Lust auf Medienproduktion. Von den Hürden (1): Wie finde ich die geeignete Interviewpartnerin?

Nile Rodgers' left hand holding microphone Bildquelle.

 Vom Geschriebenen zum gesprochenen Wort

Mein Medium ist das geschriebene Wort. Ein handfester Text, ab und zu mit einem Augenzwinkern gewürzt. Und ist es schon immer gewesen. Allerdings hat sich – ganz unauffällig – neuerdings etwas andersartiges in mein Leben geradezu hineingeschlichen, und zwar das gesprochene Wort. Zunächst habe ich mich darin versucht, einfach mal den einen oder anderen Gedanken ins Mikrofon zu formulieren, möglichst am Stück, damit ich hinterher kein Stückwerk zu einem Ganzen zusammenflicken muss. Mut durch die ersten Episoden gefasst, sogar an ein Interview herangetraut (siehe dorten die Folge 5). Ein Hochgefühl, das Resultat zwar nicht in Händen zu halten, aber hochgeladen und anhörbar anschauen zu können.

Fast überkommt mich die Lust, das Auge auch noch mitbedienen zu wollen. In Form einen Videos. Aber halt. Nicht zwei Schritte auf einmal, schon gar keine Sieben-Meilen-Schritte. Audio also. Nur in besser als bisher. So der Plan.

Vom Begehr zum Thema

Ist frau qua Amt auf Arbeit ohnehin mit Medienproduktion beschäftigt, liegen die Themen ja gleichsam vor den eigenen Füßen. Hier ist vielleicht die Schwierigkeit, den für die Medienproduktion geeigneten Teil gleichsam herauszuschneiden. Aber die Schneidung ist wohl eine andere Hürde – und bedarf somit eines eigenen Posts. Mir geht es – wie auf der Lernspielwiese üblich – hier erst einmal nur ums spielerische Erkunden von Möglichkeiten. Und beim Spielen darf man sich ja die Themen greifen, wie sie einem gefallen.

An Themen, die von eher allgemeiner Art sind, die mich aber für eine Medienproduktion (gerade deshalb) ansprächen, mangelt es mitnichten. Beispiele gefällig?

  • Frauen und ihre Hunde. Geschichten eines ganz besonderen Verhältnisses.
  • Oft getreten, viel geliebt. Lieblingsschuhe.
  • Schöne Dinge. Und was sie für uns schön macht.
  • Was gibt’s heute? Über das Essen daheim.
  • Kleine Frankfurter Fluchten. Oliven und Espresso beim Italiener im Zentrum.

Und sogleich hole ich meinen Kuli (ja, ich habe einen, und auch Papier) hervor, beginne skizzenartig meine ersten Gedanke zum ersten mir untergekommenen Thema zu notieren. Solange bis meine Gedanken komplett externalisiert. Es gibt von meiner Seite her nichts mehr zum Thema zu sagen. Mein Hirn, das Gefäß für dieselben, ist an besagter Stelle leergedacht.

Mir schwant, es braucht eine weitere Perspektive.

Die andere Perspektive

Nun bin ich ja zuletzt – wegen des #mmc13 MOOCs selbst desöfteren interviewt worden. Und ich fange an zu ahnen – so ich so über den Inhalt meiner obigen mir dort so spontan aus der Feder gesprungenen Themen nachdenke – warum man ein Gegenüber (mindestens eines) braucht. Man beginnt mir der urpersönlichen Sicht auf die Dinge. Und die ist, so merkt man schnell, nicht nur sehr subjektiv geprägt sondern auch höchst unvollständig. Auf andere Perspektiven auf die gleiche Sache zu kommen, tut man sich – so ganz ohne einen Perspektivträger – ziemlich schwer. Eine Interviewpartnerin muss her.

Woher nehmen wenn nicht stehlen?

1. Sie ist schon da.Bleiben wir nur mal exemplarisch beim ersten Thema. Die Hundefrauen. Gar täglich, wenn ich mit meiner Bora über die Wiesen streife, treffe ich so einige dieser Sorte. (Ich muss das nochmals empirisch nachprüfen, aber mein Eindruck: es gehen mehr Frauen mit Hunden Gassi als Männer. 😉 ). Sie sind also schon da. Ich muss Sie mir nur greifen, sprich ansprechen.

2. Sie kommt zu mir. Wenn ich dazu anrege. Z.B. via meiner üblichen Kanäle, der je nach Vorliebe Twitter, Facebook, G+, das eigene Blog oder auch alles zusammen sein kann. Diese Methode hat – und sehr erfolgreich wie ich gehört habe – Franziska Kümmerling mit ihrem im Übrigen äußerst lesenswerten Blog druckstelle betrieben. Sie hat kurzerhand auf der Seite „Call for Ideas“ zum Mitmachen aufgerufen: „Wer als Schreibender Interesse an meiner Idee hat, kann sich sehr gern als Interviewpartner melden.“ Die Interviewfragen gibt’s hier. Wer eine erste Kostprobe schmecken will, klicke dazu da.

3. Ich recherchiere nach ihr. Was wohl sowohl die journalistische wie auch die akademisch angehauchte Arbeitsweise darstellt. Vorteil ist, dass wenn jemand zum Thema schon etwas ins Netz (oder auf Papier) publiziert hat,

a) die Chance größer ist, auf einen ausgemachten Experten zu treffen und

b) die eigenen Publikation auch wieder besser aufgefunden wird, so nach ausgemachtem Experten anderweitig recherchiert wird.

Nachteil: Richtig Neues/mal jemand Anderes, einen richtig frischen Blick findet man damit wohl auf Dauer eher nicht.

4. Ich vertraue auf den Zufall

Eigentlich eher keine Methode sondern … Haltung. Die Haltung von diesen Netzwerkern im positiven Sinne. Man verlautbart ungeplant und immer so es einen überkommt, dass man sich gerade mit jenem besonderen Thema beschäftigt und vertraut darauf, dass entweder das eine oder andere Gegenüber, … oder über Bande vermittelt ein Gegenüber des Gegenübers (des Gegenübers) auf einen zurückkommt, wenn ein Nerv bei diesem getroffen.

Ich selbst habe mich erst einmal für mein Thema 1 für die Nr. 1 entschieden,… und komme – wenn schon nicht mit dem fertigen Medienprodukt sondern – mit der nächsten Hürde (2) auf euch zurück. Die da heißt: Wie überzeuge ich meine Interviewpartnerin mitzumachen, wenn sie sich zunächst noch sträubt. 😉

Bis auf Weiteres

Eure m

Eine Antwort auf „Lust auf Medienproduktion. Von den Hürden (1): Wie finde ich die geeignete Interviewpartnerin?“

  1. Nach dem Schreiben kommt also das Sprechen? Das hätte man mir ja auch schon früher sagen können… 😉 Ich finde es mutig von Dir, dass Du Dich an die Audioproduktion wagst, obwohl Dir das Schreiben so gut gefällt. Außerdem freue ich mich jetzt schon auf Dein erstes Video! 😉

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