Meine ureigentliche Perspektive. Die erziehungswissenschaftliche. Aber was soll die (jetzt noch) sein?

Himbeer-Experimente

Foto von Anonymus Account, Bildquelle, Lizenz: CC BY 2.0.

Perspektiven-verlustig

Ich habe an anderer Stelle (wenn ich die wieder finde, verlinke ich die auch noch 😉 ) ja schon erwähnt, dass ich über die Lektüre von Texten, von denen ich denke, dass die mich in Bezug auf meine Fragestellung(en) weiterbringen, in anderen Disziplinen lande. Passiert mir das zu oft, verliere ich z.T. meine ureigene Perspektive, nämlich jene, der Erziehungswissenschaft.

In der Natur der Zunft

Nun ja, immerhin handelt es sich bei der Disziplin Erziehungswissenschaft gleichsam um eine Ausgründung aus der Philosophie. Obwohl Kant in der Erziehungswissenschaft – neben anderen – immer wieder zitatemäßig herangezogen wird, war auch er seinerzeit Philosoph.

 

Die Erziehungswissenschaft also als Parasit, als eine Wissenschaft, die sich z.B. auch aus der Soziologie bedient, jedoch nichts an diese zurückgibt? Dies wäre eher die negativ konnotierte Interpretation. Positiv gewendet bedeutet dies aber auch, dass die Erziehungswissenschaft von der Grundanlage schon interdisziplinär gedacht. Was ja heutzutage eine nicht unbedeutende Forderung an jegliche Disziplin dies zu werden immer wieder artikuliert wird.

Die Perspektive aus der Erziehungswissenschaft heraus

Gleichsam die Beschreibung der erziehungswissenschaftlichen Perspektive ist mit diesem Rechfertigungsversuch noch nicht geleistet. Einen ersten Versuch möchte ich über Begriffe/Themen, Theorien und (Forschungs-)Methoden machen.

  1. Fachspezifische Begrifflichkeiten
    Wir reden in bestimmten Begriffen. Und auch wenn wir Begrifflichkeiten (beständig) in Frage stellen, so (ge-)brauchen wir sie doch zumindest als Anknüpfungspunkte. Ein Beispiel für verwedete Begriffe und deren Diskussion hier.

    Und diese Begrifflichkeiten werden zur Fromulierung von ganz bestimmten Fragestellungen genutzt. Meine derzeitige z.B., von wem, was und wie pädagogische Handlungen im Netz übernommen werden. Sozusagen auf der Suche nach dem Pädagogischen im (auch) Virtuellen.

  2. Fachspezifische Theorien
    Auch wenn – wie oben ausgeführt – die Erziehungswissenschaft sich aus insbesondere Nachbardisziplinen bedient, werden die dort aufgenommenen Theorien im Sinne der eigenen Fragestellungen reformuliert. So hat Kron (1996)* – dies nur als Beispiel – die Theorie des Symbolischen Interaktionismus (Mead) für den Begriff der Erziehung reformuliert.
    Meine These im Übrigen, dass im Virtuellen ureigene Handlungen, Aufgaben und Verhaltensweisen von Pädagogen verteilt wiederaufgenommen werden, und zwar nicht nur (ich habe gerade keine anderen Worte dafür als Latours) von Akteuren sondern auch Aktanten. Gleichsam ein Hineindiffundieren des Pädagogischen ins Virtuelle, um Lernprozesse erst (oder lediglich besser?) zu ermöglichen.
  3. Fachspezifische (Forschungs-)Methoden
    Dazu in einem anderen (kommenden) Post. Irgendwann muss ja auch mal Sonntag sein. 😉

Eure mons7 aka Monika E. König

*Quellenangabe

Kron, Friedrich W. (1996). Erziehung als symbolische Interaktion. In: der.: Grundwissen Pädagogik. München, Basel, 54-60.

 

 

Eine Antwort auf „Meine ureigentliche Perspektive. Die erziehungswissenschaftliche. Aber was soll die (jetzt noch) sein?“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.