#web20k – Fleisch oder Fisch? Oder alles zusammen und ganz anders?

Angeregt auf G+ durch Joachim Sucker habe ich meine vorherigen (noch unveröffentlichten, aber hier demnächst verlinkten) Gedanken noch etwas systematisiert und erweitert. Und mir gleichzeitig ein Raster damit geschaffen für zukünftige Online-Angebote auf ununi.tv, worauf ich im Laufe der Vorbereitungen auf den #web20k wieder richtig Lust bekommen habe.

Meistens will ich ja alles. Alle Bedürfnisse befriedigen, alle Wünsche erfüllen, jeden dort treffen, wo er oder sie sich gerade befindet. Was aber gar nicht so einfach. Deshalb bin ich auf die Idee gekommen, dass vielleicht alles nicht auf einmal möglich ist, aber alles nacheinander! Und nacheinander kann entweder synchron nacheinander bedeuten, oder eben asynchron. Ein synchron nacheinander kann durch folgende Entscheidungen gestaltet werden.

Offline-Veranstaltung vs. Online-Veranstaltung

Zur Kick-Off-Veranstaltung habe ich offline mal wieder von Herzen schätzen gelernt. Selbst wenn man kollaborativ online arbeitet, können kurze physische Wege, Blickkontakt, der eine oder andere Hinweis auf Zuruf gleichsam einen Boost geben, mit einer Thematik oder einem Projekt voranzukommen.

Online dauert das Kennenlernen, das Einschätzen lernen, das miteinander Abstimmen und warm werden manchmal einfach etwas länger. Die Vorteile dagegen, dass es a) weniger intensiv, b) man sich – so man nicht miteinander kann – leichter aus dem Weg gehen kann und c) jeder nach seiner Facon und seinem Takt voranmarschieren kann.

Nicht unmöglich allerdings schwierig, so meine Erfahrung schon zum vermehrten Male, wenn man eine vorhandene Offline-Veranstaltung mit einer Online-Veranstaltung mischen will. Zumindest erfordert das ein wenig Übung. (Schwierig ist z.B., wenn man während eines Google Hangouts on Air zu mehrt in einem Büro sitzt, hier kann es trotz Verwendung von Headsets zu unerwünschten Geräuschen kommen.) Oder aber klare Formate. Wie z.B. in der Art „Bericht von der Republika“. Oder „Interview mit XY“.

Mein individueller Vorsatz für die nahe Zukunft: Online oder Offline-Settings. Wenn „blend“, dann in gewohntem/bekanntem Format.

Vortrag vs. Austausch untereinander

Während meiner Studienzeit was ich ja wenig angetan von Vorlesungen. Dies deshalb, da ich Standard- und Einführungswerke lieber selbst gelesen. Dazu konnte ich mir einen ruhigen (und bequemen!) Platz aussuchen, im Gegensatz zu den lauten Vorlesungssälen, in denen man oft keinen Platz mehr fand, außer auf der Treppe. Einen Rückkanal gab es auch nicht wirklich, ob mir nun ein Buch keine Antwort geben will oder ich während der Veranstaltung keine Möglichkeit zum Fragen habe, da zog ich doch die Buch-Version vor. Heutzutage jedoch schaue ich mir gerne Vorträge auf YouTube an. Wenn ich z.B. nur eine Einführung in ein Thema suche, von vielleicht 20 Minuten bis einer Stunde, und gar nicht mehr will. Oder wenn ich einfach ein wenig unterhaltende Bildung zum Bügeln begehre.

Austausch, also eine Art von social learning, ziehe ich dann vor, wenn die Austauschenden schon Erfahrung mit dem Thema haben. Also vorgelesen, oder in ihrem täglichen und/oder beruflichen Umgang damit zu tun. Dies deshalb, da Wissen an sich meist nicht nutzvoll, so nicht in einem bestimmten Kontext angewendet. Und über die Kontexte erfährt man eben (außer man probiert sich aus) nur etwas, wenn man mit denen sich austauscht, die in solchen zugange.

Ergo: Mittlerweile gibt mir beides etwas. Mein individueller Vorsatz für die nahe Zukunft jedoch: Input und Austausch nicht vermischen. Sondern Blöcke klar definieren.

Welche Perspektive nehmen wir ein?

In Bezug auf eine Thematik wie die des Lernen und Lehrens im und mit dem Web 2.0 kann man ja an verschiedensten „Baustellen“ sich der Thematik nähern. In alle ist es wohl für sich wert, Zeit und Energie hineinzustecken, aber wohl auch alle sind letztendlich notwendig, um individuell einen Lern-Fortschritt wahrnehmen zu können. So gibt es die Baustellen des

a) Vernetzens. Wir lernen uns kennen, weil wenn wir uns kennen, dann lernt es sich angenehmer zusammen. Ich bin beglückt und entzückt, wie viele Menschen beim #web20k mit von der Partie sind, die ich bisher noch nicht kenne. Hier warten eine Vielzahl von Impulsen, man muss nur mal einen kleinen Blick in die Google Community werfen.

b) Verortens. Wo stehen wir jeweils und wo wollen wir möglicherweise hin? Spannend, wer schon welche Tools in seiner Lehre wie einsetzt. Und noch spannender, wo diese Menschen hin wollen. Mein Eindruck, dass wenn man ein bestimmtes didaktisches Szenario durchhat, auf einmal Lust auf was anderes bekommt.

c) Inputs. Z.B. ein (wissenschaftlicher?) Abriss dazu, was Social Networks sind und wie man die in der Lehre z.Zt. verschiedentlich einsetzt, wie man sie einsetzen könnte.

d) Ausprobierens. Z.B. erste Erfahrungen mit einem Tool machen, oder auch eingefahrene Arten des eigenen Gebrauchs mal probeweise ändern.

Mein individueller Vorsatz für die nahe Zukunft: Pro Veranstaltung an einer Baustelle baggern. 😉

Einen schönen ersten Mai noch wünscht

@mons7

 

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