Abenteuer Co-Working. Ein paar Eindrücke aus 1. Hand

Um die Mittagszeit mache ich mich endlich auf, zu meinem Abenteuer. Zum Probe-Arbeiten. Am Tag der offenen Tür in der Zentrale FFM, in der Tat zentral gelegen, an der 4 (Bornheim Mitte, Berger Str. 175). Beim hinschlendern kommt man am Café Wacker (am Uhrtürmchen) und sonstigen netten Ecken vorbei, gegenüber das sonamu, bestes Restaurant ever.

Aber ich lasse mich nicht ablenken, straffe mich und beschwinge meinen Schritt. Ich bin auf Entdeckung von etwas Neuem aus. Auf einer Mission. Der Mission Co-Working.

Vom Aufraffen

Noch auf dem Weg dahin in der U-Bahn frage ich mich, ob ich mich regelmäßig dazu aufraffen könnte, mich in ausgehfähige Kleidung zu hüllen, aufs Rad oder in die U-Bahn zu schwingen, um einen externen – wenn auch von mir freiwillig gewählten – Arbeitsplatz heimzusuchen.

Was sollte ich dort suchen?

Co-Working von Außen

Nach kurzem Suchen lande ich ich – zunächst – in wohnhausähnlicher Atmo. Zunächst. Drinnen entspricht alles einem Willkommen heißenden Vorurteil. Gemütlich, aber hipp. Menschen, die (zumindest z.T.) klischeehaft dem Web-Worker in Deinem Kopf entsprechen. Natürlich wird zusammen mit mir gerade ein Stapel Pizza angeliefert. Ein paar weitere bunte Vögel auf die Räumlichkeiten verteilt, obwohl es kreativ um diese raucht, alle sich an die Regeln des jeweiligen Raumes haltend.

Web-Worker-Regeltum

Es scheinen nur wenige Regeln zu geben, diese werden aber klar eingehalten. Oder eigentlich nur eine einzige. Jeder Ort sein Verhalten.

Jeder Raum wird nach seiner Bestimmung benutzt. Stillarbeit ist im Arbeitsraum der Nomaden angesagt. Die zurückgelassene Gerätschaft ist eher applelastig. Der Platz kostet dort im Übrigen ohne MWST im Monat 90 EUR. Feie Platzwahl, das funktioniert so wie im Fitness-Studio. Da sind auch nicht immer alle auf einmal da. Und schon gar nicht an einem Freitag.

Laut sein – sprich z.B. telefonieren – darf man natürlich auch, aber dann bitte raus. Willst Du *ungestört* telefonieren, ab mit Dir in einen der beiden Konferenzräume, von denen während meiner Test-Anwesenheit nur einer belegt. Der Zweite – kleinere – wird von mir neugierig inspiziert, insbesondere interessiert mich, wie ausgebucht der ist. Lediglich eine Eintragung für diese Woche, keine für die kommende. Meine Bedenken, dass die Räume beständig ausgebucht sein könnten somit widerlegt. Vielleicht legen sich die digitalen Nomaden von heute eher kurzfristig fest.

In Küche und „Wohnzimmer“ kommt bei mir unmittelbar ein längst verdrängtes WG-Feeling auf. Die Menschen die sich dort austauschen scheinen sich zu kennen und zu mögen. Was dort so eifrig beredet wird, kriege ich nicht mit. Ich brauche immer meine Zeit zum Auftauen, solange ziehe ich mich zur Stillarbeit zurück, für euch meine Eindrücke niederschreibend.

Ach ja. Zuletzt noch zu erwähnen gar heilige Hallen. Die Schreibtische dort sind fest gebucht, dementsprechend teurer (300 EUR exkl. MWST). Auf einen Blick zu erkennen, dass hier die Menschen wohnhaft, ganze kleine Gärten umranken diese und grenzen den Raum zum Sitznachbarn ab. Ein Fahrrad an einen der Schreibtische gekuschelt. Keine Arbeiterin zu sehen, obwohl lediglich 3 Schreibtische noch buchbar. Kaffee für umme ist drin, auch ein Schlüssel. Vielleicht arbeiten die ja alle nachts?

Mein ganz persönlicher Eindruck

Für diese Art des Schaffens… bin ich noch nicht wirklich bereit. Aber wer weiß. Habe ich eines Tages gar keine Anbindung mehr an einen festen Arbeitgeber (und misse damit feste Kolleginnen) und scheue mir ein ansprechendes Ambiente (und das ist allemal gegeben) garselbst immer wieder herzustellen, komme ich bestimmt auf einen freien Schreibtisch hier zurück.

Bis dahin in meiner kleinen aber auch feinen Wohnung denkend, bloggend und telefonierend

Eure mons7 (aka Monika E. König)

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