Unter „digitales“ Lernen verstehe ich à la Kerres „alle Formen von Lernen […], bei denen elektronische oder digitale Medien für die Präsentation und Distribution von Lernmaterialien und/oder zur Unterstützung zwischenmenschlicher Kommunikation zum Einsatz kommen“ (Quelle), was konkret bei mir so aussieht, dass ich während ich es tue (lernen) zumeist irgendetwas nutze, das einen Bildschirm/ ein Display hat.

Schon einige Zeit her, aber meine intensivste Erfahrung. Der MOOC Maker Course 2013.

Der #MMC13

Über den jeweiligen Link könnt ihr euch beim Angebot ein wenig umschauen, hier aber trotzdem die relevanten Informationen zum Setting. Der Rahmen wurde durch Blogbeiträge gesetzt, jeweils einen zum Start der Woche und einen zum Abschluss der Woche. An Material gab es Links zu Texten zur Thematik oder auch mal zu einem Video, sozusagen als Input. Eine Art Themenpate hat das Thema (weiterer Input) aus seiner Sicht im eigenen Blog behandelt und es gab jeweils eine kollaborativ zu bearbeitende Wochenaufgabe. In der Mitte der Woche gab’s eine Live-Übertragung ins Internet, die auch einen oder mehrere Rückkanal/-kanäle zur Verfügung stellte, man konnte sich also als Mitlerner synchron ins Geschehen einmischen.

mmc13

Als eigentliche Inhalte entstanden also letztendlich:

1. Input-Links und Beitrag Themenpate
2. Aufzeichnung der Übertragung
3. Ergebnis der Wochenaufgabe
4. Blog-Beiträge der Mitlerner
5. Twitter-Archiv
6.  Diskussionsverläufe z.B. in der G+-Community.

Flipped/Inverted Classroom

Hier wird näher erklärt, was mit Inverted Classroom gemeint ist, aber in aller Kürze: Ich lagere den Teil der wie auch immer gearteten „Vorlesung“ als Video aus und nutze die Zeit, die mir mit den Lernenden zur Verfügung steht für Fragen und zum Einüben. Ein allseits bekanntes lebendig Beispiel eines Praktizierenden ist Christian Spannagel. Leider bin ich noch nicht in den Genuss gekommen eine so gestrickte Vorlesung vor Ort zu besuchen, aber den Anteil des Flipped Classroom, der aus den Videos besteht, habe ich sehr gerne angeschaut.

Zum Reinschauen in das eine oder andere Video, um sich ein Bild zu machen, klicke hier.

Udemy

Mittlerweile halt auch ein wenig Video lastig. Video ist scheinbar gerade en vogue. Ein Kurs, der mir super gut gefallen hat ist der übers Filmchen machen mit dem Smartphone…. einen kleinen Einblick findet ihr hier. Gut fand ich die darin immer wieder gestellten Aufgaben. Zu Beginn sollte man z.B. einfach mal so ohne Vorkenntnisse ein Video drehen, wie man es halt drehen würde, dadurch hatte man hinterher etwas zu vergleichen. 😉

Grundsätzlich gibt es als automatisiertes Abprüfen des Wissens Multiple Choice-Tests, bei manchen Kursen bekommt man aber auch einfach das Zertifikat deshalb, weil man sich alle Videos „reingezogen“ hat.

Sehr schön ist, dass man sich auch selbst als Trainer/Dozent dort anmelden und damit über die Plattform auch Geld verdienen kann. Firmen können die eigene Weiterbildung der Mitarbeiter über Udemy regeln, entweder indem Rechte für bestehende Kurse für die Mitarbeiter erworben werden oder auch in Form der Nutzung der Plattform für interne selbst gestrickte Weiterbildungen.

openHPI 

Screenshot aus dem Kurs

Screenshot aus dem Kurs

In den Kurs „Wie funktioniert das Internet“ des Hasso-Plattner-Instituts habe ich mich ebenfalls eingeschrieben. Hier ist mir allerdings das Tempo zu schnell, um ein qualifiziertes Zertifikat zu erhalten. Diese Zertifikats-Form ist mittlerweile möglich, und zwar indem man sich für ein Gesichtserkennungsverfahren registriert (kostet knapp 60 EUR). Jede Wochenaufgabe muss dann so absolviert werden, dass man vor dem Computer/Laptop sitzt und die Gesichtserkennung derweil läuft, ebenso bei der Abschlussprüfung.

Vorbereitung auf das Google AdWords Grundlagen-Zertifikat

Apropos Abschlussprüfung (und Zertifikat). Man kann digitales Lernen natürlich auch gleichsam „von hinten“ aufziehen. Indem man einfach mal probiert, den Test zu bestehen, wie ich es mit dem Google Adwords Grundlagentest versucht habe. Ich habe mir also ein Bild davon gemacht, was ich alles wissen sollte und wie der Test abläuft, und dann nach und nach die entsprechenden Videos angeschaut, Texte gelesen und last but not least das eine und andere auch selbst mal nachgemacht bzw. ausprobiert. Einen ausführlichen Bericht zum Test findest Du hier.

mooin

Screenshot aus dem Wissensmanagement MOOC

Screenshot aus dem Wissensmanagement MOOC

Da nehme ich gerade am Wissensmanagement-MOOC teil. mooin ist eine sehr schöne Programmierung der oncampus GmbH, die auf dem guten alten MOODLE aufsetzt. Das gute alte Oncampus MOODLE stelle ich im nächsten Abschnitt vor. Auch auf mooin stehen die Videos im Vordergrund, weiters kann man in den Foren diskutieren. Und auch bei der Zertifizierung des Kurses gibt es eine Weiterentwicklung im Vergleich zu vergleichbaren Vor-MOOCs:

Badges und Teilnahmebestätigungen:

  • Pro Modul gibt es ein Badge (automatisch über die mooin-Plattform). Diese Badges sind Ihre standardmäßige(n) kostenfreie(n) Teilnahmebestätigung(en)

  •  optional gibt es (kostenpflichtig) eine individuelle schriftliche Teilnahmebescheinigung (30,-Euro zzgl. Mwst, unterschriebenes Papier, mit Nennung der belegten Module = Badges) oder ein richtiges Zertifikat nach mündlicher Prüfung (150,-Euro zzgl. Mwst., Video-Interview mit Gabriele Vollmar und/oder Dirk Liesch, zu allen oder den belegten Modulen)

Das alte Oncampus-MOODLE

Screenshot altes MOODLE oncampus

Screenshot altes MOODLE oncampus

Wer einen kleinen Einblick in den Kurs zum Community Management erhalten möchte, der kann in diesen Beitrag hier reinklicken, ein paar Gedanken dazu, ob so ein Zertifikat die 600 EUR wert ist habe ich hier mit Markus Jung ausgetauscht.

Trotzdem noch in aller Kürze, was den Kurs ausgemacht hat: Die Aufgaben, die wir bearbeiten mussten, denn wer selber aktiv etwas produziert, der lernt auch was dabei, hier insbesondere die Aufgabe der Erarbeitung einer Strategie für Instagram für die Hypovereinsbank. Weiters positiv die individuellen Rückmeldungen zu unseren Antworten vom Dozenten, Feedback von einem Menschen ist mir sehr viel mehr wert, das das positive Ergebnis eines automatisch ausgewerteten Multiple-Choice-Fragebogens.

Gemeinsam Lernen in einer Community

Beispiel Slack-Community von ununi.tv. Auf dem Flow-Campus wurde ein grober Rahmen vorgegeben, was wir uns gemeinsam erarbeiten wollen…. und auf Slack haben wir es dann gemeinsam ausprobiert.

Screenshot vom FlowCampus

Screenshot vom FlowCampus

Beispiel #EDchatDE. Hier chatten Bildungsinteressierte, vor allem Lehrer über ein bestimmtes Thema am Dienstag Abend für eine Stunde lang. Strukturiert ist das ganze über Fragen, zu denen jeder seine Perspektive beiträgt. Die Fragen werden mit F1, F2, F3 usw. getwittert, um die jeweiligen Antworten zuordnen und Filtern zu können kennzeichnet man diese mit A1, A2, A3 usw. Das Thema und die Fragen stehen vorher fest und sind hier nachzulesen, so kann man sich auch gut darauf vorbereiten.

Zusammenfassung und Überblick

Ich persönlich nehme Lehr-/Lernformen im Web dann als innovativ und bereichernd wahr, wenn ich individuelles Feedback von Menschen erhalte. Dabei ist es ir nicht so wichtig, ob dieses vom Dozenten kommt oder von den Peers. Außerdem erarbeite ich mir Inhalte am Besten, wenn ich zwar Input bekomme, diesen aber selbständig in eine eigene Form bringen muss. Also zum Beispiel über einen Aspekt davon einen Blogbeitrag verfassen. 😉

Im Hochschul- oder auch Unternehmenskontext sind aber genau diese beiden Aspekte schwer umzusezten. Deshalb, weil Feedback eben einen Haufen Arbeitszeit kostet (im Gegensatz zu maschinellen Auswertungen) und weil bei nicht standardisierten Beiträgen des Lerners die Lernerfolgskontrolle ziemlich schwierig ist. Deshalb stellt sich mir gerade die eine entscheidende Frage, über die ich nachdenke.

Wie könnte eine Einschätzung, dass ein Mitarbeiter sich tatsächlich mit der Thematik auseinandergesetzt hat und diese irgendwie verarbeitet hat vonstatten gehen?

Eure @mons7 am Sonntag.

 

 

 

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