Manifestationen öffentlichen Lernens = WebLernen?

Wo meine Gedankengänge herkommen

Ich komme ja – wenn es um Lernen geht – theoretisch von der Subjektwissenschaftlichen Lerntheorie-Ecke her. (Da gibt es einen ganz dicken Band von Holzkamp zu, der heißt einfach “Lernen”.)

Praktisch komme ich aus der cMOOC-Ecke. Hier muss ich sagen, dass ich erstmals nicht nur beobachtend an einem cMOOC teilgenommen habe zum #opco11, wahrscheinlich dadurch befördert, dass mir Gedanken produzieren auf deutsch einfach immer noch leichter von der Hand geht als auf englisch. Das hat mein Lernen grundsätzlich nicht nur erweitert, sondern in eine ganz unerwartete Richtung gelenkt.

Selbst Hand angelegt – und das war eine weitere tiefgreifende Erfahrung – habe ich dann als Veranstalterin des #mmc13. Als Veranstalterin ist ja die Strukturierung von Gedankengänge und das Impulsgeben, also die Tätigkeit des schriftlichen Produzierens ja schon qua Amt vorgesehen. Auch wenn wir das auf drei Köpfe verteilen konnten, so hat es mich doch nochmals einen entscheidenden Schritt weiter gebracht in punkto Öffentlichmachen von Gedanken, die noch im Fluss sind.

Dies nur als Vorwort, um meine folgenden Ausführungen besser einordnen zu können.

Quer dazu: Manifestationen öffentlichen Lernens

Natürlich könnte ich mich jetzt vertieft mit MOOCs, hier insbesondere cMOOCs (und dann wieder den deutschen) auseinandersetzen, um grundsätzlicher über – was ich jetzt einmal Versuchsweise WebLernen nennen möchte – zu forschen. Allerdings erlebe und beobachte ich gerade ganz unterscheidliche Manifestationen solchen Web öffentlichen Lernens, und zwar a) absolut frei jeglicher institutioneller Anbindung, aber auch b) von Insitutionen initiiert und c) in allen möglichen Mischungen. Ein Bespiel gefällig?

Da korrespondieren Menschen öffentlich über Twitter, um ihr (akademisches) Schreiben zu befördern und zu strukturieren. Man schaue unter dem Hashtag #acwri (wie Academic Writing) [Link vorne zeigt nur Top-Tweets an, alle hier.].

Beschreiben

Solche Manifestationen nicht nur zu entdecken, sondern auch zu beschreiben, ist gar nicht so einfach. Im Grunde kann ich das nur, so ich Teil von diesen bin/werde. Oder entsprechende Menschen befrage. Z.B. Auf der Plattform, auf der ich sie entdecke, wie u.a. bei oben beschriebenen Beispiel geschehen.

 

Begriff des WebLernen

Jedenfalls denke ich, dass der Begriff des Web-Lernens ein sinnvoller ist, der aber noch konkreter definiert werden müsste. Geeignet ist er auch, weil es sich dabei noch um keinen handelt (wie bei demjenigen des eLearning z.B.), bei dem jeder und sofort eine ganz konkrete Vorstellung hat, was das denn sei, und die sich – natürlich – von jeder Vorstellung des Gegenüber ganz konkret mal unterscheidet. Aber ich habe natürlich recht. 😉

Und es ist einer, bei dem auf jeden Fall der Begriff der Öffentlichkeit relevant, in unterschiedlichen Ausprägungen zu unterschiedlichen Zeiten, und in unterschiedlichem Ausmaß (in Punkto Sichtbarkeit dieser).

Mögliche (weitere) Fragestellungen

Viele weitere Fragen stellen sich mir unmittelbar, selbst wenn ich eine Definition des Begriffes Web-Lernen schon hätte. Z.B.

  • Ist die Gewichtung möglicher Kriterien in diesen Manifestationen unterschiedlich?
  • Gibt es “etwas”, das unabdingbares Kriterium ist, dass es sich um WebLernen handelt? (Z.B. besagte Öffentlichkeit, in welchem Ausmaß auch immer?)
  • Durchläuft jemand, der WebLernen betreibt, eine Art von Evolution?
  • Oder ist WebLernen eher eine Art “Typ-sache”, die bestimmte Lerner bevorzugen bzw. würde eine institutionelle Ausrichtung auf WebLernen bestimmte Lerner bevorzugen?

Ganz konkret

Ganz konkret werde ich in naher Zukunft mal ein paar solcher hybrider Lern-Settings (mit hybrid meine ich, dass obwohl informell? informal? (hier muss ich nochmals nach den Definitionen gucken), dass jemand in einem Zusammenhang lernt, in dem einen Institution mit drinsteckt, die persönliche Assoziation mit dieser jedoch nicht notwendig ist) beschreiben. Das wollte ich eh’ in anderem Rahmen tun, im Rahmen der #eDidaktik14.

Aber dazu konkret ein andermal.

Herzlich

Eure @mons7

 

 

5 Antworten auf „Manifestationen öffentlichen Lernens = WebLernen?“

  1. Wir haben für unser #GMW14-Paper einen ähnlichen Ansatz diskutiert: http://2014.gmw-online.de/291/ Dabei ist vielleicht “Cloud Learning” als hilfreicher Begriff und Erpenbeck, J. & Sauter, W. (2013). So werden wir lernen! Kompetenzentwicklung in einer Welt fühlender Computer, kluger Wolken und sinnsuchender Netze. Berlin, Heidelberg: Springer Gabler. als hilfreiche Quelle zu empfehlen.

    1. Liebe Anja, Du erfreust schon wieder mein Herz! Schon deshalb, weil ich manchmal denke, ich habe so abseitige abstruse Gedanken, die niemand versteht. Und jetzt ist sogar eine Veröffentlichung da, auf die ich mich beziehen kann!!!!! DANKE Dir, Du Inspiratorin.. 🙂 #cloudlearning

  2. Danke Monika, ein schöner Beitrag unseres gemeinsamen Weges zur zu #eDidaktik14 wo ich am 24. 10. mit Dir und den MOOC- / blended learning SpezialistInnen Claudia Bremer und David Röthler eine Session gestalten werde https://www.conftool.com/edidaktik2014/index.php?page=browseSessions&presentations=hide&search=freisleben. Inzwischen habe ich auch was gepostet, gefüllt mit den Impulsen von der #gmw14: https://blendedflippedteaching.wordpress.com/2014/09/10/konnektivismus-bedeutet-partizipation/
    Ich habe gerade mit Menschen wie Claudia, David und Dir in den letzten Jahren viel an WebLernen erleben und mitgestalten dürfen. Ich sehe es auch als einen Aspekt der Serendipität, also auch auf Dinge zu stpoßen, nach denen ich nicht (bewusst) gewusst habe zu suchen.
    Dazu gehört eben auch das einander auf Spuren aufmerksam machen, sie gemeinsam verfokgen, mitgestalten und dann auch in eigene Lernwelten und Inhalte wieder einbetten.

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