Kriterien, mit denen man einen MOOC (auch sich) flugs vorstellen und abklopfen kann

Immer wieder werde ich gefragt, was ich denke, was vom #mmc13 Anfang des Jahres übrig blieb. Ich interpretiere die Frage dann zumeist intuitiv so, dass ich

  1. den MOOC als Ganzes aus einem größer werdenden zeitlichen Abstand heraus nochmals bewerte (und diese Bewertung ändert sich – zwar minimal aber sie tut es – fast möchte ich schreiben, sie schärft sich und wird auf diese reduzierte Weise klarer, mit größer werdendem Abstand) sowie
  2. dass ich eine Art subjektive “Learnings” (gibt es dafür eigentlich ein “gescheites” deutsches Wort?) stichpunktartig zum Besten gebe. Diese sind jedoch – so muss ich zugeben – eben auch aus Erfahrungen der Zeit seit dem Ende des MOOCs geprägt.

Was jedoch, wenn die Frage eigentlich inhaltlicher Natur gemeint? Was habe ich INHALTLICH mitgenommen, das ich auch noch habe?

#mmc13 Inhaltliches – was ist geblieben, was ist noch da?

Erstaunlicherweise greife ich immer wieder auf die Webseite als Ressource zu Fragen, die sich mir immer wieder neu zu MOOCs in verschiedenen Konstellationen stellen, zurück. Erstaunlicherweise deshalb, weil ich ja aufs WIKI zugreifen könnte. Mich jedoch zieht es immer wieder auf die Webseite und die Inhalte dort an sich. Und zwar insbesondere auf einen ganz bestimmte Datei, nämlich die MOOC-Matrix. Und ich bin mittlerweile versucht, sie zu erweitern und zu ergänzen. (Was ja unser Plan war. :) )

Diese MOOC-Matrix gibt mir weiterhin ein gutes Raster vor, nach welchen Kriterien ich einen MOOC, den ich gerade sichte/besichtige hier im Blog vorstellen könnte, als auch in dem Sinne um relativ schnell zu beurteilen, ob das ein MOOC ist, in den ich mich nochmals als Teilgeberin hineinwerfen möchte. Und das sind die folgenden Kriterien.

Kriterien, mit denen ich einen neuen MOOC, der mir unterkommt, abklopfe

Das sind im Grunde die Bereiche, die in der MOOC-Matrix gebündelt, nur dort auf den Punkt gebracht und differenzierter, während ich beim Abklopfen eines MOOCs, bei dem ich evtl. teilnehmen will, etwas grober an die Sache rangehe. Die Bereiche.

Rahmendaten – die Basics

Das ist so der erste Überblick, den ich mir mache. Auf dem mir relevantesten Kanal, Twitter. Gibt es da einen Hashtag? Wer twittert (schon) dazu? Welchen Inhalts sind die Tweets und in welcher Frequenz kommen die rein? Ich schaue mir die Webseite des MOOCs an, sind da schon die wesentlichen Rahmendaten drauf, und wie lauten die? Insbesondere für mich wichtig für meine eigene Zeitplanung – und mitmoocen kostet Zeit, wenn man es mit Herz macht und was dabei rausziehen will – von wann bis wann läuft der, also datumsmäßig und in Wochen.

Nach dieser ersten Sichtung ist dann manchmal mein Interesse schon erloschen, weil da kriegt man ja auch den nicht gerade nebensächlichen Punkt mit, was das Thema. Und das muss mich interessieren, am besten eines, mit dem ich selbst auch schon in irgend einer Art “schwanger gehe”, aber mir noch der selbstgemachte strukturierte Zugang dazu fehlt. Ein solch selbstgemachter strukturierter Zugang könnte z.B. sein, mich bloggenderweise dazu auszulassen, und für den Post wesentliche Quellen zu sichten, mir mein Meinung mache, Erkenntnisse daraus strukturiert für einen Artikel aufbereite. Aber das ist eben eine Alleinarbeit, zwar für euch und zur Diskussion gestellt, aber eben doch erst einmal allein.

Abgebrochen an dieser Stelle habe ich z.B. meine Recherchen zum #opco12, der hat mich vom Thema her nicht angesprochen, vielmehr kam er mir seinerzeit vor, wie ein gemeinsames Lesen, Besprechen und Anreichern des Horizon Reports mit eigenen Gedanken und Erfahrungen. (Vielleicht lag es aber auch an meinen Vorbehalten gegenüber dem Horizon Report an sich.)

Komme ich jedoch über diese erste entscheidende Hürde hinüber, schaue ich mir als nächstes die Veranstalter an.

Wer bietet den MOOC an?

Das nächste was mich interessiert ist, wer denn den MOOC anbietet. Die Menschen dahinter interessieren mich besonders. Und die Gesichter dazu. Sind es Institutionen, so frage ich mich nach dem hauptsächlichen Beweggrund, den sie wohl haben; gerne lese ich auch selbst von den Anbietern ein Statement, warum die gerne dabei sind, was ihre Einstellung zum Gesamtvorhaben.

Das ist jedoch das einzige Mal, dass ich gezielt nach den Veranstalter-Gesichtern fahnde… ich nehme nämlich einfach an – oder erwarte besser gesagt – dass diese dann im Geschehen immer wieder auftauchen. Gesicht zeigen. In Form von Moderationen, Newslettern etc.

Wie melde ich mich an und wer macht noch mit?

Der Anmeldeprozess seinerzeit zum #mmc13 war ja schlicht und einfach, allerdings ein wenig arbeitssam für mich. Da lobe ich mir doch Anmeldearten wie beim #vhsmooc. Nicht nur, dass man das Formular ausgefüllt hatte und sofort in die Liste der Angemeldeten fluppte, man kann auch gleich in den  Präsenzen der anderen herumstöbern, so sie deren Facebook-, Twitter oder sonst was Account angegeben haben.

Wo spielt sich das Ganze ab?

Meist ist der Ausgangspunkt eine simple Homepage. Oft z.B. über eine WordPress-Installation erstellt. Was ich nicht mag, dass man sich erst die wesentlichen Details eines Kurses anschauen kann, wenn man sich VORHER einschreibt, also die Katze im Sack kauft. Das wirkt sich natürlich positiv auf die Anmeldezahlen der Veranstalter aus. Fördert aber auch so einen Art Zahlen-Fetischismus,… und gibt kein wirklich richtiges Bild darüber ab, wer denn nun mitmachen mag… oder einfach nur mal gucken,… oder forschen. ;) . Am schlimmsten finde ich, wenn man keine Angaben über seine Mit-MOOCer finden kann. Denn das sehe ich als einen essentiellen Vorteil von MOOCs, fähige Leute aus der Nähe betrachten zu können, die thematische Interessen teilen… und auf die man sich auch beziehen kann, wenn’s ums Inhaltliche geht.

Um was geht’s

Ja. Das Thema. Das ist mir besonders wichtig. So wichtig, dass es gefühlt schon zu weit unten in dieser Auflistung erst aufkommt. Wobei ich kein weiteres Thema gerne bearbeiten möchte, bei dem es irgendwie um Lernen in den sozialen Medien geht. ;) Vielmehr dürstet es mich nach – ja, auch Praktischem, aber eben anderem. Wenn der nächste MOOC-Stern am Himmel auftaucht, der dieses erfüllt, werde ich ihn erkennen. Und natürlich auch gleich an euch vertwittern.

Wer (außer mir) beurteilt meinen (wie auch immer gearteten) Teilnehmererfolg?

Ob ich etwas gelernt habe (und was) fällt mir bei MOOCs fast noch schwerer zu sagen, als bei traditionellen Lehrveranstaltungen. Bei letzteren gibt es ein theoretisches bei mir abfragbares Wissen, umsetzen tue ich davon relativ wenig. Allerdings ist vieles Diskutierte während des Studiums in meine Haltung (und vielleicht meinen Habitus) doch irgendwie eingeflossen.

Beurteile ich mich also selbst? In cMOOCs ist meist eine Aufgabe vorgeschaltet, die von den Teilnehmerinnen erfahrbar (und auch für diese selbst nachlesbar) herauslocken will, warum sie denn hier sind, was sie erhoffen zu wissen/wer sie erhoffen zu sein, nach dem MOOC. Während xMOOCs meiner Erfahrung nach eher Quizzes nach jeder Einheit anbieten, oder auch Fragen, die dann nach bestimmten Vorgaben von Peers korrigiert werden sollen.

Falls schon herum, wo gibt’s Meta-Material?

Manchmal ist es ganz interessant, in den entstandenen Produkten eines bereits gelaufenen MOOCs herumzustöbern. Hier suche ich dann zunächst nach Stellen, wo Teilnehmerinnen Bilanz gezogen haben. Manchmal wurden bestimmte Live-Sessions, die als Konserve zur Verfügung stehen, als besonders aufschlussreich beurteilt. Diese und andere vorgestellten Highlights schaue ich mir dann i.d.R. als erstes an.

Die drei wesentlichen Fragen, zu denen ich mich immer wieder positioniere: massive – open – c oder x oder was

Es braucht für mich wirklich eine größere Anzahl von Menschen (massiv), die aktiv dabei sind. In den Seminaren an der Uni waren mir das immer zu wenig. Zu wenig deshalb, da immer ein großer Teil einfach den Schein machen musste, aber inhaltlich nicht wirklich interessiert war. (Menschen für mich uninteressant, mich fachlich mit diesen zu unterhalten.) Andere hatten andere Arbeitszeiten als ich und waren einfach deshalb inkompatibel mit mir. Die Chance auf Diskussion über den Seminarrahmen hinaus hat sich seinerzeit einfach zu selten ergeben. Die Chance wächst mit Anzahl der Menschen. D.h., WENN diese wahrnehmbar für mich, und zwar mit Inhaltlichen Beiträgen.

Schon allein, dass ich mich in ein System einloggen muss, ist mir zuwider. Je mehr open, desto attraktiver für mich. Desto leichter Beiträge anderer teilbar, desto leichter für mich, diese zu kommentieren, mich auf diese zu beziehen.

Und ja, so ist es halt, ich bevorzuge das c, weil da innerhalb des Formates einfach mehr Abwechlung drin steckt, oder zumindest drinstecken kann. Es ist nicht so ein “Abarbeiten” von mir in einer gewissen Reihenfolge Vorgesetztem, sondern vielmehr passiert da Überraschenderes. Unerwartetes. Wahrscheinlich aufgrund dessen, weil die Teilgeberinnen für den Inhalt verantwortlich sind, die Vorgaben des Veranstalter-Teams nur Impulse/Anregungen.

 

Und wie entscheidet ihr jetzt eigentlich, ob ihr von einem aufkommenden MOOC Teil sein wollt? Eher spontan und intuitiv? Oder danach, ob eure “Peers” mit dabei?

Fragt sich und euch

Eure m

 

 

 

 

2 Comments

Filed under Lernen 2.0, MMC13, MOOCs, Social Networking, Web 2.0

2 Responses to Kriterien, mit denen man einen MOOC (auch sich) flugs vorstellen und abklopfen kann

  1. *Ein MOOC ist ein endloser Event ‘der anderen Art’.*

    *Ohne Lust und lustig geht beim MOOC natürlich gar nichts.*
    Mit Frust geschieht vieles verspätet.
    Da ist der MOOC dann schon vorbei.
    Da kommst du gewissermaßen – im Gegensatz zum Vorgang bei der Ejaculatio praecox (1) – deutlich zu spät!

    *Hinter jedem Projekt steht der Mensch als Variable X.*
    Das Gemeinsame motiviert ihn beim cMOOC zum Lernen und zur Weiterentwicklung.

    *Lehrer und Lerner finden im cMOOC zusammen …..”und so entfernt sich das Böse aus der Welt.”*
    Das Zitat – etwas sehr frei verändert – stammt aus dem Film “Der Tanz der Vampire” (.Horrorkomödie aus dem Jahr 1967 – von Regisseur Roman Polański).

    *Mit den Bissen von blutrünstigen Vampiren kam natürlich im Film das Böse in die Welt.*
    Das war der Hinweis darauf, dass sich jeder genau überlegen sollte, ob und mit wem er sich einlässt und wie er dabei sich selbst treu bleibt (2).

    *Das Experiment und die Erfahrungen mit Vampiren und mit den Leuten beim MOOC führen zu Verhaltensänderungen.*
    Wer beim Kochen auf die heiße Herdplatte fasst, der weiß auch, wovon er seine Finger lassen muss und wen oder was er anfassen kann.
    Das Experiment und die Erfahrung führen neben Brandblasen auch zu partnerschaftlichen Beziehungem und / oder zum lecker gebratenen Speck beim MOOC.

    *Partnerschaftliche Beziehungen bestehen natürlich nach dem quirligen cMOOC weiter!*

    *Meine Erfahrung mit einem xMOOC?*
    Ich besuchte einen hervorragenden Coursera zu “Programmed Cell Death” von der biologischen Fakultät in München.
    Es gab einen straffen Lehrplan mit einzuhaltenden Terminen.
    Lerngemeinschaften wollten nicht so recht in Gang kommen und das unterkühlte Gemeinsame fand nach der Prüfung – mit zu erreichender Punktezahl – ein Ende.

    *Projektarbeit*
    Hinter dem cMOOC #MC13 ließen sich äußerst talentierte, kommunikative Projektarbeiter erkennen. Man sah ganz deutlich, dass der Mensch die entscheidene Variable X war – eine äußerst positive. Danke.

    (1) http://psychopathologisch.blogspot.de/2013/11/ejaculatio-praecox-und-gemischte.html
    (2) http://psychopathologisch.blogspot.de/2013/12/das-on-und-offline-zunglein-der-waage.html

  2. Pingback: Kriterien, mit denen man einen MOOC (auch sich)...

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