Mein persönlicher Rückblick auf den #web20k

Gestern gab es ja die Abschluss-Session des #web20k. Auch für  mich persönlich Moment und Gelegenheit eines Rückblickes. Der aber, wie ich bei nochmaligem Durchlesen des Folgenden, als eher grundsätzliche Überlegungen zu MOOCs, zum Online-Lernen, zu diesem Internetz und uns Persönlichkeiten darin, entpuppen.

Vom Tool oder der Didaktik aus?

Das war ja ein ganz grundlegendes Motto des #web20k. Ja. Wir machen uns mit den Tools vertraut. Weil nur wer mit dem jeweiligen Tool vertraut, er/sie es auch didaktisch einsetzen kann, mag, wird. Aber nur eine Woche lang. Also das Vertrautmachen.

Dann kam aber gleich der Schwenk. Wir schauen uns das ganze von der Didaktik aus an. Was wollen wir da? Wann wie mit wem und so? … Ist es dann noch zu gebrauchen, oder wie gebrauche ich es, das Tool, kreativ anders vielleicht als intendiert, dass es zu gebrauchen ist? So als Lehrende? Beispiele haben wir dafür einige wirklich interessante bekommen. Der Pelzer, der mit Facebook lehrt. (Das einzige, was mir da nicht so zugesagt, dass es Zusatzangebot, und nicht dieses LMS-“Gedöns” ersetzen konnte. Aus aber überzeugenden Gründen.) Oder auch die beiden Innovatoren Herren Larbig und Spang mit dem weithin wahrgenommenen #edchatde.

Ich selbst würde/werde meine nächste Lehre versuchen an nur einem einzigen Tool festzumachen. Und dann die didaktischen Begehrnisse daran ausprobieren. Und gleichzeitig das Tool ausprobieren. Also schon von BEIDEM ausgehen. EINEM Tool. Z.B. #twitter. 😉 … und dem didaktischen Begehr, dann bezogen auf dieses. Um Tiefe der Überlegungen und des Probierens zu erwirken.

Exkurs: Breit oder tief?

Was meine ich mit breit oder tief?

Mit tief, die “Tiefe” der Gedanken, damit auch die Intensität der Beschäftigung mit einer Thematik.

Ebene 0
Auf unterster Ebene stehen Fragen wie … Was gibt es so alles? Und wie funktioniert das?
Ebene 1
Wenn ich darüber was weiß dringe ich weiter in die Thematik vor, wenn ich z.B. frage will ich eigentlich (z.B. vom didaktischen her) dies oder das? Wie komme ich jetzt “technisch” dahin?
Ebene 3
Und noch weiters, umfassender, kann ich mir z.B. die Frage stelle, welche Haltung ich zum Lehren und Lernen einnehme. Was hat das in Bezug auf “Technik” die ich (nicht) nutze für Auswirkungen?

Was verstehe ich unter breit? Nebeneinander stehende Themen (oder Aspekte), mit denen man sich potentiell beschäftigen könnte, wenn man sich z.B. mit dem Dunstkreis der Thematik “Internet und Bildung/Lernen” beschäftigen möchte.

Lernen in digitaler Öffentlichkeit – wie fühlt sich das an?

Bei mir bleibt – auch nach dem #web20k – die Frage, ob es sich beim Lernen in (potentieller) Öffentlichkeit handelt es sich bei denjenigen/derjenigen, der/die dies praktiziert

  • um eine bstimmten Schlag an Persönlichkeit handelt oder (oder vielleicht und?)
  • eine Art Entwicklung, die man nach und nach als Lehrender/Lerner durchmacht oder (oder vielleicht und?)
  • einfach eine Entscheidung darstellt (wie z.B. à la open access zu veröffentlichen?)?

(Potentielle) Öffentlichkeit fühlt sich offensichtlich für verschiedene Menschen verschieden an. Warum? Wie ändert sich das Befinden dazu?

Exkurs: Meine persönliche Entwicklung in Richtung (potentieller) Öffentlichkeit

Stufe 0) Nichts im Internet von mir vorhanden.
Stufe 1) Bloggen unter Pseudonym. (marianne)
Stufe 2) Das Internet zur Interaktion nutzen. (Aktives Twittern auf dem EduCamp Graz)
Stufe 3) Das Internet als Erweiterung des Wirkungskreises zur Generierung von Interaktion und Inhalten. (EduCamp Hamburg)
Stufe 4) Thematische Kolsolidierung und Bezug auf Peers. (#opco11, Etablierung Lernspielwiese)
Stufe 5) Anreicherung/Erweiterung in Richtung Bewergbild. (#ununi.tv)

Woran mache ich Lernen oder Scheitern fest?

Tatsächlich an Artefakten, die ich produziere oder die im Rahmen eines Lehr-Lern-Settings produziert wurden. An (für mich wie auch immer wahrnembarer) Interaktion, aber in Lehr-Lern-Settings vor allem für mich wahrnehmbare Interaktion zwischen den Teilgeberinnen. Zudem am Verhältnis zwischen Administration und (Zwischen-)Ergebnis.

Alles oben gesagte sowohl als Lehrende wie auch als Lernende.

Und was kommt jetzt?

Ich möchte jetzt endlich mal von dieser… ich nenne es mal *thematische Selbstreferentialität* wegkommen. Kurse im Web über Web. Und hier bin ich schon auf dem Weg, z.B. auf MinimaMuse. Außerdem weg vom großen Ganzen, hin zum Konkreten. Überlegungen und Recherchen sollen natürlich immer in Artefakten münden.

Für heute aber mal TSCHÜSS. TSCHÜSS #web20k. Vielleicht werfe ich ja nochmals einen Blick zurück, um auswertend zu vergleichen.

3 Antworten auf „Mein persönlicher Rückblick auf den #web20k“

  1. Eine spannende Frage, wie sich das anfühlt mit dem öffentlichen Lernen. Ich hatte lange überlegt, ob ich nun einen eigenen Blog anlege oder nicht. Letztendlich habe ich dann Deine Stufe 1 gleich übersprungen und mich gleich unter meinem Namen ins Bloggen gestürzt. Ich erinnere mich aber auch noch gut an meine Empörung darüber, als ich mal einen Vortrag zu open learning hörte, in dem der Referent klarstellte, dass in seinen Kursen die StudentInnen öffentlich lernen müssen, wenn sie an dem Kurs teilnehmen wollen. Das fand ich einfach einen zu großen Eingriff in die persönliche Autonomie. Das hat mir am #web20k dann auch gut gefallen, dass man alles machen kann, aber nicht muss und auch die Möglichkeit hatte, seine Konzeption für das Abschlusskonzept per E-Mail, also nicht öffentlich abzugeben. Was für mich unhintergehbar ist –> öffentliches Lernen muss freiwillig erfolgen. Was ich selbst gelernt habe ist, dass öffentliches Lernen eine Entwicklung ist, auf die man sich einlässt. Das klappt aus meiner Sicht umso besser, je mehr einem die Vorteile für einen selbst klar werden (bspw. ist mein Blog mittlerweile für mich selbst ein kurzes chronologisches Nachschlagewerk geworden), man darin bestärkt wird auch etwas im Mitmachnetz beizutragen und sehr unterstützend sind auch Rückmeldungen (positives/konstruktives Feedback).

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *