Web-Kultur vs. FH-Kultur

eStudentFoto: Das ist ein gar rostiges Kerlchen vor unserer Mensa, das „Der ewige Student“ benannt.

Am Montag (21.10.) war ich wieder einmal auf einem der spannenden Vorträge direkt nach Arbeit, die unsere Bibliothek immer so auf die Beine stellt.

Zu Gast und Thema

Zu Gast war die von mir mittlerweile hochgeschätzte Julia Bergmann, auf Twitter auch als @the_librarian zugange. Thema war Digitales Lernen und Arbeiten. Und sie hat das in der Art vorgetragen, dass es mir in meiner tiefsten Seele Resonanz erzeugt.

Kleiner Rundumschlag

Im Grunde gab sie uns einen kompletten Rundumschlag, was für uns Lernen und Arbeiten ausmacht. Interessant ihre Unterscheidung zwischen Internet-Bewohnern und Internet-Besuchern. Desweiteren ihr Statement, dass es gar nicht so sehr technische Fragen seien, die im Grunde entscheidend, sondern vielmehr eine Frage der Kultur. Und kulturmäßig könne man zwischen – also in unserem Bereich – Knowledge Workern und Web-Workern unterscheiden. Die ersteren seien davon überzeugt, dass Wissen gleich Macht, die zweiteren, dass die Macht im Netzwerk liege. Und dreimal dürft ihr raten.

Welche Kultur ist die meinige?

Könnt ihr euch eigentlich denken, ne? Aber nee. Es ist nämlich in der Tat so, dass ich, sobald ich den Campus betrete, in einen anderen Modus verfalle. Weil es da einfach andere Rahmenbedingungen gibt. Ich fühle mich, als wechsle ich von der einen Kultur in die andere. Was die Unterschiede – mal ganz ohne Wertung – so für mich ausmacht?

Versuch des explizit Machens Web-Kultur vs. FH-Kultur

-> Du vs. Sie-Kultur

Tja. Da hatte ich ja schon mal zu anderer Gelegenheit mich ausführlich drüber ausgelassen, ne? 😉

-> Publish first edit after vs. edit first and then forget about it

Ich drücke mal ganz schnell auf „Veröffentlichen“ hier. Ohne daran zu denken, dass da noch x Quellen zu checken wären. Und mit Tippfehlern. Und so. Über eure Kommentare merke ich ganz schnell, wenn mal was nicht ganz so war. Und was falsch war. Und was man da machen müsste, dass es besser wäre. Das mache ich dann auch gleich.

Habe ich bisher auf der FH-Seite oder via eMail in der FH was veröffentlicht bzw. versandt, habe ich mir – wirklich – Stunden davor Gedanken gemacht, ob das auch perfekt oder wie das noch perfekter wäre. War’s mal abgesandt/eingestellt… erledigt.

-> Tür zu vs. Großraumbüro

Als ich an der FH anfing… ok, das war auch in den Semesterferien… gab es unheimlich viele Türen, die einfach geschlossen/verschlossen waren. Das Netz ist irgendwie … immer offen. Auch wenn gerade mal niemand auf Twitter postet, antwortet… man kann nachlesen. Kommt irgendwie an irgendwas dran. Twitter. Mein Großraumbüro. Und nun bin ich in der glücklichen Situation, … wiedermal eines der wenigen Großraum-Büros erhascht zu haben. Sogar in der FH. Und ich freu mich und bin glücklich darüber. 🙂

-> Push- vs. Pull-Kultur

Im Web 2.0, also unter euch, sehe ich irgendwie zu, dass ich alles was mich interessiert mitbekomme. Manchmal gelingt mir das nicht. Oh. Das Community-Camp, an dem ich eigentlich hätte gerne teilnehmen wollen, ist schon ausgebucht. Wie konnte mir das nur durch die Lappen gehen?

In der FH reagiere ich auf direkte Ansprache. Via eMail. Also DIREKTE Ansprache. Nicht cc oder so, ne, weil davon kriege ich so 50 pro Tag.

-> Thema vs. Einordnung in Organisations-Kontext

Im Netz bin ich, was mich thematisch interessiert und wozu ich thematisch poste. Z.B. manchmal MOOCs. Manchmal Wissenschaft. In der FH bin ich, wo ich vom Organigramm her verortet bin. Was ja auch was hat. Aber dass ich mal einen MOOC veranstaltet habe, das ist dann natürlich nicht wahrnehmbar.

-> „Augenhöhe“ vs. hierarchische Strukturen

Ja. Ich erzähle die Anekdote ja immer wieder gern. Als ich unbedarft übers Web 2.0 den hochgeschätzten @VolkmarLa kennen lernen durfte, so ganz ohne die Belastung zu wissen, dass er Präsident einer Hochschule. Das war mir leider mit unserem Präsidenten – verständlicherweise – so gar nicht möglich. Aber ist ja auch klar. So wenig möglich diese unbeschwerte und unbelastete Begegnung zwischen mir und meinen Studierenden heute. Weil ich gebe immer noch die Note. Am Schluss. Auch wenn ich das so gar nicht gerne mache.

Ohne irgend einen Anspruch auf Vollständigkeit. Aber das ich ja nach dem „Publish first edit after“-Prinzip blogge,… kann ich ja weitere Gedanken jederzeit ergänzen. So wie ihr im Kommentarfeld.

Eure mons7 – aka Monika E. König

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