Gerade ist mir ein Link über Facebook zugespielt worden, der in eine Kerbe schlägt, die ich schon länger meine wahrzunehmen.

Welche App hast Du so auf dem Smartphone?

Es geht darum, welche Apps Jugendliche, also NICHT wir 😉 , sondern Menschen zwischen 10 und 19 nach der zitierten Studie (Youth Inside Panel von Bravo) auf ihrem Smartphone haben und auch nutzen. Also nochmals, Jugendliche und Mobile.

Und nicht so ganz erstaunlich ist die Number One bei 91% (sowohl Jungs als auch Mädels) …. What’s App. Darauf folgen Youtube, Instagram, Facebook und schon Snapchat, das richtig aufgeholt hat (aber eher bei den Mädels als bei den Jungs).

Tendenz Richtung Grüppchen-Bildung?

Korrigiert mich, aber What’s App wird i.d.R. so benutzt, dass man die gleiche Nachricht an eine bestimmte Gruppe schickt, oder? Ich frage so blöd, weil ich What’s App zwar nutze, aber nur als SMS-Ersatz. Ich kann es gar nicht leiden, in Gruppen eingetragen zu werden, da gehe ich meistens gleich wieder raus, da ich mir meine Information lieber abhole als angeliefert bekomme. Aber ich wollte ja nicht von MIR reden. Sondern von einer von mir wahrgenommenen (vermeintlichen) Tendenz. Soweit zu What’s App. Man nutz es also, um Informationen mit einer bestimmten Gruppe zu teilen. Oder von Mitgliedern dieser zu erhalten.

Nun zu Snapchat. Klar kann man hier Snaps in eine sog. Story posten, die dann 24 Stunden gleichsam von jedem eingesehen werden kann. Schlagt mich, aber ich vermute, das machen hauptsächlich Marketer. Der jugendliche SnapChat-Nutzer sendet seine Snaps ausgewäht, an bestimmte Menschen. Auch hier wieder: Ich lasse mich mit Zahlen gerne widerlegen.

Sieht man beides in der Zusammenschau, könnte es da nicht sein, dass der Trend dahin geht, bestimmen zu wollen, wer was von mir (und vielleicht auch wie lange) von mir sieht? Während unsereins einfach in Twitter hineinpostet und dem es dann relativ Wurst ist, wer einem denn so folgt, möchte das Jungvolk anscheinend die potentiellen Empfänger selbst auswälen/handverlesen.

Was bedeutet das?

Das bedeutet für mich eine Segmentierung in Kreise, in die man nur hineinkommt, zugehörig wird, wenn man die „richtigen“ Merkmale besitzt. Und das zieht sich durch weitere Dienste durch, in denen man eigentlich öffentlich posten könnte. Ich gehe lieber in die Facebook-Gruppe mit den Studierenden, die das gleiche Seminar belegen. Anstatt meine Erkenntnis öffentlich in die Facebook-Welt zu schicken.

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Tendenz also in Richtung Rückzug aus einer unkontrollierbaren Öffentlichkeit heraus und hinein in eine vermeintlich kontrollierbare Kuschelecke?

Bin gespannt auf eure Meinung

Eure @mons7