Erste Gedanken über Lehr-Lern-Räume…

… und warum mich das interessiert.

RAUM-Bastelbogen
(Max Brown; Bildquelle; Lizenz CC BY-SA 2.0)

Lehr-Lern-Räume in Hochschulen

Lehre und Lernen findet an der Universität in Räumen statt. In einem Vorlesungssaal oder auch (meist zu kleinen) Seminarräumen. Hochschule leidet an Platzmangel. Um dem Lehr-Lernen mehr Platz zu beschafften, bieten mittlerweile alle Hochschulen eine Erweiterung in den virtuellen Raum hinein an, i.d.R. in For eines LMS, wie MOODLE, OLAT, studIP, Blackboard, ILIAS und wie sie alle heißen. Diese Erweiterungen sind ohne die Räume, in denen Lehr-Lernen physisch stattfindet, undenkbar.

Unvorstellbar.

Virtuelle Erweiterungen von Lehr-Lern-Räumen in Universitäten

Betritt man einen MOODLE-Kursraum, so man überhaupt eingelassen wird, ohne zugehörige physische Präsenz, kann man meist wenig damit anfangen. Die virtuellen Anhängsel werden nämlich zunächst als Rumpelkammern benutzt, um Dokumente in Form von Power-Point-Präsentationen einzulagern. Auch gerne als praktischer Briefkasten, der Mails zeitnah, die meist organisatorischer Art, wie durch ein Rohr auf die Smartphones der in den Raum Eingeschriebnen katapultiert. Von ambitionierten Lehrenden dann auf nächst-höherer didaktischer Nutzungs-Ebene als zeitliche Ausdehnung des inahltlichen Diskurses genutzt. Die Grenzen des Raumes sind bei alledem klar markiert.

Die Räume sind ein- und abgeschlossen.

Über die Konstruktion von Lehr-Lern-Räumen jenseites der bereits bestehenden

MOOCs wie sie z.B. auf iversity stattfinden, arbeiten analog zu dieser LMS-Systematik, Einschreibemöglichkeiten in den Raum des Geschehens sind jedoch erfreulicherweise überhaupt nicht (so) restriktiv. Man muss sich nur überhaupt einschreiben.

Wie sieht es im Gegensatz dazu aber aus, mit MOOC-Formen, die mit Fug und Rechts als konnektivisch bezeichnet werden dürfen, die zwar eine Homebase haben, deren Lehr-Lern-Raum aber maßgeblich von den Lehr-Lerner erst beim Tun aufgebaut wird. Wie konstruiert sich die einzelne Teilnehmerin – auch im Vergleich zu den anderen – oder vielleicht sogar mit diesen zusammen und über diese ihren Lehr-Lern-Raum, … wenn dies überhaupt gelingt, was ja oft genug gar nicht der Fall.

Um dieser Fragestellung nachzugehen, habe ich mir mal eine kleine Liste angelegt, durch die ich mich die nächsten Tage in der Deutschen Bibliothek hindurcharbeiten möchte. Und herausfinden, ob sich dort ein Hinweis auf eine Antwort auf diese/meine Frage finden lässt.

Wie konstruieren Lehr-Lerner sich ihren Lehr-Lern-Raum?

Ich werde berichte. Aus den heiligen Hallen heraus. 😉

 

12 Antworten auf „Erste Gedanken über Lehr-Lern-Räume…“

  1. Sehr interessant, mons7!

    So habe ich Moodle noch gar nie betrachtet, aber Du hast völlig recht. Und der Vergleich mit dem MOOC-Konzept ist kreativ und eröffnet neue Perspektiven. Wie wäre es, das nächste Modul statt mit einem Moodlekurs in einem Yammer-Raum durchzuführen?

    Herzlichst,
    Peter

  2. Hallo mons7,

    interessantes Thema. Als Erstes fiel mir zum Thema “Räume” Elisabeth Lenk ein. Zwar in Verbindung mit Räumen in “Träumen” aber sie hat sich zumindest dem Thema “Raum” auch auf geisteswissenschaftlicher Ebene genähert (in einer m.E. ungewöhnlichen Art und mit außergewöhnlicher Perspektive). Ich hatte vor ca. 17 Jahren die Gelegenheit, einen Vortrag von ihr zu dem Thema an der Uni Essen zu hören. Vielleicht noch etwas für die Liste?

    Viele Grüße,
    Roma

  3. Es geht dir aber um die virtuellen Räume, oder? Mich selbst interessiert ja, wie Räume gestaltet oder auch nicht gestaltet werden müssen, in denen wir physisch mit digitalen Medien lernen wollen.

    1. Hi Gibro,
      DAS ist ja auch spannend, und das hatte ich noch gar nicht so auf der Platte.
      Zu Deiner Anmerkung zu virtuell.
      Fast. Ich denke – aber noch ganz unausgegoren – dass die Trennung von virtuell vs. was auch immer nicht mehr funktioniert, weil Menschen mittlerweile “quer” dazu Raum konstruieren.
      Will meinen, wie bringe ich z.B. mein MOOCen mit meinem BarCampen mit den EdChats mit ununi.tv (o.k. zugegebenermaßen virtuell lastig alles) zu einem LernRaum zusammen?
      Eingängiger kann ich es noch nicht ausdrücken.
      Klingt das … unsinnig?/-stimmig?

  4. Hallo Monika,

    als ich deinen Beitrag gelesen habe, hat bei mir direkt erstmal der Begriff PLE groß aufgeleuchtet… doch glaube ich nicht, dass du dies genau ansteuerst, oder? Aber wenn man sich mit virtuellen Räumen beschäftigt, die jeder Einzelne aufbaut, dann lande ich schon wieder bei der persönlichen Lernumgebung…
    Wie möchtest du denn konkret, deine Lehr-Lernräume von diesem “alten” Konzept abgrenzen ;-)?

    1. Hi Thomas,
      oh, ich hätte mich mal doch näher mit dem Konzept PLE auseinandersetzen sollen, seinerzeit! ;)))) …. deshalb eine Rückfrage, ein Personal Learning Environment ist NICHT aufs virtuelle beschränkt, oder?

      Zu der Inspiration von Gibro IN VERBINDUNG mit Deiner Anmerkung.
      Kann es vielleicht sogar sein, dass ich je nach Gelegenheit das, was ich als Lernraum konstruiere NEU konstruiere?
      Vergleichbar mit (aber nicht das selbe) wenn ich z.B. eine wissenschaftliche Ausarbeitung schreibe ich vorwiegend aus Büchern, Artikeln lerne, um meine Argumentation zu entwickeln, was ich beim Bloggen eher vermeide (außer online und gleichzeitig OA), weil ich den “Raum” anders konstruiere?

      Euch ein schönes Wochenende
      Monika

  5. Hm, lese gerade im Zug nach München “Öffentlichkeit als methodologisches Prinzip” von Robert Schmidt und Jörg Volbers https://www.google.at/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=2&cad=rja&ved=0CDwQFjAB&url=http%3A%2F%2Fzfs-online.ub.uni-bielefeld.de%2Findex.php%2Fzfs%2Farticle%2Fview%2F3056%2F2593&ei=M1JiUp-DGsfRtAaNioDIDA&usg=AFQjCNGcr1VPa5sVdklpvYktEUfl0VuecA&sig2=8Tclv-wz1OVC5ksJRFgFhg&bvm=bv.54934254,d.Yms .Was da über Öffentlichkeit und geteilte Aufmerksamkeit steht, passt gut zu deinen Gedanken. Ich lese es für einen Aufsatz über Web Literacy/Medienkompetenz im Unternehmen.

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