktiv…auch wenn ich eben nicht immer alles beantwortet habe, oder content geliefert habe. Auch, wenn ich nach dem ersten Dirttel schon ausgestiegen bin (aus persönlichen Gründen) , wünsche ich mir, beim nächsten MOOC ganz anders teilzunehmen und mich mehr einzubringen. VIelleicht bedarf es auch von meiner Seite erst einmal eine Gewöhnung an diese Art der Kommunikation und Wissenserweiterung…und der aktiven Beteiligung daran.

    1. Also Du bist hiermit schon mal als eine Aktive vorgemerkt, nach welcher Zählart auch immer. :))
      Und mit der Gewöhnung, das habe ich auch. Gewöhne mich gerade auch um. Meine bisherige Lern-Gewohnheit: Buch möglichst ungestört und möglichst linear und möglichst ohne Bilder inhaltlich merken, dass ich es wiedergeben und Inhalt auf andere Fragestellungen anwenden kann.

      Ein schönes Wochenende Dir, Monika.

  3. Ich frage mich, welchen Aussagewert es haben soll, die Aktivität der TeilnehmerInnen quantitativ zu zählen? Welcher Gewinn ergibt sich aus der Aussage: 10, 100 oder 200 Teilnehmer waren (wahrnehmbar) aktiv?
    Ich verstehe Aktivität sowohl als körperliche als auch geistige Tätigkeit (und beides hängt darüber hinaus noch zusammen 😉 ). Würde man rein die Anzahl der Beiträge zählen, die ein/e TeilnehmerIn wahrnehmbar geleistet hat, würde man in erster Linie körperliche Aktivität messen – und von dieser nur die Motorik, noch nicht mal die Kinetik. Man hätte also Aussagen wie „A. hat 20x mit dem Finger auf die Tastatur geklickt und 10x auf die Maus“ oder ähnlich…
    Aktivität ist m. E. unmittelbar mit Wirksamkeit verbunden, d.h. durch Aktivität findet eine Bewegung statt, eine Veränderung im Raum/oder in einer Person über die Zeit. Da diese Veränderung auch stattfinden kann, ohne sich im Netz wahrnehmbar mitzuteilen, wäre eine Beschränkung allein auf die wahrnehmbaren TeilnehmerInnen zumindest fragwürdig.
    Wenn man schon Aktivität quantitativ messen will, fände ich es sinnvoller nicht die Aktivität einzelner TeilnehmerInnen auszuwerten, sondern der (wahrnehmbaren) Mooc-Gruppe insgesamt (Wie hat sich die Aktivität der Gruppe über den Gesamtzeitraum verändert? Wurde sie mehr? Weniger? Wo waren Peak Points oder Breaks? …)
    Grundsätzlich aber denke ich, Aktivität lässt sich sinnvoll nur qualitativ erfassen 🙂

  4. Beim Konnektivismus bzw. cMOOCs geht es um Interaktion und Vernetzung, die über für andere wahrnehmbare „Produkte“ funktioniert. Ich halte es daher für vollkommen legitim, wenn vor diesem Hintergrund mit aktiven TeilnehmerInnen die produktiven gemeint sind, die etwas Wahrnehmbares hinterlassen haben. Das kann auch schon bei einem Beitrag im Blog oder Twitter der Fall sein. Was dabei nicht mit #MMC13 versehen war, war dann ja auch für viele TeilnehmerInnen nicht sichtbar und vom MOOC gelöst. Dann hängt es an (eurer) Definition, ob ihr das nicht mehr zum MOOC zählt, fein raus – oder doch, dann müsstet ihr euch auch auf die Suche nach Nebengesprächen machen, um die auch zu zählen.

    Der Grad der Produktivität wäre eine andere Größe: Tweets pro Zeitraum oder etwas in der Art, tatsächlich bloß mengenmäßig betrachtet.

    Produktivität weiter gefasst beschreibt das Verhältnis von Output zu Input, da könnte die Güte von Beiträgen einfließen und ins Verhältnis zum Aufwand gesetzt werden. Jemand kann vielleicht in einem Tweet mehr sagen als ein anderer in einem Blogbeitrag – aber könnt ihr das überhaupt beurteilen? Vermutlich allenfalls grob ordinal: Beitrag X ist „besser“ oder „schlechter“ als Beitag Y; ein eigener Tweet ist „mehr wert“ als ein Retweet (obwohl ein Retweet von einem starken Knoten im Netz auch wieder viel wert sein kann…) Den Hinweis auf den Beitrag von Rita Kop finde ich da gut. Aber kannst du dann einen Faktor angeben, um wie viel „besser“ das war? Kannst du Punkte vergeben? Begründet ja? Gut. Nein? Viele quantitative Verfahren verbieten sich dann einfach. Muss aber nicht schlimm sein 🙂

    Es bleibt vermutlich viel „zählen, messen, wiegen“ übrig, auch da lässt sich ja schon ein bisschen was zaubern, vielleicht eine Übersicht, wie viele Personen einen, zwei, …, n Tweets abgegeben haben. Den Grad der Aktivität musst du dann auch gar nicht unbedingt absolut vorgeben (etwa ab 20 Tweets sehr aktiv), sondern könntest es relativ festhalten, gleich große Klassen bilden, mit Verteilungen hantieren, …

    1. Spontan zum Grad der Aktivität… da hast Du auch wieder recht. Indem ich so Kategorien bilde, interpretiere ich ja schon wieder. Aber ich will ja erst einmal (nur) zählen. 🙂
      Danke für eure Gedanken an die ganze Runde!

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