Was ein Unternehmen von einem #MOOC hätte.

Wie Unternehmen ticken

Unternehmer/n ticken ja bekanntlich besonders. Während für unsereine eher der Fragekomplex im Vordergrund steht

Klingt das nach einer spannenden aufregenden Erfahrung, die mich persönlich/inhaltlich/kompetenzmäßig weiterbringt?

unterstelle ich Unternehmensentscheidern eher die Fragestellung

Was bringt uns das? Wenn schon keine gesteigerten Einkünfte, was denn dann, das es wert ist, uns damit abzugeben?

Hier hat im Übrigen Claudia Bremer kürzlich was zu MOOCs in Unternehmen geschrieben, was für den einen oder die andere interessant sein könnte.

Im Folgenden meine Überlegungen dazu, durchmischt mit meiner eigenen Definition von MOOC, und ein “gescheiter” MOOC für mich kann nur ein cMOOC sein. (Wobei ich einen xMOOC für ein Unternehmen mitnichten ausschließen möchte. Damit kann man m.E. ganz gut bestehendes Wissen auf seine Mitarbeiter übergießen, die es von selbst aufnehmen und in deren Arbeit integrieren – wenn man Glück hat und die Firmenkultur zum MOOCen passt). Aber vorab, was ist denn so ein cMOOC für mich?

Definition MOOC

Ein MOOC stellt eine Frage

Ein MOOC stellt eine Frage, für die es noch keine Antwort gibt. Und für die sich die Beteiligten individuell auch interessieren.

Hier einige spontane Beispiele für Fragen, die ich mir vorstellen kann, dass die sich Unternehmen stellen (könnten).

  • Ein Verlag könnte sich z.B. fragen, in welche Form sich das Produkt Buch weiterentwickeln könnte, um weiterhin so spannend und noch spannender für uns Leserinnen zu sein. Beyond #ebook.
  • Teile der Lebensmittelindustrie könnten sich z.B. fragen, wie sie ihren Einnahmestrom weiter behalten könnten, ohne andauernd so viel Nahrungsmittel auf den Müll zu werfen.
  • Eure Ideen?

Ein MOOC ist irgendwie Massiv

Machen wir das Massiv mal nicht an einer (Dunbar) Zahl fest. Sondern daran, dass

  • Menschen mitmachen, die ich als Teilnehmerinnen erst einmal nicht aus anderen Kontexten kennen.
  • Mehr Menschen mitmachen, als ich mich individuell mit diesen beschäftigen kann.
  • Menschen mitmachen, die eben anders ticken als ich. Und auch von daher unwahrscheinlich, dass ich freiwillig und in privat mit diesen in Austausch gekommen wäre.
  • Die Akquise so ungezielt ist wie mir die Blättchen in meinem Briefkasten vorkommen.

Also auf einen Satz gebracht, dass viele mitmachen, diese Viele aber auf ihre Arten sehr verschieden sind.

Radikale Idee: Wie das für ein Unternehmen z.B. zu erreichen ist? Indem man die komplette Datenbank anspricht. Also Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten etc. Einfach alle.

Ein MOOC ist irgendwie offen

Dass z.B. die FernUni einen MOOC nur für ihre eigenen Studierenden anbietet mag erst einmal nicht wirklich offen klingen. Bedenkt man jedoch, dass normalerweise lediglich Studierenden in einen Moodle-Kurs der FernUni Einlass gewährt wird, die sowohl im gleichen Studiengang studieren als auch das gleiche Modul belegt haben, so ist eine Öffnung in Bezug auf nicht nur Studiengänge, sondern sogar fachbereichsübergreifend (außerdem kann ich mir vorstellen, dass auch Mitarbeiter mitmachen dürfen) eine beachtliche Öffnungs-Leistung.

Wie könnte eine Öffnung beispielsweise für Unternehmen aussehen, so sie diese nicht auf einen einzigen Paukenschlag vornehmen will? Im Folgenden einige spontane Ideen.

  • Abteilungsübergreifend
  • Hierarchieübergreifend (wahrscheinlich als ziemlich schwierig empfunden, nicht nur von den Entscheidern aus, sondern auch MAs, kann ich mir vorstellen.)
  • Unternehmensübergreifend (Kunden, Lieferanten, Konkurrenten? -> Prinzip Co-Competition?)

Aber zulassen, dass Menschen mitmachen, reicht im Unternehmenskontext vielleicht nicht ganz aus.

Radikale Idee: Für 6 Wochen den MOOC-Mittwoch einführen. Alle, die ihren Beitrag zum MOOC bereits geleistet haben, können Mittwoch Nachmittag frei machen. Andere die wollen den Mittwoch Nachmittag zum MOOCen nutzen.

Ein MOOC nutzt die technischen Möglichkeiten, die sich ihm bieten

Untenehmen haben i.d.R. Vorlieben und entsprechende Regeln. Zum Telefonieren wird das Telefon genutzt, Weiterleitungen und Auslandsanrufe sind erst ab Hierarchie-Ebene xy erlaubt. Skype gibt es nicht, außer auf begründeten Antrag hin. Wo kämen wir denn da sonst hin? An virtuellen Kursräumen wird Moodle genutzt, nein, nicht iversity. Da weiss man nicht, wo unsere Daten dann hinkommen. Usw. usf.

Warum nicht einfach mal die Möglichkeiten nutzen, die frei vor uns herumliegen?

Radikale Idee: Den MOOC über ein öffentliches Weblog abwickeln.

Ein MOOC fängt an – und hört irgendwann auch wieder auf

Und der Beginn sowie das Ende ist markiert, etwas Besonderes.

Radikale Idee: Anfang sowie auch Ende mit einem gemeinsamen Fest begehen.

Jetzt aber Butter bei die Fische. Was also hätte ein Unternehmen davon, so es die radikalen Ideen von oben durchzöge?

Was ein Unternehmen von einem (solchen) MOOC m.E. hätte

  • Nicht nur als Produkt das es liefert, sondern als etwas Lebendiges, aus Menschen und Leidenschaften bestehendes wahrgenommen zu werden. Bekannter werden.
  • Die Menschen, die in welcher Rolle/Funktion auch immer mit dem Unternehmen in Kontakt kommen und deren Ansichten über die Unternehmung erfahren. Research.
  • Identifikationen schaffen.
  • Einen Blick in die nahe Zukunft werfen.
  • Was meint ihr?

Nur leider leider gibt es ein solches Unternehmen nicht, das Interesse – vielleicht schon an den Vorteilen – aber nicht an dem Experiment hätte. Doch? Dann lasst es mich wissen. Ich stelle mein Wissen und meine Erfahrung dann von Herzen zur Verfügung.

Bis dahin resonniere ich noch ein bisschen über Dies & Das hier im Blog.

Herzlich

Eure mons7 (aka Monika E. König)

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