Brown-Bag-Seminar an der FH. Futter für Geist und Körper

Brown Bag (with staple)  Bildquelle.

Ich schreibe ja selten über meine Arbeit. Fast könnte man denken, ich spielte nur. 😉 Heute Mittag jedoch gab es ein kulturelles Ereignis – das erste seiner Art bei uns am Fachbereich – das ich in der Tat eines Eintrages in meinem Bloglein als würdig empfinde. Etwas Neues. Etwas mehr Spielerisches. Ein Brown-Bag-Seminar.

Brown-Bag-Seminar – was soll das denn sein?

Das Jahr, in dem mir der Begriff das erste Mal staunend unterkam, war 2000. Oder vielleicht 2001. Ich arbeitete in einer amerikanischen Großkanzelei und es stand für etwas, das ganz dem Treiben und der Haltung der Belegschaft dort entsprach, nämlich das Angenehme (nämlich z.B. Essen) mit dem Nützlichen (nämlich Austausch, Beziehungspflege und sich Wissen draufzuschaffen) in Einklang stand. Man nahm nämlich seine Stulle (und die war entsprechend der Gewohnheit nicht selbst geschmiert sondern aus dem Nobelimbiss gegenüber im Tütchen (in U.S.A. sind die wohl braun) mitgebracht) mit in die Mittagspause, die ein Kollege mit einem kurzweiligen Vortrag und darauffolgender Diskussion bereicherte.

Damit wir uns nicht falsch verstehen. Das war nichts für uns Assistentinnen. Wir wussten nur davon. Und manche von uns machte die Trennung zwischen Partner und Associates auf der einen Seite, dem Assistentinnen-Volk auf der anderen traurig. Denn da hätten wir gerne auch mal mitgemacht.

Wie hier bei uns an der FH. Wo die Veranstaltung – aus welchen Gründen auch immer – von mehr administrativen Mitarbeiterinnen besucht war, denn vom professoralen Kollegium.

Wie war’s denn nun?

1. Der Einzige, der das mit dem Futtern wirklich ernst genommen hat – sehr sympathischerweise – war ein Studi. Und der hat sich einfach mit seinem Mensa-Tablett hinzugesellt. Ehrlich geschrieben hatte ich für einen kurzen Moment das gleich in Erwägung gezogen. Mich leider nur nicht getraut. 😉

2. Kommunikativ war’s nur zum Ende hin, und das lediglich zwischen den Fach-Kollegen. Was jedoch interessant zu verfolgen war. Trotz des spezifischen Themas (dazu weiter unten) sowohl verständlich vorgetragen als auch verständlich nachgefragt und nachgehakt.

3. Auch interessant: Wie trägt man seine fachlichen (unfertigen) Erkenntnisse einem zum großen Teil nicht des eigenen Fachgebietes mächtigen aber durchaus intelligenten Publikum vor? Durchaus gelungen. Davon konnte ich lernen und werde mir ein Beispiel nehmen.

4. Besucht war die Veranstaltung relativ gut. Immerhin waren 2/3 des Raumes belegt. Sogar der Deutschlandfunk war zugegen, um daraus eine Story zu machen.

Und kommen wir jetzt langsam mal zum Inhalt?

Letzte Anmerkungen zum Inhaltlich Gelernten

Und daran kann man wohl messen, was es bringt. Es ging um die Krise. Die Krise von Irland, Island, Zypern. Um die „Great Recession“, von der seit 2007 auch die reichen Länder betroffen. Und darum, dass es wohl einen kausalen Zusammenhang zwischen dem Financial Reform Indes (IWF „New Database of Financial Reforms“ by Abiad et al. (2008)) und der Krise (will meinen und heissen BIP-Krise, Beschäftigungs-Krise, Schulden-Krise) gibt.

O.k. Nochmals in 140 Zeichen. Je größer die Freiheit des Finanzmarktes eines Landes (max. 21), desto größer die Krise. Je stärker reguliert der Finanzmarkt eines Landes (im Extremfall 0), desto unwahrscheinlicher eine bzw. handhabbar eine Krise.

Der Vortragende mag mich korrigieren, so ich allzu verkürzt mein Aufgenommenes wiedergegeben habe.

Und ihr so?

Deshalb flugs zurück zur Meta-Diskussion: Habt ihr schon mal an solchen Brown-Bag-Seminaren teilgenommen? In welchem Umfeld und welcher Rolle? Was sind eure Erfahrungen? Und: Haltet ihr solche für ein für euch attraktives Event?

fragt sich eure

m (Monika E. König)

Eine Antwort auf „Brown-Bag-Seminar an der FH. Futter für Geist und Körper“

  1. Ich kenne Brownbag-Sessions auch aus meiner Zeit als Unternehmensberater, als Seminar allerdings noch nicht. Gibt es als „Hochschuldidaktik über Mittag“ (http://www.hochschuldidaktik.uzh.ch/veranstaltungen/huem.html) auch an der Uni in Zürich.

    Bei uns haben wir das Prinzip neulich als Stockwerkfrühstück eingeführt. Aus unserem internen Wiki:

    „Das Stockwerkfrühstück (auch bekannt als Etagenfrühstück, Flurfrühstück oder Teamfrühstück) soll uns einmal im Monat die Gelegenheit geben, unseren Hunger zu stillen – in mehrfacher Hinsicht. Neben lukullischen Impulsen sind auch thematische Impulse willkommen, und was das im Einzelnen sein wird, haben wir alle selbst in der Hand. Wer etwa Brötchen mitbringen möchte, trägt das unten [gemeint ist im Wiki] unter lukullische Impulse ein. Wer feststellt, dass vielleicht noch Marmelade fehlt, der ergänzt entsprechend und bring sie mit. Und dasselbe gilt für thematische Impulse. Wer sich über eine interessante Workshop-Methode austauschen möchte, hält in wenigen Sätzen fest, um was es sich dreht. Wer die neuesten Funktionen von Stud.IP vorstellen möchte, trägt das ein. Und sollten diese Impulse einmal ausbleiben oder schließlich doch nicht so drängend sein, finden wir sicher auch genügend anderen Gesprächsstoff. Selbstverständlich können sowohl lukullische als auch thematische Impulse auch spontan mit- bzw. eingebracht werden – Überraschungseffekte haben schließlich auch ihren Reiz!

    Ihr habt schon einen anderen Termin und müsst eher weg? Mit den Themenimpulsen könnt ihr nichts anfangen? Ihr mögt gar kein Frühstück? Kein Problem, denn das Stockwerkfrühstück funktioniert natürlich auf vollkommen freiwilliger Basis!“

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