Vorspann

Mobile Audience Response (Voting-) Systeme in der Hochschullehre sind blöd. So mein langjährig gepflegtes Vorurteil. Warum? Na, weil man „seine“ Studierenden mit Namen kennen muss, mit ihnen überhaupt in Dialog/Diskurs (ein-)treten sollte… und jedem (zumindest versuchen) den individuellen Hinweis zu geben, der genau der richtige zum jeweiligen Stand in der (am besten noch Persönlichkeits-)Entwicklung ist.
„Danke Frau König, für Ihren Beitrag. Leider haben wir nächstes Semester zwei Veranstaltungen der anderen Art.  Eines mit etwas über 250 Studierenden, ein weiteres mit ca. 400 plus. Gerne können wir das machen, wie Sie vorschlagen. Bitte um weiteren Hinweis, wie das zu skalieren wäre.“
Ich: Schweigen. Mit Schrecken denke ich an meine letzte Veranstaltung mit lediglich 40 Studierenden. Ich melde mich umgehend zur Veranstaltung „Mobile Audience Response (Voting-) Systeme in der Hochschullehre“ an.

Zwei dieser wurden vorgestellt, und angesichts der „Massen“, die im Seminar zu erwarten, war ich offen, mein Vorurteil zumindest zu überdenken. Hier das, was ich mitgenommen habe.

eduVOTE
*Was geht?*
MC-Fragen stellen, oder Ja/Nein-Fragen, das war’s. Die kann man allerdings geschickt einsetzen. Z.B. man findet Fragen, bei denen die Antworten wahrscheinlich ziemlich gleich verteilt sein werden (erfordert ein wenig Übung) und lässt dann für eine begrenzte Zeit die Studierenden Ihre Argumente in Kleingruppen austauschen. Vorteil, Studierende kommen zu Wort, tauschen Argumente aus. Austausch/Diskurs findet also SEHR WOHL statt.

Besonders geeignet für die PowerPoint-Fraktion unter den Lehrenden. Die können nämlich die Fragen in Powerpoint über ein Add-In darin erstellen, und die Abfrage aus PowerPoint heraus starten. Auch das Ergebnis ist **flupp die wupp** schön grafisch dargestellt und flugs verfügbar.

*leicht leicht bedienbar, für Studis UND Dozenten*
Egal ob die Studie iOS, Android oder sogar Windows als Betriebssystem des Smartphones nutzen, geht. Einfach App runter laden. Mitmachen.

*Mögliche Probleme trotzdem in der Praxis*
1. Laptops mit hoher Auflösung, da gibt’s Probleme, da muss man vorher was umstellen (ist aber gut in den FAQs des Anbieters beschrieben), da darf Windows nicht skalieren.
2. MS Updates können Probleme verursachen.
3. Ohne W-LAN bzw. Netzempfang geht nix. Apropos nix.

*Nichts ist umsonst*
Test-Account möglich für 3 Monate (also kein ganzes Semester!), Einzellizenz kostet 299 EUR, Lizenz für die ganze Uni pro Jahr 2.800 EUR.

ARSnova
*Was geht?*

Über Browser, also nicht mal eine App notwendig.

Ein bisschen mehr, Fragen verschiedener Art, also Multiple Choice, Single Choice, Ja/Nein, aber auch offene Fragen… und noch mehr. Einfach mal reinschauen unter arsnova.eu. Auch kann man als Studierender zur Veranstaltungsgeschwindigkeit sich konstant äußern, und es gibt ein Feld zum offene Fragen der Studierenden stellen, … ergo: Tolle Möglichkeiten, aber auch ein bisschen ein Einüben des Zusammenspiels der Dozenten mit den Studierenden notwendig.

Und das beste: Die schreiben einen Blog. Hier mal reinlesen. Da werdet ihr reingezogen… in die Tiefen der didaktischen Möglichkeiten, in Studien und … seht selbst. Wenn ihr auf der ARS nova-Seite seid, ganz unten in der Mitte gucken, und dann links auf Blog klicken.

Soviel nur in Kürze. Später mehr, nach Praxis-Einsatz.

Eure @mons7. Wieder da.

P.S.: Wenn ich richtig verstanden habe, gibt es eine Video-Aufzeichnung der Vorträge, die ich natürlich, so verfügbar hier auch noch verlinken werde.