Ein paar Worte des #ldl Erfinders Jean-Pol Martin zu cMOOCs

Im Moment ist ja der cMOOC zu Lernen durch Lehren (#ldlmooc) in vollstem Gange. Hier im Übrigen geht’s zum Interview mit dem #ldlmooc Macher Marc Schakinnis.

[Einschub: Im Gegensatz zu einem xMOOC, wie hier beschrieben: “MOOC sind dabei im Kern nichts anderes kurze Lehr-Videos im Netz, zum Teil ergänzt um Multiple Choice-Aufgaben, Quizzen und anderes, automatisch per Software auswertbares Material. Im Unterschied zu Aufzeichnungen von z.B. Vorträgen werden diese Videos in kurze Sequenzen von wenigen Minuten aufgeteilt und mit Übungen u.a. „angereichert“. Es sind letztlich Varianten des medial vermittelten, isolierten Lernens ohne Lehrer, jetzt mit einem technisch getakteten Wechsel von Rezeption und Repetition.]

Einer der prominenten Personen im MOOC ist der Erfinder von #ldl garselbst, Jean-Pol Martin. Dieser nimmt im MOOC bisher unterschiedlichste Rollen ein, ist absolut aktiv und zwar AUCH, indem er …

  • reflektiert was er im MOOC tut,
  • was sich im MOOC tut,
  • und was zu tun ist, damit der MOOC eben “funzt”.

Ein paar spannende Erkenntnisse dieser Art habe ich aus der Facebook-Gruppe herausdestilliert und möchte sie hier gebündelt nochmals zum Besten geben. Auch zum Richtigstellen, falls ich die nicht in den gedachten Kontext gesetzt habe, und zum Ergänzen.

Da Jean-Pol Martin (Weblog) bei seinen Ausführungen gerne eingängige – aber ungewöhnliche – Metaphern verwendet, da er eine ganz eigene ausdrucksstarke Sprache benutzt, habe ich große Teile zitiert, diese Zitate durch das, was ich selbst daraus gemacht habe, umrankt.

1. Im Mittelpunkt die Teilgeberinnen und deren Artefakte

Ein cMOOC besteht – abgesehen von den kurzen Impulsen der Veranstalter – ja im Wesentlichen aus den Beiträgen und Artefakten der Teilgeberinnen. Im Übrigen einer der wesentlichen Unterschiede zum xMOOC. Ein xMOOC könnte bestehen so ganz ohne Teilgeberinnen. Ein cMOOC wird erst von den Teilgeberinnen gemacht.

Wieder mal so eine strukturelle beobachtung: natürlich sollen wir uns jedem diskurs öffnen und jeden einwand prüfen und ernst nehmen. Allerdings stehen unsere TN und ihre produkte im mittelpunkt unserer aufmerksamkeit. Haben wir diese ausreichend studiert und gewürdigt?

Merke: Wenn Teilgeberinnen den MOOC (aus)machen, sollten die (alle) Beteiligten diese (vermittelt über deren Artefakte) auch wertschätzen, diese nicht nur konsumierend hinnehmen. Dann kommt zu der eigenen Befriedigung des Erstellens und der, das fertige Produkt vor sich zu haben, auch noch die soziale Anerkennung. (Was im Idealfalle in einer “Verzückungsspitze” gipfelt. 😉 )

2. Eine Überzahl an Impulsen zu verschiedensten Gelegenheiten anbieten

Eine essentielle Frage (wie ich aus eigener leidvoller Erfahrung weiss) einer cMOOC-Veranstalterin ist jene, wann man welchen Impuls in die Runde hineingibt. Gibt man zu viele – und löst unweigerlich das unvermeidliche temporäre Gefühl der Informationsüberforderung aus? Gibt man gerade (für jede) die richtigen, anregenden, Resonanz erzeugenden Impulse hinein?

Beim beobachten dieses moocs und meines verhaltens kommt mir wieder meine spermienmetapher in den sinn. Ich biete zahlreiche unterschiedliche themen an und viele werden nicht aufgegriffen, andere dagegen sehr, weil sie gerade zu einem augenblick kommen, an dem die bereitschaft da ist. Mit meinen anderen themen muss ich einfach abwarten, bis die stimmung passt.

Jean-Pol regt m.E. hier an, sich in dieser Beziehung auch mal “locker” zu machen, zu experimentieren. Ja, eben auch in dieser Hinsicht… kein Perfektionismus! 😉

3. Kontaktpunkte nutzen

Ein cMOOC ist eine große Chance, mit Menschen in Kontakt zu kommen. Dies, da es einen Anlass gibt und ein gemeinsames Thema/Anliegen. Diese wertvollen relativ kurzen Momente möchte ich nicht verschwenden z.B. mit Selbstdarstellung oder Small Talk. Denn ganz schnell kann der Moment, während dem fruchtbarer Austausch und das aufnehmen einer Perspektive des Gegenübers wieder vorbei sein.

“für mich sind twitter und weitere socialmedia orte, in denen ich zwar stets auf “rennende pferde” stoße, aber überall ganz schnell meine wissenspakete einspeisen kann. Selbst wenn die pferde das nicht merken, ein kleines stück meiner inhalte nehmen sie einfach mit und transportieren das weiter. Daher ergreife ich die gelegenheit dieses moocs um soviel inhalte wie möglich auf soviele pferde viel möglich “abzulegen”. Wenn der mooc vorbei ist, ist das auch für mich vorbei.”

Merke: Nicht ausnutzen. Nutzen. Mit Blick auf die Sache. Das, was ich daraus lernen kann.

4. Großzügig aufbereitete Einheiten in die Welt schenken

Jean-Pol hat mittlerweile – und arbeitet immer noch daran – einen reichhaltigen Schatz an Ressourcen aufgebaut. Diese gibt er auch frei- und großmütig in den MOOC hinein. Eine Eigenschaft, die zwar in Wissenschaftler-Kreisen (noch) weniger verbreitet als von mir erhofft (aber schon VIEL besser, als zu meinen Studienzeiten seinerzeit).

Die extreme zentrifugale kraft des netzes zwingt zum redundanten einspeisen. Auch in diesem mooc, natürlich!

“ich will nicht arrogant wirken (das hatten wir schon), aber der mooc ist in zwei wochen zu ende und mein laden ist zu 60% voll mit noch nicht abgeholter ware. Z.b. hier”

Ich wünsche mir Menschen dieser Art.

Die #Facebook-Gruppe ist voll von weiteren Hinweisen und Weisen zum Thema, dies wie bereits angemerkt nur vier willkürlich herausgesuchte, weil die mich – weil und wie oben erläutert – angesprochen haben.

Jetzt aber mal flugs noch meine Wochenaufgabe bearbeiten. Bevor das Urlaubs-Prokrastinieren weitergeht. 😉

Eure @mons7

Eine Antwort auf „Ein paar Worte des #ldl Erfinders Jean-Pol Martin zu cMOOCs“

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *